Viveka Chudamani – Vers 538

Deutsche Übersetzung:

538. So wie ein Kind vertieft im Spiel seinen Hunger und körperliche Schmerzen vergisst, so ist der Weise glücklich und verweilt frei von „ich“ und „mein“.

Sanskrit Text:

kṣudhāṃ deha-vyathāṃ tyaktvā bālaḥ krīḍati vastuni |
tathaiva vidvān ramate nirmamo nirahaṃ sukhī || 538 ||

क्षुधां देहव्यथां त्यक्त्वा बालः क्रीडति वस्तुनि |
तथैव विद्वान्रमते निर्ममो निरहं सुखी || ५३८ ||

ksudham deha-vyatham tyaktva balah kridati vastuni |
tathaiva vidvan ramate nirmamo niraham sukhi || 538 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • kṣudhām : Hunger (Kshudha)
  • deha-vyathām : (und) Schmerz (Vyatha) des Körpers (Deha)
  • tyaktvā : unbeachtet lassend („losgelassen habend“, tyaj)
  • bālaḥ : ein Kind (Bala)
  • krīḍati : spielt (krīḍ)
  • vastuni : mit („bei“ seinem) Spielzeug (Vastu)
  • tathā : genauso (Tatha)
  • eva : ganz (Eva)
  • vidvān : der Weise („Wissende“, Vidvams)
  • ramate : ergötzt sich (ram)
  • nirmamaḥ : frei von Besitzansprüchen („ohne Mein“, Nirmama)
  • niraham : egolos („ohne Ich“, Niraham)
  • sukhī : (und) glücklich (Sukhin)     || 538 ||

Kommentar

Hast du vielleicht Schmerzen? Rückenschmerzen? Knieschmerzen? Hüftschmerzen? Kopfschmerzen? Andere Schmerzen? Schulterschmerzen? Handgelenksschmerzen?
Der Körper kann alle möglichen Schmerzen erzeugen. Wie gehst du damit um? Wie hilft dir Vedanta?

Shankara schreibt:

kṣudhāṃ deha-vyathāṃ tyaktvā bālaḥ krīḍati vastuni |
tathaiva vidvān ramate nirmamo nirahaṃ sukhī || 538 ||

„So wie ein Kind vertieft im Spiel seinen Hunger und körperliche Schmerzen vergisst, so ist der Weise glücklich und verweilt frei von „ich“ und „mein“.“

Ein Kind mag auch Schmerzen haben, aber sobald das Kind spielt, vergisst es die Schmerzen. So ähnlich magst du auch Schmerzen haben. Du magst dich jetzt die ganze Zeit mit den Schmerzen beschäftigen. Du versinkst in Selbstmitleid. Du machst dir Sorgen. Was passiert, wenn ich die Schmerzen nie loswerde? Werde ich wieder glücklich sein? Werde ich künftig Schmerzmittel dauerhaft nehmen müssen? Wird mein Magen kaputtgehen? Die Nieren versagen? Sollte ich das nehmen? Was passiert?
Das sind alles überflüssige Sorgen. Der Körper erzeugt Schmerzen. Kümmere dich darum, bei denen ist etwas dahinter und behebe sie.

Bei Rückenschmerzen mache Minibewegungen und mache Yoga Vidya Gelenksübungen usw.

Bei Knieproblemen stärke die Oberschenkelmuskeln, fahre Fahrrad, mache die richtigen Dehnungen und vermeide die falschen Dehnungen.

Wenn du Kopfschmerzen hast, dann atme tief mit dem Bauch, trinke mehr Wasser, konzentriere dich mehr auf Bauch und Füße. Verzichte auf alles Ungesunde!

All das kannst du machen. Aber sorge dich nicht zu viel darüber. Wenn du dich löst von den Schmerzen und dein wahres Selbst erfährst, sind alle Schmerzen vorbei. Du bist das unsterbliche Selbst, der Atman, jenseits von allen Schmerzen. Erkenne das! Erfahre das!

Du kannst auch eine Achtsamkeitsübung machen. Hier ist der Schmerz. Von hier bis hier fühle ich ihn, aber ich bin nicht der Schmerz. Ich nehme den Schmerz wahr. So ist die Wahrnehmung des Schmerzes. So fühlt sich Schmerz an. Vielleicht wird er dann auch intensiver. Mache dir bewusst, dass ist die Wahrnehmung des Schmerzes und ich bin der Wahrnehmende. Dann ist der Schmerz vorbei, denn du als der Wahrnehmende bist nicht der Schmerz. Du bist Sat-Chid-Ananda, SeinWissenGlückseligkeit, reine Freude, reines Sein. Tat tvam Asi – das bist du. Oder nochmals den Vers von Shankara:
„So wie ein Kind vertieft im Spiel seinen Hunger und körperliche Schmerzen vergisst, so ist der Weise glücklich und verweilt frei von „ich“ und „mein“.“

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