Viveka Chudamani – Vers 261

Deutsche Übersetzung:

261. Das was unvorstellbar, unbegrenzt, unvergänglich ist, verschieden vom Vergänglichen und Unvergänglichen, das Allerhöchste, Ewige, was immerdar glückselig und makellos rein ist – das ist Brahman, die Absolute Wirklichkeit. „Tat tvam asi“ das bist du. Meditiere darüber im Geist!

Sanskrit Text:

nirvikalpakam analpam akṣaraṃ
yat kṣarākṣara-vilakṣaṇaṃ param |
nityam avyaya-sukhaṃ nirañjanaṃ
brahma tat tvam asi bhāvayātmani || 261 ||

निर्विकल्पकमनल्पमक्षरं
यत्क्षराक्षरविलक्षणं परम् |
नित्यमव्ययसुखं निरञ्जनं
ब्रह्म तत्त्वमसि भावयात्मनि || २६१ ||

nirvikalpakam analpam aksharam
yat ksharakshara-vilakshanam param |
nityam avyaya-sukham niranjanam
brahma tat tvam asi bhavayatmani || 261 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • nirvikalpakam : nicht differenziert, transzendent (Nirvikalpaka)
  • analpam : unermesslich („nicht klein“, Analpa)
  • akṣaram : unwandelbar (Akshara)
  • yat : das was (Yad)
  • kṣarākṣara-vilakṣaṇam : verschieden (Vilakshana) von Zerstörbarem (Kshara) und Unzerstörbarem (Akshara)
  • param : das höchste (Para)
  • nityam : ewig (Nitya)
  • avyaya-sukham : unvergängliche (Avyaya) Freude (Sukha)
  • nirañjanam : rein, unbefleckt (Niranjana)
  • brahma : das Absolute (Brahma)
  • tat : das (Tad)
  • tvam : du (Tvam)
  • asi : bist (Asi)
  • bhāvaya : (darüber) meditiere (bhū)
  • ātmani : im Geist (Atman)     || 261 ||

Kommentar

Om Namah Shivaya und herzlich willkommen zu einem weiteren Vortrag zum Viveka Chudamani, dem Kronjuwel der Unterscheidung. Es ist ein ganz besonderes Werk von Shankara. Wir sind in den Versen wo Shankara sagt, wer du bist. Wir sind jetzt beim 261. Vers. Angenommen du hast die bisherigen 260 Verse zuvor gehört/gelesen, dann wirst du sagen, dass es nichts Neues mehr gibt. Und das stimmt.
Das Viveka Chudamani ist kein Werk, wo jeder Vers etwas Neues ist. Es gibt kürzere Werke von Shankara, wie z.B. das Atma Bodha, wo das Ganze komprimierter ist. Viveka Chudamani ist ein Werk, wo du jeden Tag einen Vers liest, darüber nachdenkst oder eine Interpretation bekommst, wie jetzt zum Beispiel und dann den Tag unter diesem Thema gestaltest. Ich garantiere dir, wenn du das täglich machst, es sind ja über 500 Verse, also ca. 1 ½ Jahre lang, wird der Geist von Vedanta sehr tief sein. Du wirst glücklicher sein. Du wirst weniger leiden. Du wirst die Identifikation mit Körper und Geist und Psyche überwinden. Shankara würde sogar sagen, dass du Geburt und Tod überwinden würdest. Du musst dir das immer wieder bewusst machen. Es ist eine Sache, das intellektuell zu verstehen. Eine andere ist, aus diesem Geist zu leben und wieder eine andere Sache ist, es vollständig zu verwirklichen.
Nicht umsonst gibt es im Vedanta diese Schritte:

Shravana – Hören, das machst du, wenn du diesem Vortrag als Podcast lauschst.

Manana – d.h. darüber nachdenken. Ich hoffe, du denkst darüber nach, während ich spreche und du nimmst dir auch danach immer einen kurzen Moment, darüber nachzudenken.

Niddhidhyasana – darüber meditieren. Du kannst auch deine Meditation damit füllen. Selbst wenn du die Mantrameditation übst, kannst du ein paar Minuten darüber nachdenken, spüren, in den Geist hineingehen und aus dem Geist heraus leben. Das ist noch wichtiger.

Wenn Shankara sagt: „Was du wirklich bist, ist unvergänglich.“ Das kannst du dir immer sagen, wenn du Angst hast, etwas zu verlieren. Wenn du Angst hast, deinen Job zu verlieren, deinen Kunden zu verlieren, dein Yogazentrum abgeben zu müssen, kannst du dir das sagen. All das ist nicht wichtig. Du bist unvergänglich. Oder wenn du denkst, dass du nicht weißt, ob du jemals wieder glücklich sein kannst, du so sehr leidest, dann sage dir: „Ich bin nityam avyaya-sukham.“ nityam : ewig, avyaya-sukham (unvergängliche (Avyaya) Freude), niranjana (unbefleckte Freude), das bin ich.

Löse dich vom Vergänglichen und sei dir bewusst, was zählt, ist unvergänglich. Alles andere ist unvergänglich und man sollte sich nicht darüber aufregen. So wie Krishna auch sagt: „Die Sinnesobjekte, die entstehen durch den Kontakt der Sinne mit den Objekten, sind vergänglich. Ertrage sie tapfer.“ Genauso kommen und gehen Emotionen, aber in der Tiefe bist du das unendliche Selbst. Du bist Freude. Sat-Chid-Ananda-Swarupoham – Meine wahre Natur ist SeinWissenGlückseligkeit. Anandoham – ich bin reine Freude.
brahma tat tvam asi – dieses unendliche Brahman bist du. Bhāvayātmani, verankere dich darin in der Tiefe deines Wesens.

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