Viveka Chudamani – Vers 489

Deutsche Übersetzung:

489. Dank deiner Gnade bin ich gesegnet, am Ziel des Lebens angelangt, aus der Gefangenschaft im Kreislauf von Geburt und Tod befreit. Ich bin die Verkörperung ewiger Wonne, die unendliche Fülle.

Sanskrit Text:

dhanyo’haṃ kṛta-kṛtyo’haṃ vimukto’haṃ bhava-grahāt |
nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ tvad-anugrahāt || 489 ||

धन्यो ऽहं कृतकृत्यो ऽहं विमुक्तो ऽहं भवग्रहात् |
नित्यानन्दस्वरूपो ऽहं पूर्णो ऽहं त्वदनुग्रहात् || ४८९ ||

dhanyo’ham krita-krityo’ham vimukto’ham bhava-grahat |
nityananda-sva-rupo’ham purno’ham tvad-anugrahat || 489 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • dhanyaḥ : glücklich, gesegnet (Dhanya)
  • aham : ich (bin, Aham)
  • kṛta-kṛtyaḥ : einer, der sein Ziel erreicht hat (Kritakritya)
  • aham : ich (bin)
  • vimuktaḥ : befreit, erlöst (Vimukta)
  • aham : ich (bin)
  • bhava-grahāt : aus dem Griff (Graha) des (weltlichen) Daseins (Bhava)
  • nityānanda-sva-rūpaḥ : einer, dessen Wesen (Svarupa) ewige Glückseligkeit (ist, Nityananda)
  • aham : ich (bin)
  • pūrṇaḥ : erfüllt („voll“, Purna)
  • aham : ich (bin)
  • tvad-anugrahāt : durch deine (Tvad) Gnade (Anugraha)     || 489 ||

Kommentar

Shankara lässt den Schüler die folgenden Worte an den Meister richten:

dhanyo’haṃ kṛta-kṛtyo’haṃ vimukto’haṃ bhava-grahāt |
nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ tvad-anugrahāt || 489 ||

„Dank deiner Gnade bin ich gesegnet, am Ziel des Lebens angelangt, aus der Gefangenschaft im Kreislauf von Geburt und Tod befreit. Ich bin die Verkörperung ewiger Wonne, die unendliche Fülle.“

Kannst du das schon von dir sagen? Fühlst du dich gesegnet? Hast du das Ziel des Lebens erlangt? Bist du aus der Gefangenschaft, aus dem Kreislauf von Geburt und Tod befreit?
Vielleicht noch nicht, aber du wirst dort irgendwann hingelangen. Mache dir immer wieder bewusst, dass du langfristig die Gottverwirklichung erreichen wirst. Und mit der Gottverwirklichung sind alle Probleme beseitigt. Und es ist wert, danach zu streben. Der Geist wird immer wieder abgelenkt. Er braucht immer wieder etwas Neues. Immer wieder denkst du, dass du noch dieses oder jenes machen musst, dein Haus noch aufgebaut werden müsste, du noch diese Talente entwickeln müsstest, noch mit dem Menschen zusammen sein müsstest, mehr über dich selbst wissen müsstest, mehr deine Kindheit auflösen müsstest, und vieles mehr.
Auf einer relativen Ebene mag das alles seine Berechtigung haben, aber sage dir vielmehr: Ich bin die Verkörperung ewiger Wonne. Ich bin unendliche Fülle. nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ. Vielleicht magst du das wiederholen und heute oder morgen zum Motto machen:

nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ.
nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ.
nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ.

Meine wahre Natur (Swarupa) ist (aham) nityananda (ewige Glückseligkeit) purno`ham ich bin Fülle.

nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ
nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ
nityānanda-sva-rūpo’haṃ pūrṇo’haṃ

Erfahre das! Lebe aus diesem Bewusstsein!

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