Viveka Chudamani – Vers 417

Deutsche Übersetzung:

417. Ob der aus dem Faden des wirksamen Karma (prarabdha) gewobene Körper vergeht oder weiter besteht, kümmert den Kenner der Wahrheit (tattva-vettri) nicht mehr. Genauso wie der Kranz um ihren Hals die Kuh nicht kümmert. Seine Gedanken ruhen im Absoluten, im Wesen der Glückseligkeit.

Sanskrit Text:

prārabdha-sūtra-grathitaṃ śarīraṃ
prayātu vā tiṣṭhatu gor iva srak |
na tat punaḥ paśyati tattva-vettā-
nandātmani brahmaṇi līna-vṛttiḥ || 417 ||

प्रारब्धसूत्रग्रथितं शरीरं
प्रयातु वा तिष्ठतु गोरिव स्रक् |
न तत्पुनः पश्यति तत्त्ववेत्ता-
नन्दात्मनि ब्रह्मणि लीनवृत्तिः || ४१७ ||

prarabdha-sutra-grathitam shariram
prayatu va tishthatu gor iva srak |
na tat punah pashyati tattva-vetta-
nandatmani brahmani lina-vrittih || 417 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • prārabdha-sūtra-grathitam : der aus dem Faden (Sutra) des im aktuellen Leben wirkenden („begonnenen“, PrarabdhaKarma) geknüpft ist (Grathita)
  • śarīram : der Körper (Sharira)
  • prayātu : mag vergehen, verschwinden (pra + )
  • vā : oder (Va)
  • tiṣṭhatu : mag bleiben, fortbestehen (sthā)
  • goḥ : einer Kuh (Go)
  • iva : wie (Iva)
  • srak : der Kranz (Sraj)
  • na : nicht (Na)
  • tat : diesen (Tad)
  • punaḥ : mehr („wieder“, Punar)
  • paśyati : schaut an, nimmt wahr (paś)
  • tattva-vettā : der Kenner (Vettri) der Wahrheit (Tattva)
  • ānandātmani : dessen Wesen (Atman) Glückseligkeit (Ananda) ist
  • brahmaṇi : im Absoluten (Brahma)
  • līna-vṛttiḥ : dessen geistige Funktionen (Vritti) absorbiert, verschwunden sind (Lina)     || 417 ||

Kommentar

Angenommen du gibst der Kuh einen Kranz um den Hals. Das kümmert die Kuh nicht weiter, Menschen vielleicht. Wenn man ihnen einen Kranz um den Hals legt, dann fühlen sie sich geehrt. Der Kuh ist ein Kranz um den Hals hingegen nicht weiter von Bedeutung. Für einen nicht-verwirklichten Menschen spielt der Körper eine Rolle. Er ist gesund und krank und Menschen machen sich Sorgen darum. Der Weise macht sich keine Sorgen darum. Der Körper ist solange gesund, wie er Prarabdha hat. Du kannst das Prarabdha auch beeinflussen, in dem Maße wie gesund du lebst, isst, trinkst, wie gesund du Sport treibst, Asanas und Pranayama übst. Das machst du ja auch und es gehört auch zu deinen Aufgaben. Aus Prarabdha, Karma, kommt auch das Dharma und solange dein Körper da ist, gilt es sich um ihn zu kümmern. Aber sich um den Körper zu kümmern ist die eine Sache. Sich Sorgen um ihn zu machen, ist eine andere Sache. Kümmere dich um den Körper, aber mache dir keine Sorgen um ihn. Es ist nicht so erheblich, wie lange der Körper lebt oder nicht lebt. Es ist nicht erheblich wie lange der Körper gesund oder nicht gesund ist. Überwinde die Identifikation mit dem Körper. Du bist das unsterbliche Selbst. Verharre in der Meditation! So bist du glücklich.

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