Viveka Chudamani – Vers 521

Deutsche Übersetzung:

521. Als die große Seele, der erhabene Meister sah, dass der würdige Schüler – der ihm so die Ehre erwies – die Wonne des Selbst erlangt hatte und zur Wahrheit erwacht war, sprach er frohen Herzens folgende erhabene Worte:

Sanskrit Text:

iti natam avalokya śiṣya-varyaṃ
samadhigatātma-sukhaṃ prabuddha-tattvam |
pramudita-hṛdayaṃ sa deśikendraḥ
punar idam āha vacaḥ paraṃ mahātmā || 521 ||

इति नतमवलोक्य शिष्यवर्यं
समधिगतात्मसुखं प्रबुद्धतत्त्वम् |
प्रमुदितहृदयं स देशिकेन्द्रः
पुनरिदमाह वचः परं महात्मा || ५२१ ||

iti natam avalokya shishya-varyam
samadhigatatma-sukham prabuddha-tattvam |
pramudita-hridayam sa deshikendrah
punar idam aha vachah param mahatma || 521 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • iti : so, in dieser Weise (Iti)
  • natam : den sich verneigenden (Nata)
  • avalokya : als er sah („gesehen habend“, ava + lok)
  • śiṣya-varyam : vortrefflichen (Varya) Schüler (Shishya)
  • samadhigatātma-sukham : der die Glückseligkeit (Sukha) des Selbst (Atman) erlangt (Samadhigata) hatte
  • prabuddha-tattvam : der zur Wahrheit (Tattva) erwacht (Prabuddha) war
  • pramudita-hṛdayam : frohen (Pramudita) Herzens (Hridaya)
  • saḥ : der (Tad)
  • deśikendraḥ : Fürst (Indra) der Lehrer (Deshika)
  • punaḥ : wiederum (Punar)
  • idam : diese (Idam)
  • āha : sprach (ah)
  • vacaḥ : Worte („Wort“, Vachas)
  • param : erhabenen (Para)
  • mahātmā : edle, hochherzige („große Seele“, Mahatman)     || 521 ||

Kommentar

In den vorigen Versen hatte der Schüler über seine Erfahrungen gesprochen. Er hatte dem Meister gesagt, dass er die Wahrheit erfahren hatte. Er hatte beschrieben, dass er jetzt weiß, dass er das wahre Selbst ist und dass alle Wesen Manifestationen des eigenen Selbst sind, dass es nur ein Brahman gibt. Der Schüler hatte das erfahren. Der Meister hatte erkannt, dass der Schüler nicht nur redet, sondern es tatsächlich die Erfahrung des Schülers ist. So ist der Meister sehr froh. Manchmal fragen sich Schüler, wie sie ihrem Meister, ihrer Meisterin eine Freude bereiten könnten. Ich habe das auch öfters Swami Vishnu gefragt. Ich wusste auf der einen Seite, dass er Mango mochte, südindisches Essen mochte, aber ihm das auch nicht so wichtig war. Er mochte es, wenn man intensiv praktizierte. Ich kann mich erinnern, dass ich Swami Vishnu zu seinem 60. Geburtstag gefragt hatte, was wir zu seinem Geburtstag machen können. Er antwortete: „Practise intensely – Praktiziere intensiv.“ Ich hakte nochmals nach und fragte: „Meister, bitte sage uns doch etwas für dich selbst, etwas, was dir eine Freude bereitet.“ Und er antwortete: „Practise very intensely – praktiziere wirklich ernsthaft.“ Und dann habe ich gefragt, wie wir es denn machen können, dass es ihm eine besonders große Freude bereitet. Und er antwortete mir, ich solle ein Sadhana Intensiv Seminar organisieren, wo wir viel Pranayama und viel Meditation praktizieren und uns ganz auf Gott ausrichten sollen. So ist das Sadhana Intensiv bzw. Kundalini Yoga Intensiv zwischen den Jahren entstanden. Und bis heute wenn ich auf den Kundalini Yoga Intensiv Seminaren unterrichte oder andere sehe, wie sie auf den Seminaren unterrichten, denke ich immer, dass das ein besonderer Dienst an Swami Vishnu-devananda ist. Und so kannst du auch sagen, dass es wichtig ist, dem Guru zu dienen. Es wichtig ist, für den Guru etwas zu tun. Es ist wichtig das Werk des Gurus weiterzugeben. Das mochten Swami Sivananda und Swami Vishnu-devananda auch. Aber sie mochten auch, wenn man intensiv praktiziert. Wenn du also Yoga unterrichtest oder dich im Rahmen der ganzen Yoga Vidya Bewegung uneigennützig engagierst, vielleicht Vorträge transkribierst, uneigennützig in einem Ashram unterrichtest, in einen Ashram kommst, in der Küche oder bei etwas anderem hilfst, dann tue das auch als Dienst an dem Meister und bitte um Segen. Und wenn du praktizierst, dann stelle dir vor, dass du auch damit dem Guru, dem Meister dienen willst. Der Meister freut sich, wenn der Schüler Fortschritte macht.
In diesem Sinne folge den Lehren des Meisters oder der Meister, bitte um mehr Führung. So machst du Fortschritte.

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