Viveka Chudamani – Vers 496

Deutsche Übersetzung:

496. Ich bin die einzige Wirklichkeit, die in allen Wesen in der Form von Wissen existiert. Ich bin selbst derjenige, der erlebt und der Erfahrung hat (oder: aktives und passives Sammeln von Erfahrung), ich bin all das, was von mir früher eindeutig als „dies“ und „nicht dies“ erlebt wurde.

Sanskrit Text:

sarveṣu bhūteṣv aham eva saṃsthito
jñānātmanāntar-bahir-āśrayaḥ san |
bhoktā ca bhogyaṃ svayam eva sarvaṃ
yad yat pṛthag dṛṣṭam idantayā purā || 496 ||

सर्वेषु भूतेष्वहमेव संस्थितो
ज्ञानात्मनान्तर्बहिराश्रयः सन् |
भोक्ता च भोग्यं स्वयमेव सर्वं
यद्यत्पृथग्दृष्टमिदन्तया पुरा || ४९६ ||

sarveshu bhuteshv aham eva samsthito
jnanatmanantar-bahir-ashrayah san |
bhokta cha bhogyam svayam eva sarvam
yad yat prithag drishtam idantaya pura || 496 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • sarveṣu : in allen (Sarva)
  • bhūteṣu : Wesen (Bhuta)
  • aham : (bin) ich (Aham)
  • eva : nur, allein (Eva)
  • saṃsthitaḥ : gegenwärtig („befindlich“, Samsthita)
  • jñānātmanā : als Wesen (Atman) der Erkenntnis (Jnana)
  • antar-bahir-āśrayaḥ : (ihre) innere (Antar) und äußere (Bahis) Stütze, Grundlage (Ashraya)
  • san : indem ich bin („seiend“,  Sat)
  • bhoktā : der Genießende, Erfahrende (Bhoktri)
  • ca : und (Cha)
  • bhogyam : das Objekt der Erfahrung („das zu genießende“, Bhogya)
  • svayam : selbst (Svayam)
  • eva : wahrlich (Eva)
  • sarvam : alles (Sarva)
  • yad yat : was auch immer (Yad)
  • pṛthak : jeweils („einzeln“, Prithak)
  • dṛṣṭam : (von mir) betrachtet wurde („gesehen wurde“, Drishta)
  • idantayā : als etwas anderes („als dieses“, Idanta)
  • purā : früher (Pura)     || 496 ||

Kommentar

Der Schüler hat aufgehört, sich mit seinem physischen Körper zu identifizieren. Der Schüler ist in die Transzendenz eingegangen. Aus dieser Transzendenz spricht er die folgenden Worte. Du kannst sie auch sprechen. Natürlich ist dein Körper begrenzt, die Psyche ist begrenzt. Aber du selbst bist es nicht und so kannst du auch selbst es wiederholen:

Ich bin die einzige Wirklichkeit, die in allen Wesen in der Form von Wissen existiert. Ich bin selbst derjenige, der erlebt und der Erfahrung hat (oder: aktives und passives Sammeln von Erfahrung), ich bin all das, was von mir früher eindeutig als „dies“ und „nicht dies“ erlebt wurde.
Ich bin die einzige Wirklichkeit in allen Wesen. Mache dir bewusst, dass du in allen Wesen bist. Du brauchst keine Angst vor irgendjemandem zu haben. Du bist das Selbst in jedem Wesen. Du bist eins mit allen. Spüre das. Erfahre das. Du magst „nicht dies, nicht jenes“ sagen oder hast es früher gesagt, aber du bist in allen Wesen und hinter allem. Spüre das. So wie im Traum das Bewusstsein des Träumenden hinter allen Wesen ist, so ähnlich ist in diesem so ist in diesem sogenannten Wirklichkeitstraum Atman in allem. Und da du in der Essenz Atman bist, bist du auch in der Essenz aller anderen Wesenheiten. Spüre das.
Vielleicht siehst du gerade jemanden; nicke ihm zu und sage: „Schön, dass ich mich treffe.“
Vielleicht siehst du andere und sagst: „Schön, dass ich mich dort treffe.“
Du siehst einen Baum und sagst: „Schön, dass ich da bin.“
Vielleicht siehst du den Himmel und sagst: „Schön, dass ich da bin.“
Vielleicht spürst du in die Erde hinein und sagst: „Schön, dass ich da bin.“

In diesem Sinne begrüße dich überall. Die Essenz in allen Wesen ist das Göttliche. Und da deine Essenz das Göttliche ist, kannst du auch sagen, dass du in der Essenz in allen Wesen bist. Tat tvam asi – Das bist du. Sarvam kalvidam brahman – tatsächlich ist alles Brahman.

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