Viveka Chudamani – Vers 542

Deutsche Übersetzung:

542. In seiner Wesensnatur den Sinnesobjekten gegenüber wunschlos, wandert der Weise allein umher. Er ruht fortwährend zufrieden im eigenen Selbst, als das Selbst von allem.

Sanskrit Text:

kāmān niṣkāma-rūpī saṃś caraty eka-caro muniḥ |
svātmanaiva sadā tuṣṭaḥ svayaṃ sarvātmanā sthitaḥ || 542 ||

कामान्निष्कामरूपी संश्चरत्येकचरो मुनिः |
स्वात्मनैव सदा तुष्टः स्वयं सर्वात्मना स्थितः || ५४२ ||

kaman nishkama-rupi samsh charaty eka-charo munih |
svatmanaiva sada tushtah svayam sarvatmana sthitah || 542 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • kāmān : die Sinnesobjekte (Kama)
  • niṣkāma-rūpī : die verkörperte (Rupin) Wunschlosigkeit (Nishkama)
  • san : darstellend („seiend“, Sat)
  • carati : genießt („weidet“, car)
  • eka-caraḥ : allein umherstreifend (Ekachara)
  • muniḥ : der Weise (Muni)
  • svātmanā : mit seinem eigenen Selbst (Svatman)
  • eva : nur, allein (Eva)
  • sadā : immer (Sada)
  • tuṣṭaḥ : zufrieden (Tushta)
  • svayam : selbst (Svayam)
  • sarvātmanā : als die Seele von allem (Sarvatman)
  • sthitaḥ : lebend („verweilend“, Sthita)     || 542 ||

Kommentar

So wirst auch du sein, wenn du die Gottverwirklichung erreicht hast. Wenn du derjenige bist, der das höchste Selbst erfahren hat, wenn du ein Muni bist. Du wirst gegenüber den Sinnesobjekten gleichmütig und wunschlos sein. Schönes und Unschönes werden kommen.
Was du magst wird kommen, was du nicht magst, wird kommen, aber du bist den Wünschen gegenüber gleichmütig. Du akzeptierst alles. Du weißt, du brauchst niemand anderen. Daher wandert der Weise alleine umher und selbst wenn du mit anderen zusammen bist, weißt du, dass du niemanden und nichts brauchst. Du bist nicht davon abhängig, dass andere dich beachten, dass andere dir Respekt geben, dass andere dir ihre Liebe zeigen. Du hast alles in dir. Du ruhst im eigenen Selbst aber du bist auch das Selbst von allen.
Du weißt, dass das Selbst in dir und in anderen ist. Du weißt, dass uneigennützige Liebe von selbst kommt. Herzensverbindung kommt von selbst. Der Körper wandert überall und du bist das unsterbliche Selbst. Tat tvam Asi – das bist du und weil der Vers so wunderschön ist, will ich ihn noch einmal rezitieren. Mache dir bewusst, dass auch du so sein kannst:
„In seiner Wesensnatur den Sinnesobjekten gegenüber wunschlos wandert der Weise allein umher. Er ruht fortwährend zufrieden im eigenen Selbst, als das Selbst von allem.“

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