Viveka Chudamani – Vers 476

Deutsche Übersetzung:

476. Bindung und Erlösung, Zufriedenheit und Sorgen, Krankheit und Gesundheit, Hunger und Durst sind nur von einem selber erfahrbar. Andere können all das nur indirekt erfahren.

Sanskrit Text:

bandho mokṣaś ca tṛptiś ca cintārogya-kṣudhādayaḥ |
svenaiva vedyā yaj jñānaṃ pareṣām ānumānikam || 476 ||

बन्धो मोक्षश्च तृप्तिश्च चिन्तारोग्यक्षुधादयः |
स्वेनैव वेद्या यज्ज्ञानं परेषामानुमानिकम् || ४७६ ||

bandho mokhsash cha triptish cha chintarogya-kshudhadayah |
svenaiva vedya yaj jnanam paresham anumanikam || 476 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • bandhaḥ : Bindung, Gefangenschaft (Bandha)
  • mokṣaḥ : Erlösung (Moksha)
  • ca : und (Cha)
  • tṛptiḥ : Sättigung, Zufriedenheit (Tripti)
  • ca : und
  • cintārogya-kṣudhādayaḥ : Sorgen (Chinta), Gesundheit (Arogya), Hunger (Kshudha) usw. (Adi)
  • svena : durch einen selbst (Sva)
  • eva : nur (Eva)
  • vedyāḥ : zu erkennen sind , (unmittelbar) zu erfahren sind (Vedya)
  • yat : insofern („weil“, Yad)
  • jñānam : (beruht die) Erkenntnis (dieser Zustände, Jnana)
  • pareṣām : anderer (Para)
  • ānumānikam : auf einem logischen Schluss (Anumanika)     || 476 ||

Kommentar

Dieser Vers bedeutet, dass du selbst die Gottverwirklichung erreichen musst. Es reicht nicht aus, dass andere die Gottverwirklichung erreichen. Es liegt an dir, sie zu erfahren.
Erwarte auch nicht, dass andere dich verstehen. Menschen hoffen, dass andere einen verstehen. Sie suchen so sehr nach einem Freund. So viele Menschen fühlen sich einsam. Viele Menschen denken, sie seien allein einsam.
Natürlich haben Menschen Einfühlungsvermögen. Menschen können zuhören. Menschen können manches nachvollziehen. Das mag so sein, aber es ist indirekt. Erfahrungen wie Sorgen erfährst du selbst. Der andere hat seine eigenen Erfahrungen. Krankheit und Gesundheit erfährst du selbst. Andere haben ihre Erfahrungen.
Hunger und Durst oder im übertragenen Sinne Gier und Leidenschaft, das hast du nur selbst. Andere können es nur indirekt erfahren.
Daher hoffe nicht, dass andere dich so sehr verstehen. Es ist wichtiger die Bindung zu lösen und zur Befreiung zu kommen.
Daher komme zu Moksha, zur Befreiung und hoffe nicht, dass du Glück daraus bekommst, dass andere dir Mitgefühl geben. Du kannst probieren Mitgefühl zu bekommen und wenn sie es dir geben, dann ist es gut. Du kannst versuchen, Freundschaften zu pflegen und es hilft natürlich auch. Letztlich ist die spirituelle Gemeinschaft ein wichtiges Konzept auf dem spirituellen Weg. Aber erhoffe dir nicht, dass du durch Einfühlungsvermögen von anderen dauerhaft glücklich bist.
Was du wirklich erhoffst, ist die Gottverwirklichung und die kannst und wirst du erfahren. Strebe danach.

Audio

Video

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.