Viveka Chudamani – Vers 460

Deutsche Übersetzung:

460. Das Selbst ist ohne Geburt, ewig und unvergänglich – so lautet die unfehlbare Erläuterung der Veden. Wie kann prarabdha jemandem zugeschrieben werden, der im Selbst verweilt?

Sanskrit Text:

ajo nityaḥ śāśvata iti brūte śrutir amogha-vāk |
tad-ātmanā tiṣṭhato’sya kutaḥ prārabdha-kalpanā || 460 ||

अजो नित्यः शाश्वत इति ब्रूते श्रुतिरमोघवाक् |
तदात्मना तिष्ठतो ऽस्य कुतः प्रारब्धकल्पना || ४६० ||

ajo nityah shashvata iti brute shrutir amogha-vak |
tad-atmana tishthato’sya kutah prarabdha-kalpana || 460 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • ajaḥ : ungeboren (Aja)
  • nityaḥ : ewig (Nitya)
  • śāśvataḥ : (und) beständig (ist das Selbst, Shashvata)
  • iti : so (Iti)
  • brūte : sagt (brū)
  • śrutiḥ : die offenbarte Schrift (Shruti)
  • amogha-vāk : (deren) Worte („Rede“, Vach) unfehlbar (sind, Amogha)
  • tad-ātmanā : als (Atman) dieses (Absolute, Tad)
  • tiṣṭhataḥ : der lebt („weilend“, sthā)
  • asya : demjenigen (Idam)
  • kutaḥ : woher (käme, Kutas)
  • prārabdha-kalpanā : die Vorstellung, Einbildung (Kalpana) eines im aktuellen Leben wirkenden („begonnenen“, PrarabdhaKarma)     || 460 ||

Kommentar

Ist in der letzten Zeit vielleicht ein naher Angehöriger von dir gestorben? Oder hast du mitbekommen, dass jemand anderes den Verlust eines Verwandten schwer betrauert? Was kannst du dazu sagen?
Ich habe ein ganzes Buch über Karma und Reinkarnation geschrieben. Darin steht u.a., dass es gut ist, das Om Tryambakam zu singen, die Seele ins Licht zu schicken, für den Verstorbenen zu beten, ihn dem Göttlichen anzuvertrauen.
Wenn du einen Meister hast, dann kannst du dich innerlich an den Meister wenden. Wenn du weißt, wie Arati, Puja oder Homa geht, kannst du diese machen.
Ich habe in meinem Buch „Karma und Reinkarnation“ auch ein individuelles Totenritual beschrieben, das du ausführen kannst. Aber lasst uns hören, was Shankara dazu sagt:

ajo nityaḥ śāśvata iti brūte śrutir amogha-vāk |
tad-ātmanā tiṣṭhato’sya kutaḥ prārabdha-kalpanā || 460 ||

Das Selbst ist ohne Geburt, ewig und unvergänglich – so lautet die unfehlbare Erläuterung der Veden. Wie kann prarabdha jemandem zugeschrieben werden, der im Selbst verweilt?
Mache dir bewusst, dass das Selbst ewig ist! Es ist unendlich, keinem Tod unterworfen. Es spielt keine Rolle, wenn du das Gefühl hast, dass du nur begrenzt bist. Wenn du Angst hast, dass jemand gestorben ist oder wenn du Angst hast, dass jemand stirbt oder wenn jemand gestorben ist. Was den Menschen wirklich ausmacht ist ewig. Das wirst du Menschen nicht unbedingt so sagen können, die daran nicht glauben. Aber du selbst kannst aus dieser Bewusstheit heraus handeln. Und du kannst auch anderen sagen, dass du davon überzeugt bist, dass die Seele unsterblich ist. Der Körper mag sterben, meine persönliche Überzeugung ist, dass das Selbst unsterblich ist. Und wenn du aus dieser Überzeugung heraus handelst, gibt es keine Probleme.

Mache dir bewusst: Brahman ist unsterblich. Atman ist unsterblich. Der Körper ist sterblich und das spielt keine große Rolle.

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