Viveka Chudamani – Vers 368

Deutsche Übersetzung:

368. Als erste Stufe auf dem Weg des Yoga gilt Kontrolle der Sprache (van nirodha), Nicht-Anhäufung von Besitz (aparigraha), Freisein von Erwartungen (nirasha), Wunschlosigkeit (niriha), und Leben in der Abgeschiedenheit (ekanta shilata).

Sanskrit Text:

yogasya prathama-dvāraṃ vāṅ-nirodho’parigrahaḥ |
nirāśā ca nirīhā ca nityam ekānta-śīlatā || 368 ||

योगस्य प्रथमद्वारं वाङ्निरोधो ऽपरिग्रहः |
निराशा च निरीहा च नित्यमेकान्तशीलता || ३६८ ||

yogasya prathama-dvaram van-nirodho’parigrahah |
nirasha cha niriha cha nityam ekanta-shilata || 368 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • yogasya : zur geistigen Sammlung, Meditation (Yoga)
  • prathama-dvāram : die erste (Prathama) Tür (Dvara)
  • vāṅ-nirodhaḥ : (ist) die Kontrolle, Beherrschung (Nirodha) der Sprache (Vach)
  • aparigrahaḥ : das Nicht-Besitzergreifen (Aparigraha)
  • nirāśā : das Aufgeben aller Erwartungen (Nirasha)
  • ca : und (Cha)
  • nirīhā : Gleichgültigkeit gegen alles (Niriha)
  • ca : und
  • nityam : stets (Nitya)
  • ekānta-śīlatā : die Gewohnheit der Einsamkeit (Ekantashilata)     || 368 ||

Kommentar

Shankara bezeichnet das als die erste Stufe des Yoga. Also schon eine ganze Menge. Yoga kann dir helfen zu Jnana, zu Erkenntnis zu kommen. Und was gilt es auf diesem Yogaweg zu tun?
Shankara gibt uns gleich eine Menge zu tun. Er sagt: Prathama Dvara (die erste Stufe, oder die erste Tür) gilt es durchzugehen. Van-nirodhah (die Kontrolle, die Beherrschung) der Sprache (Vach). Das ist schon mal eine ganze Menge.
Im Sinne von: Schimpfe nicht gleich, wenn dir etwas nicht passt. Sei nicht unflätig in deiner Sprache! Sei nicht verletzend in deiner Sprache! Gebrauche keine Fäkalausdrücke! Sprich wahrhaftig! Sprich mit dem Wunsch, Gutes zu bewirken und sprich so, dass das, was du sprichst, auch tatsächlich etwas bewirkt. Es gibt die schöne Aussage, dass du, bevor du sprichst, drei Dinge überlegen sollst:
1. Ist es wahr? Wenn es nicht wahr ist, dann sprich es nicht.
2. Überlege, ob es freundlich ist. Wenn es nicht freundlich ist, dann sage es nicht oder überlege, wie du es freundlich formulieren kannst.
3. Überlege: Ist es hilfreich? Wenn es hilfreich ist, dann sage es. Wenn es nicht hilfreich ist, dann sage es nicht.
In dem Vers steckt noch mehr. Ich möchte dich heute oder auch morgen ermutigen in diesem Bewusstsein durch die Welt zu gehen. Bevor du etwas sagst, überlege, ob es wahr ist und sage nur das Wahre. Dann überlege, ob es freundlich ist und sage es nur freundlich. Und als drittes überlege, ob es hilfreich ist und nimm dir vor, das zu sprechen, was hilfreich ist.
Drei Dinge, die die Sprache betrifft: Wahr, freundlich und hilfreich. Sprich so!

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