Viveka Chudamani – Vers 533

Deutsche Übersetzung:

533. „Ich bin Devadatta“, diese Erkenntnis ist von keiner anderen Erkenntnis abhängig. Genau so verhält es sich auch mit der Erkenntnis des Erleuchteten: „Ich bin das Absolute“.

Sanskrit Text:

deva-datto’ham ity etad vijñānaṃ nirapekṣakam |
tad-vad brahma-vido’py asya brahmāham iti vedanam || 533 ||

देवदत्तो ऽहमित्येतद्विज्ञानं निरपेक्षकम् |
तद्वद्ब्रह्मविदो ऽप्यस्य ब्रह्माहमिति वेदनम् || ५३३ ||

deva-datto’ham ity etad vijnanam nirapekshakam |
tad-vad brahma-vido’py asya brahmaham iti vedanam || 533 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • deva-dattaḥ : Devadatta
  • aham : ich (bin, Aham)
  • iti : des Inhalts („so“, Iti)
  • etat : die („diese“, Etad)
  • vijñānam : Erkenntnis (Vijnana)
  • nirapekṣakam : (ist von den Umständen) unabhängig (Nirapekshaka)
  • tad-vat : in derselben Weise (Tadvat)
  • brahma-vidaḥ : Kenners des Absoluten (Brahmavid)
  • api : auch (Api)
  • asya : des (Ayam)
  • brahma : das Absolute (Brahman)
  • aham : ich (bin)
  • iti : des Inhalts („so“)
  • vedanam : die Erkenntnis (Vedana)     || 533 ||

Kommentar

Es bezieht sich auf eine bestimmte Vedanta Geschichte. Es gibt verschiedene Vedanta Geschichten. Nehmen wir mal an du hast vorrübergehend einen Gedächtnisschwund. Du hattest vielleicht einen Unfall. Vielleicht hast du einen Schlag auf den Kopf bekommen und weißt nicht, wer du bist. Plötzlich kommt dir schlagartig die Erkenntnis: ich bin devatta. Ich bin dieser.
Diese Erkenntnis kann dir in jedem Moment kommen. Sie hängt nicht davon ab, wo du bist. Ob du in einem Tempel bist, an einer vielbefahrenen Straße bist, dich gerade an alle Sattva-Regeln hältst. In dem Moment, in dem dein Geist wieder klar ist, erkennst du, dass du devadatta bist und genauso ist es auch mit der Erkenntnis des Selbst. Die Erkenntnis des Selbst ist von nichts abhängig. Die Erkenntnis des Selbst braucht nichts außer die Selbsterkenntnis. In dem Moment, wo dein Geist klar ist, weißt du, dass du das unsterbliche Selbst bist. Daher ist es zwar gut und richtig und wichtig, ein gutes Leben zu führen und auf Fleisch, Fisch, Alkohol, Drogen und Zigaretten zu verzichten. Es ist gut viel Frischkost zu haben, Salate, Obst und es ist wichtig, Vollkornprodukte zu essen. Es ist wichtig, aus ethischen Gründen auf Milchprodukte zu verzichten. Es ist wichtig, täglich Asanas und Pranayama zu praktizieren. Es ist wichtig, uneigennützig zu dienen, und es ist besonders gut, in einem Ashram zu leben. Aber wenn das alles nicht möglich ist, dann nutze es nicht als Ausrede dafür, dass du denkst, du kannst das Selbst nicht verwirklichen.
Du bist das Selbst und es braucht nichts, um das Selbst zu verwirklichen außer der Klarheit des Geistes. Die äußeren Dinge erleichtern die Erkenntnis des Selbst. Aber außerhalb von äußeren Dingen spüre immer wieder die Einheit des Selbst mit dem Selbst.

In diesem Sinne mache dir bewusst: Tat tvam asi – das bist du. Aham brahma asmi – ich bin das Selbst.

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