Viveka Chudamani – Vers 384

Deutsche Übersetzung:

384. Halte das geläuterte Gemüt im wahren Selbst, im Beobachter, in der reinen Erkenntnis fest. Bringe es nach und nach zur Ruhe. Dann schaue nur noch das vollendete Selbst!

Sanskrit Text:

viśuddham antaḥ-karaṇaṃ sva-rūpe
niveśya sākṣiṇy avabodha-mātre |
śanaiḥ śanair niścalatām upānayan
pūrṇaṃ svam evānuvilokayet tataḥ || 384 ||

विशुद्धमन्तःकरणं स्वरूपे
निवेश्य साक्षिण्यवबोधमात्रे |
शनैः शनैर्निश्चलतामुपानयन्
पूर्णं स्वमेवानुविलोकयेत्ततः || ३८४ ||

vishuddham antah-karanam sva-rupe
niveshya sakshiny avabodha-matre |
shanaih shanair nishchalatam upanayan
purnam svam evanuvilokayet tatah || 384 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • viśuddham : den geläuterten (Vishuddha)
  • antaḥ-karaṇam : Geist (Antahkarana)
  • sva-rūpe : auf sein Selbst („eigene Form“, Svarupa)
  • niveśya : wenn man ausgerichtet hat (ni + viś)
  • sākṣiṇi : auf den Zeugen (Sakshin)
  • avabodha-mātre : der reines („nur“, Matra) Bewusstsein („Erkenntnis“ ist, Avabodha)
  • śanaiḥ śanaiḥ : (den Geist) ganz allmählich (Shanais)
  • niścalatām : zur Bewegungslosigkeit (Nishchalata)
  • upānayan : indem man bringt („bringend,“ upa + ā + )
  • pūrṇam : das vollkommene (Purna)
  • svam : Selbst (Sva)
  • eva : nur noch (Eva)
  • anuvilokayet : nehme man wahr („betrachte“, anu + vi + lok)
  • tataḥ : dann (Tatas)     || 384 ||

Kommentar

Man könnte von drei Schritten auf dem spirituellen Weg sprechen.
Der erste Schritt wäre das Läutern des Gemüts.
Der zweite Schritt wäre, das Gemüt zur Ruhe zu bringen.
Der dritte Schritt wäre, nur noch das vollendete Selbst zu schauen.
Und da Shankara in der letzten Zeit so viel davon gesprochen hat, dich zu lösen, will ich noch einmal vom Läutern sprechen. Läutern des Gemüts sind nach Patanjalis Yoga Sutra die fünf Yamas:

Nicht-Verletzen
Nicht-Lügen
Nicht-Stehlen
Vermeiden sexuellen Fehlverhaltens
Unbestechlichkeit

So läuterst du dein Gemüt. Du magst das heute in besonderem Maße tun. Und vielleicht achtest du heute besonders auf Ahimsa. In einem der vorigen Versen hat er ja auch über die Rede gesprochen und damit auch über Satya. Läutern des Gemüts heißt, auch verankert in Ahimsa zu sein. Bemühe dich heute, niemanden zu verletzen. Zum einen iss so, dass durch dein Essen niemand geschädigt wird. Iss also kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Eier.
Iss sattvig. Dann gehe so mit anderen, um als wären sie dein eigenes Selbst und sei dir bewusst, dass der andere dein eigenes Selbst ist. Übe Maitri Bhava, liebevolle Güte, Mitgefühl. Tue etwas für andere und tue nicht so viel für dich selbst. Das sind alles Aspekte von Ahimsa und Maitri.
Um dich selbst zu läutern, mache heute Ahimsa und Maitri zu deinem Thema. Maitri, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, uneigennützige Nächstenliebe, Ahimsa, Nicht-Verletzen, Vermeidung von Sprachen und Vorgehensweisen, die einen anderen Menschen schaden können. Nimm dir das vor. So läuterst du dich.

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