Viveka Chudamani – Vers 457

Deutsche Übersetzung:

457. Er hat kein Verlangen danach zu beweisen, dass die unrealen Objekte real sind, noch hält er die Traumwelt aufrecht. Wenn er noch an unrealen Gegenständen haftet, ist er noch nicht wirklich vom Schlaf erwacht.

Sanskrit Text:

na tasya mithyārtha-samarthanecchā
na saṃgrahas taj-jagato’pi dṛṣṭaḥ |
tatrānuvṛttir yadi cen mṛṣārthe
na nidrayā mukta itīṣyate dhruvam || 457 ||

न तस्य मिथ्यार्थसमर्थनेच्छा
न संग्रहस्तज्जगतो ऽपि दृष्टः |
तत्रानुवृत्तिर्यदि चेन्मृषार्थे
न निद्रया मुक्त इतीष्यते ध्रुवम् || ४५७ ||

na tasya mithyartha-samarthanechchha
na sangrahas taj-jagato’pi drishtah |
tatranuvrittir yadi chen mrisharthe
na nidraya mukta itishyate dhruvam || 457 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • na : nicht (Na)
  • tasya : (bei) einem solchen (Erwachten, Tad)
  • mithyārtha-samarthanecchā : (besteht) der Wunsch (Ichchha) nach einer Bestätigung (Samarthana) dieser unwirklichen (Mithya) Dinge (Artha)
  • na : nicht
  • saṃgrahaḥ : das Behalten(wollen), Genießen (Sangraha)
  • taj-jagataḥ : seiner (Tad) Welt (der Träume, Jagat)
  • api : auch (Api)
  • dṛṣṭaḥ : wird beobachtet („gesehen“, Drishta)
  • tatra : zu diesen (Tatra)
  • anuvṛttiḥ : eine Zuwendung („Nachgehen“ seinerseits besteht, Anuvritti)
  • yadi cet : wenn (weiterhin, Yadi Ched)
  • mṛṣārthe : unwirklichen (Mithya) Dingen (Artha)
  • na : nicht
  • nidrayā : vom Schlaf (Nidra)
  • muktaḥ : erlöst, befreit (Mukta)
  • iti : als („so“, Iti)
  • iṣyate : er wird betrachtet (iṣ)
  • dhruvam : gewiss, jedenfalls (Dhruva)     || 457 ||

Kommentar

Ist es dir vielleicht vor kurzem so gegangen, dass du gescheitert bist? Etwas gründlich kaputt gegangen ist? Etwas, was du aufgebaut hast, nicht richtig funktioniert hat? Wie solltest du damit umgehen? Shankara schreibt im Viveka Chudamani:
„Er hat kein Verlangen danach zu beweisen, dass die unrealen Objekte real sind, noch hält er die Traumwelt aufrecht. Wenn er noch an unrealen Gegenständen haftet, ist er noch nicht wirklich vom Schlaf erwacht.“
Mit anderen Worten: Mache dir keine Sorgen, wenn Dinge schiefgehen! Diese Welt ist letztlich eine Traumwelt. Es spielt keine allzu große Rolle. Ob Dinge gutgehen oder schlechtgehen, das ist nicht so erheblich. Tue das, was zu tun ist, so gut wie du kannst mit Engagement. Aber identifiziere dich nicht damit! Es ist nicht so wichtig. Du bist das unsterbliche Selbst. Du bist der Atman und alles, was in dieser Welt ist, ist irgendwann vorbei. Mache dir nicht so viele Sorgen darum!

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