Viveka Chudamani – Vers 525

Deutsche Übersetzung:

525. Oh du große Seele/ Edler, indem du überall das Selbst siehst, dich als nicht- duale Selbst kontemplierst/ nachdenkst, nutze deine Zeit, um die Freude des Selbst zu genießen.

Sanskrit Text:

svam eva sarvathā paśyan manyamānaḥ svam advayam |
svānandam anubhuñjānaḥ kālaṃ naya mahā-mate || 525 ||

स्वमेव सर्वथा पश्यन्मन्यमानः स्वमद्वयम् |
स्वानन्दमनुभुञ्जानः कालं नय महामते || ५२५ ||

svam eva sarvatha pashyan manyamanah svam advayam |
svanandam anubhunjanah kalam naya maha-mate || 525 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • svam : das Selbst (Sva)
  • eva : nur, allein (Eva)
  • sarvathā : unter allen Umständen (Sarvatha)
  • paśyan : betrachtend (paś)
  • manyamānaḥ : wahrnehmend (man)
  • svam : (dich) selbst (Sva)
  • advayam : (als) nicht-dual (Advaya)
  • svānandam : die Glückseligkeit (Ananda) das Selbst (Sva)
  • anubhuñjānaḥ : indem du genießt („genießend“, anu + bhuj)
  • kālam : die Zeit (Kala)
  • naya : verbringe ( )
  • mahā-mate : oh du Kluger (Mahamati)     || 525 ||

Kommentar

Hier will uns Shankara auffordern, immer wieder nachzudenken über das Selbst und das Brahman. Ich weiß, dass er sich immer wieder wiederholt, aber die Wiederholungen sind notwendig. Wir müssen uns immer wieder daran erinnern. Nicht umsonst werden ja auch die Werbeanzeigen wieder und wieder geschaltet. Nicht umsonst gibt es die gleichen Plakate und die gleichen Slogans wieder und wieder. Man muss erinnert werden. Vieles andere erinnert dich. Aber vor allen Dingen diese Hörsendung, dieser Podcast, diese Rezitationen der Verse des Viveka Chudamani sollen dich immer wieder erinnern und ermutigen. Denke über deine wahre Natur nach. Du bist das unsterbliche Selbst, der Atman. Denke darüber nach, handle danach, verwirkliche es, wieder und wieder.

Es gibt nicht nur die große Meditation. Es ist wichtig, dass du täglich meditierst und zum Beispiel, wenn du die Mantra Meditation übst, auch während der Mantra Meditation ein paar Momente innehältst, tief nach Innen gehst und dein Selbst erfährst. Einen Moment halte inne und nimm wahr, was du wahrnehmen kannst. Dann löse dich vom Wahrnehmbaren und gehe nach innen, du bist das Selbst.
Wenn du Asanas übst, bleibe einen Moment in der Stellung, gehe tief nach innen. Spüre, dass da der Körper ist! Er ist in der Asana. Spüre den Atem, der abläuft! Spüre das Prana, die Lebensenergien! Aber dann sei dir bewusst: Ich bin das unsterbliche Selbst, der Atman. Ich bin der, der alles wahrnimmt.
Genieße die Freude des Selbst.
Wenn du Pranayama übst, dann achte darauf, dass du bei Kapalabhati feste ausatmest, schicke dein Prana in die verschiedenen Körperregionen. Wiederhole Mantras oder Affirmationen aber zwischendurch halte auch inne und spüre die Freude des Selbst. Wenn du Mantras singst, dann singe die Mantras mit Enthusiasmus, singe für Gott. Bitte Gott um Hilfe! Spüre dein Herz! Zwischendurch halte inne und spüre die Freude des Selbst. Wenn du mit anderen sprichst, dann sprich mit anderen. Überlege, wie du klug auf sie eingehen kannst, höre ihnen zu, sage deine Punkte gut. Aber zwischendurch stelle Herz-zu-Herz-Verbindungen her. Spüre das Selbst in dem anderen und in dir.

Wenn du deine Arbeit tust, Computerarbeit, Haushalt, wenn du putzt oder dich um Patienten kümmerst, tue das. Zwischendurch bei Wartezeiten oder zwischen zwei Handlungen gehe nach innen, spüre das Selbst. Gehe nach innen, spüre das Selbst. Dehne deine Bewusstheit aus, spüre das Selbst. Mache Herzensverbindungen mit einem oder mehreren Menschen oder der Natur. Spüre das Selbst immer wieder. Die Erfahrung des Selbst ist nicht nur da, wenn du einmal im Ashram bist. Da ist sie natürlich besonders spürbar, aber sie ist auch im Alltag, zum Beispiel gerade jetzt erfahrbar.

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