Viveka Chudamani – Vers 513

Deutsche Übersetzung:

513. Ich bin fürwahr das nicht-duale Absolute, subtil, ohne Anfang und Ende wie der Himmel, in dem dieses Universum vom Unsichtbaren bis zum Grobstofflichen nur als Trugbild erscheint – wahrlich, dieses nicht-duale Brahman bin ich.

Sanskrit Text:

avyaktādi-sthūla-paryantam etad
viśvaṃ yatrābhāsa-mātraṃ pratītam |
vyoma-prakhyaṃ sūkṣmam ādy-anta-hīnaṃ
brahmādvaitaṃ yat tad evāham asmi || 513 ||

अव्यक्तादिस्थूलपर्यन्तमेतद्
विश्वं यत्राभासमात्रं प्रतीतम् |
व्योमप्रख्यं सूक्ष्ममाद्यन्तहीनं
ब्रह्माद्वैतं यत्तदेवाहमस्मि || ५१३ ||

avyaktadi-sthula-paryantam etad
vishvam yatrabhasa-matram pratitam |
vyoma-prakhyam sukshmam ady-anta-hinam
brahma-dvaitam yat tad evaham asmi || 513 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • avyaktādi-sthūla-paryantam : von („angefangen mit“, Adi) der nichtmanifesten (Urnatur, Avyakta) bis zum („endend mit“, Paryanta) grobstofflichen (Körper, Sthula)
  • etat : dieses (Etad)
  • viśvam : Universum (Vishva)
  • yatra : in dem (Yatra)
  • ābhāsa-mātram : als bloßer (Matra) Schein (Abhasa)
  • pratītam : wahrgenommen wird (Pratita)
  • vyoma-prakhyam : dem Himmel (Vyoman) vergleichbar (Prakhya)
  • sūkṣmam : feinstofflich, subtil (Sukshma
  • ādy-anta-hīnam : ohne (Hina) Anfang und Ende (Adyanta)
  • brahma : Absolute (Brahma)
  • advaitam : nicht-duale (Advaita)
  • yat : dieses („welches“, Yad)
  • tat : das (Tad)
  • eva : nur (Eva)
  • aham : ich (Aham)
  • asmi : bin (Asmi)     || 513 ||

Kommentar

Bist du jetzt vielleicht in einem Alter, in dem dein Kind oder deine Kinder aus dem Haus gehen werden? Bist du vielleicht jemand, der oder die vorher sehr engagierte Mutter oder Vater war und sich darüber sehr stark definiert hat? Du weißt jetzt nicht, was passieren wird, was sein wird? Vielleicht sind deine Kinder auch schon aus dem Haus und alles fühlt sich leer an?
Wie kannst du damit umgehen vom Vedanta Standpunkt aus. Lasst uns hören, was Shankara im 513. Vers des Viveka Chudamani sagt:

„Ich bin fürwahr das nicht-duale Absolute, subtil, ohne Anfang und Ende wie der Himmel, in dem dieses Universum vom Unsichtbaren bis zum Grobstofflichen nur als Trugbild erscheint – wahrlich, dieses nicht-duale Brahman bin ich.“

Mit anderen Worten: Ob deine Kinder jetzt Zuhause sind oder woanders sind, ist egal, denn du bist das unsterbliche Selbst. Ob du dich jetzt besonders großartig fühlst oder nicht, du bist das unsterbliche Selbst. Du bist der Atman, reines, unsterbliches Selbst.
Die Psyche mag durch Zustände gehen und auf die Umstände reagieren. Identifiziere dich nicht damit. Du kannst auch zu dir selbst sprechen:
„Auf der einen Seite bin ich etwas traurig und weiß nicht wie es weiter geht. Auf der einen Seite gibt es eine gewisse Hohlheit, Leerheit, Sinnlosigkeit, weil das Haus jetzt so leer ist. Aber in der Tiefe meiner Seele bin ich jetzt und in jedem Moment SeinWissenGlückseligkeit. In der Tiefe meines Wesens ist alles, was ich brauche. An der Oberfläche gibt es jetzt eine Übergangszeit und das ist ganz natürlich, aber in der Tiefe meines Wesens ist Sein-Wissen-Glückseligkeit. Nichts kann mir etwas ausmachen.“

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