Viveka Chudamani – Vers 550

Deutsche Übersetzung:

550. Der Körper des Befreiten ist wie die abgestreifte Haut einer Schlange, die zurückbleibt. Sie wird von der Kraft des Prana bewegt, so wie es ihm gefällt.

Sanskrit Text:

ahir nirvlayanīṃ vāyaṃ muktvā dehaṃ tu tiṣṭhati |
itas tataś cālyamāno yat kiñ-cit prāṇa-vāyunā || 550 ||

अहिर्निर्व्लयनीं वायं मुक्त्वा देहं तु तिष्ठति |
इतस्ततश्चाल्यमानो यत्किञ्चित्प्राणवायुना || ५५० ||

ahir nirvlayanim vayam muktva deham tu tishthati |
itas tatash chalyamano yat kin-chit prana-vayuna || 550 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • ahiḥ : eine Schlange (Ahi)
  • nirvlayanīm : (ihre) abgestreifte Haut (Nirvlayani)
  • vā : wie (Va)
  • ayam : der (Befreite, Ayam)
  • muktvā : der aufgegeben hat („losgelassen habend“, muc)
  • deham : den Körper (Deha)
  • tu : aber (Tu)
  • tiṣṭhati : lebt („weilt“, sthā)
  • itaḥ : hierhin (Itas)
  • tataḥ : (und) dorthin (Atas)
  • cālyamānaḥ : indem er bewegt wird („bewegt werdend“, cal)
  • yat kiñ-cit : in welch geringem Maße auch immer („welches bisschen“, Yad Kinchid)
  • prāṇa-vāyunā : durch den Lebenshauch (PranaVayu)     || 550 ||

Kommentar

Der Befreite hat weiter einen Körper, aber er kümmert sich nicht darum. Der Befreite ist das unsterbliche Selbst, das Selbst aller Wesen. Er hat jetzt noch diesen Körper. Aber so wie die Schlange ihre Haut abgestreift hat, so ähnlich hat auch der Befreite seine Haut abgestreift, seinen physischen Körper abgestreift. Der Körper ist nicht weiter von Relevanz.
Und je nach Karma wird sich der Weise mehr oder weniger um den Körper kümmern. Selbst wenn der Weise sich nicht um den Körper kümmert, die Pranakräfte werden dafür sorgen, dass der Körper weiter funktioniert. Es gibt ja auch die Stufe Padarthabhavani, von der aus der Weise nicht mehr aus eigenem Antrieb etwas mit dem Körper macht. Es gibt Asamshakti, die fünfte der sieben Bhumikas, wo man schon gottverwirklicht ist und irgendwo noch bewusst Dinge tut und weiß, dass das Karma und Dharma ist und es bewusst in Angriff nimmt.
Aber in Padarthabhavani ist praktisch das Gottesbewusstsein so weit, dass der Körper keine allzu große Rolle mehr spielt.
Der Weise identifiziert sich mit allen Wesen und mit allen Köpern. Der Weise identifiziert sich mit dem unendlichen Selbst. Was spielt es für eine Rolle, was mit dem Körper geschieht? Und dann nimmt letztlich Prarabdha Karma die Funktion ein und sorgt dafür, dass der Körper das bekommt, was er braucht. Andere bitten den Körper etwas zu tun und der Körper reagiert und tut es.
Der Körper ist nur noch wie eine Haut, die vom Karma, Prana und den Bitten anderer bewegt wird. Der Weise, die Weise macht selbst nichts mehr.

Denke darüber nach! Das ist deine Zukunft. Deine glorreiche Zukunft – Unendlichkeit, Ewigkeit, Sat-Chid-Ananda, SeinWissenGlückseligkeit.

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