Viveka Chudamani – Vers 351

Deutsche Übersetzung:

351. Genauso unwahr (asattva) sind die Transformationen von Prakriti – vom Ego bis zum grobstofflichen Körper, mit all seinen Sinnesobjekten (vishaya). Sie sind unwirklich, weil sie sich ständig verändern. Aber das Selbst (atman) verändert sich nie.

Sanskrit Text:

tato vikārāḥ prakṛter ahaṃ-mukhā
dehāvasānā viṣayāś ca sarve |
kṣaṇe’nyathā-bhāvitayā hy amīṣām
asattvam ātmā tu kadāpi nānyathā || 351 ||

ततो विकाराः प्रकृतेरहंमुखा
देहावसाना विषयाश्च सर्वे |
क्षणे ऽन्यथाभावितया ह्यमीषा-
मसत्त्वमात्मा तु कदापि नान्यथा || ३५१ ||

tato vikarah prakriter aham-mukha
dehavasana vishayash cha sarve |
kshane’nyatha-bhavitaya hy amisham
asattvam atma tu kadapi nanyatha || 351 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tataḥ : deshalb (Tatas)*
  • vikārāḥ : (sind) die Modifikationen (Vikara)
  • prakṛteḥ : der Urnatur (Prakriti)
  • ahaṃ-mukhāḥ : vom („zum Anfang habend“, Mukha) Ego (Aham)
  • dehāvasānāḥ : bis („als Ende habend“, Avasana) zum grobstofflichen Körper (Deha)
  • viṣayāḥ : Sinnesobjekte (nicht real*, Vishaya)
  • ca : und (Cha)
  • sarve : alle (Sarva)
  • kṣaṇe : in (jedem) Moment (Kshana)
  • anyathā-bhāvitayā : („anders“, Anyatha) weil sie veränderlich sind („werden“, Bhavin)
  • hi : ja (Hi)
  • amīṣām : (ergibt sich) ihre (Adas)
  • asattvam : Unwirklichkeit („Nichtsein“, Asattva)
  • ātmā : das Selbst (Atman)
  • tu : aber, jedoch (Tu)
  • kadāpi : zu irgend einer Zeit („wann es auch sei“, Kadapi)
  • na : (ist) nicht (Na)
  • anyathā : veränderlich („anders“, Anyatha)     || 351 ||

*Anmerkung: Der erste Halbvers setzt den im vorangehenden Vers (350) begonnenen Satz fort.

Kommentar

Vom Ego bis zum grobstofflichen Körper ist alles Prakriti. Prakriti ist die Natur und die Prakriti ist der Veränderung unterworfen. Das gilt es auch anzunehmen. Es gibt die Wechselfälle des Lebens. Der Körper ist mal gesünder, mal kränker und selbst wenn du chronische Schmerzen hast, dann bleiben die chronischen Schmerzen nicht immer gleich. Und selbst wenn du immer gesund bist, dann gibt es Zeiten, in denen du dich wohl in deiner Haut fühlst und Zeiten, in denen du dich weniger wohl fühlst. Dein Geist ist mal klar und mal weniger klar. Mal hast du mehr Freude, mal mehr Leid, mal mehr Enthusiasmus, mal weniger. Alles kommt und geht. Du kannst das beobachten und dann kannst du dich davon lösen. Auch die Sinnesobjekte ändern sich. Mal sind Menschen freundlicher zu dir, mal weniger freundlich. Mal reagierst du auf die Freundlichkeit deiner Mitmenschen so und mal so. Mal gibt es etwas Besseres zu Essen, mal weniger Gutes. Letztlich spielt es keine Rolle. Das Selbst, der Atman verändert sich nie. Alles andere akzeptiere und sei dir bewusst, dass es sich ändert. Halte nicht fest an dem, was sich sowieso ändert und habe keine Angst, dass das, was du nicht magst, dauerhaft kommt. Die Welt ist in Veränderung begriffen. Nimm das an. Akzeptiere es. Lebe danach.

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