Viveka Chudamani – Vers 279

Deutsche Übersetzung:

279. Wisse mit Sicherheit: dein Prarabdha Karma wird deinen Körper für dieses Dasein am Leben erhalten! Bleib beständig, ausdauernd und entschlossen um die Projektionen auf das Selbst zu beseitigen/ aufzulösen!

Sanskrit Text:

prārabdhaṃ puṣyati vapur iti niścitya niścalaḥ |
dhairyam ālambya yatnena svādhyāsāpanayaṃ kuru || 279 ||

प्रारब्धं पुष्यति वपुरिति निश्चित्य निश्चलः |
धैर्यमालम्ब्य यत्नेन स्वाध्यासापनयं कुरु || २७९ ||

prarabdham pushyati vapur iti nishchitya nishchalah |
dhairyam alambya yatnena svadhyasapanayam kuru || 279 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • prārabdham : das im aktuellen Leben wirkende („begonnene“, PrarabdhaKarma)
  • puṣyati : erhält („nährt“, puṣ)
  • vapuḥ : den Körper (Vapus)
  • iti : dass („so“, Iti)
  • niścitya : in der Gewissheit („Gewissheit erlangt habend“, nis + ci)
  • niścalaḥ : (bleibe) beständige („unwandelbar“, Nishchala)
  • dhairyam : Mut, Unerschrockenheit (Dhairya)
  • ālambya : mit („ergriffen habend“, ā + lamb)
  • yatnena : eifrig (Yatna)
  • svādhyāsāpanayam : die Beendigung („Vertreibung“, Apanaya) der falschen Identifikationen („Übertragung“, Adhyasa) des Selbst (Sva)
  • kuru : bewirke (kṛ)     || 279 ||

Kommentar

Manchmal stellen Menschen sich eine Frage. Die Frage könnte lauten: Was ist denn, wenn ich mich ganz auf das Selbst konzentriere? Heißt das dann, dass ich mich nicht um meinen Körper kümmere? Heißt das vielleicht, dass dann vieles schief gehen würde? Müsste ich mich nicht um mich selbst kümmern? Ist es nicht klug sich Sorgen zu machen? Ist es nicht weltfremd was Shankara da sagt? Soll man sich nicht um die Projektionen kümmern?
Shankara sagt hier sehr klar, dass du dich nicht darum kümmern musst, dass dein Körper erhalten bleibt. Prarabdha Karma wird dafür sorgen, dass der Körper weiter funktioniert. Das ist so ähnlich wie es auch Jesus gesagt hat: „Strebe zuerst nach dem Königreich Gottes, dann wird dir alles andere direkt zufallen.“ (Matthäus 6,33) und Jesus hat weiterhin gesagt: „Sieh die Vögel auf den Feldern, sie säen nicht, sie ernten nicht und der himmlische Vater nähret sie doch.“ (Matthäus 6,26) oder „Schaue die Lilien und die Tulpen auf den Feldern, selbst Salomon in all seiner Pracht hatte kein so schönes Kleid wie sie.“
In diesem Sinne kannst du wissen, Karma, Prarabdha Karma kümmert sich darum, dass du bekommst, was du willst, was du brauchst. Du musst nicht so viel Energie damit verschwenden zu überlegen, wie du deinen Lebensunterhalt fristest. Wenn dein Prarabdha Karma sagt, dass dein Körper länger lebt, dann wird er erhalten werden. Wenn dein Prarabdha Karma sagt, dass du beruflich vorankommen wirst, dann wird das geschehen.
Wenn das Prarabdha Karma sagt, dass du arbeitslos werden sollst, dann wirst du es.
Erfülle trotzdem deine Pflicht. Mache das, was zu tun ist. Zu deinem Prarabdha Karma kommt auch Dharma (Aufgaben) dazu. Diese gilt es auch zu erledigen und nicht, dass du durch Nachlässigkeit ein neues Karma schaffst. Aber wenn du das tust, was zu tun ist, vielleicht mit Pflichtbewusstsein, vielleicht mit Freude, dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Sorgen sind überflüssig. Mache das, was zu tun ist, so gut du kannst und lasse los. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Es wird geschehen, was geschehen soll. Du könntest es bhaktimäßig ausdrücken und sagen: „Oh Gott, dein Wille geschehe. Oder Oh Gott, es geschieht, was geschehen soll. Lass mich wissen, was du von mir willst.“ Und dann tue, was zu tun ist, aber sorge dich nicht.

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