Viveka Chudamani – Vers 459

Deutsche Übersetzung:

459. Der Körper ist von prarabdha geformt worden. Daher betrachte prarabdha als etwas, das zum Körper gehört. Aber es gibt keinen Grund, es dem Selbst zuzuordnen, da das Selbst ohne Anfang ist und niemals als Ergebnis vergangener Handlungen erschaffen wurde.

Sanskrit Text:

karmaṇā nirmito dehaḥ prārabdhaṃ tasya kalpyatām |
nānāder ātmano yuktaṃ naivātmā karma-nirmitaḥ || 459 ||

कर्मणा निर्मितो देहः प्रारब्धं तस्य कल्प्यताम् |
नानादेरात्मनो युक्तं नैवात्मा कर्मनिर्मितः || ४५९ ||

karmana nirmito dehah prarabdham tasya kalpyatam |
nanader atmano yuktam naivatma karma-nirmitah || 459 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • karmaṇā : durch Handlung (Karman)
  • nirmitaḥ : wurde erschaffen, bewirkt (Nirmita)
  • dehaḥ : der Körper (Deha)
  • prārabdham : das im aktuellen Leben wirkende („begonnene“, PrarabdhaKarma)
  • tasya : diesem (Körper, Tad)
  • kalpyatām : möge zugeordnet werden („zuteil werden“, kḷp)
  • na : (aber) nicht (Na)
  • anādeḥ : in bezug auf das anfangslose (Anadi)
  • ātmanaḥ : Selbst (Atman)
  • yuktam : (ist das) richtig, angemessen (Yukta)
  • na : nicht
  • eva : gewiss (Eva)
  • ātmā : das Selbst (Atman)
  • karma-nirmitaḥ : wurde durch Handlung (Karman) erschaffen, bewirkt (Nirmita)    || 459 ||

Kommentar

Dein Körper kommt vom Karma her. Es gibt verschiedene Aspekte des Karmas. Ich hatte schon mal im Rahmen dieser Vortragsreihe bei ein paar Versen zuvor gesprochen über die fünf Untergesetze des Karmas.
Man kann auch sagen, dass es den fünffachen Sinn im Leben gibt. Davon schreibt Patanjali im zweiten Kapitel des Yoga Sutra oder zumindest deutet er es an. Das Konzept fünffacher Sinn des Lebens habe ich daraus gezogen.

Der höchste Sinn des Lebens ist die Gottverwirklichung. Was immer kommt, hilft dir zur Gottverwirklichung zu kommen. Um dorthin zu kommen, gibt es noch vorrübergehende Sinnkontexte. Ein Sinnkontext von dem, was kommt ist, dass du lernst. Daher lerne von dem, was kommt.

Der nächste Sinnkontext ist, dass du Erfahrungen machst. Es ist gut Erfahrungen zu machen. In dem du Erfahrungen machst, wächst du.

Ein weiterer Grund ist, dass du die Kräfte, die in dir sind oder die du in der Prakriti erkennst und erfährst, verwirklichst. Daher lebe ein intensives Leben, nutze deine Kräfte, nutze deine Fähigkeiten.

Der fünfte Grund ist, dass du deine Missionen, deine Aufgaben erfüllst. In dieser relativen Welt hast du eine gewisse Aufgabe.
Und auf all diese Weisen hast du diesen Körper. Du hast diesen Körper, um Gott zu verwirklichen. Daher konzentriere dich darauf. Konzentriere dich auf die Gottverwirklichung.

Als Zweites hast du diesen Körper, um etwas zu lernen. Daher lerne bewusst. Sei gierig, etwas zu lernen! Wolle etwas lernen! Handle so, als ob es dir ums Lernen geht!

Als Drittes geht es darum, Erfahrungen zu machen. Der Körper gibt dir Erfahrungen. Die Erfahrungen sind solche, damit du daran lernst. Der Körper gibt dir manchmal schmerzhafte Erfahrungen und manchmal schöne Erfahrungen. Manchmal gibt er dir sinnliche Erfahrungen. Geh davon aus, dass du den Körper hast, der dir genau die Erfahrungen gibt, die du brauchst. Du bist auch da, um deine Fähigkeiten und Kräfte zu entfalten. Daher nutze den Körper, um die Kräfte und Fähigkeiten zu entfalten. Nutze den Körper um Fähigkeiten zu entwickeln. Nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern auch geistige Fähigkeiten.

Und schließlich hast du mit diesem Körper auch bestimmte Aufgaben im Leben. Daher erfülle diese Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen. Der Körper ist so dem Karma unterworfen und mit deinem Körper kannst du dem Karma gerecht werden. Aber das Selbst ist vom Karma nicht berührt. Daher mache dir nicht so viele Sorgen, ob du dein Karma immer gut erfüllst. Im Höchsten spielt es keine wirkliche Rolle.

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