Viveka Chudamani – Vers 184

Deutsche Übersetzung:

184. Vijnanamayakosha, die Intellektuelle Hülle, die Hülle der Einsicht/ Erkenntnis wird von Intellekt (buddhi) geformt und arbeitet mit den Wahrnehmungsorganen (buddhindriya). Sie tritt als „Handelnder“ in Erscheinung und ist für den Menschen die Ursache für den Kreislauf von Geburt und Tod.

Sanskrit Text:

buddhir buddhīndriyaiḥ sārdhaṃ
sa-vṛttiḥ kartṛ-lakṣaṇaḥ |
vijñāna-maya-kośaḥ syāt
puṃsaḥ saṃsāra-kāraṇam || 184 ||

बुद्धिर्बुद्धीन्द्रियैः सार्धं
सवृत्तिः कर्तृलक्षणः |
विज्ञानमयकोशः स्या-
त्पुंसः संसारकारणम् || १८४ ||

buddhir buddhindriyaih sardham
sa-vrittih kartri-lakshanah |
vijnana-maya-koshah syat
pumsah samsara-karanam || 184 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • buddhiḥ : der Intellekt (Buddhi)
  • buddhīndriyaiḥ : den Wahrnehmungsvermögen (Buddhindriya)
  • sārdham : zusammen mit (Sardha)
  • sa-vṛttiḥ : zusammen mit (Sa) den (geistigen) Modifikationen (Vritti)
  • kartṛ-lakṣaṇaḥ : charakterisiert (von der Vorstellung, Lakshana) des Handelnden (Kartri)
  • vijñāna-maya-kośaḥ : die aus Erkenntnis bestehende Hülle (Vijnanamaya Kosha)
  • syāt : ist („sei“, as)
  • puṃsaḥ : des Menschen (Pums)
  • saṃsāra-kāraṇam : die Ursache (Karana) für den Daseinswandel (Samsara)     || 184 ||

Kommentar

Buddhih – der Intellekt, gemeinsam mit dem Wahrnehmungsvermögen – buddhindriyaih, sardham – zusammen mit sa-vrttih – den geistigen Modifikationen, den geistigen Gedanken, ist kartr-laksanah – charakterisiert von der Vorstellung, der Handelnde zu sein. Dies samsara-karanam ist die Ursache für den Daseinswandel und zwar pumsah – des Menschen.
Es gibt also den Intellekt, und der Intellekt verbindet dich mit deinen Gedanken und mit den indriyas (Sinnesorgane). Der Intellekt (buddhi) ist das Zwischenglied zwischen Selbst und Manas. Manas sind die Gedanken, die Emotionen, alles was vrttih ausmacht. Mit manas bist du verbunden mit dieser Welt. Und was dich dann verbindet mit deinen Gedanken und Emotionen, das ist buddhi – der Intellekt.
Viele Menschen haben die intellektuelle Überzeugung `ich bin die Psyche, ich muss den Gedanken folgen`. Sie denken `mein Glück hängt von der Erfüllung meiner Wünsche ab`. Aber das tut es nicht. Sie denken `ich werde glücklich sein, wenn ich mich liebe`. Aber du musst weder deinen Körper noch deine Psyche lieben.
Du bist das unsterbliche Selbst, das ist alles was du brauchst. Das Selbst musst du lieben. Und du bist das unsterbliche Selbst.
Der Intellekt sorgt also dafür, dass du dich mit dem Körper und der Psyche identifizierst, dass du alle möglichen Vorstellungen davon entwickelst, was du brauchst und was dir noch fehlt, um glücklich zu sein. Überwinde all diese Vorstellungen, dann verwirklichst du das Höchste Selbst.
Oft sind es Glaubenssätze, die Probleme verursachen. Und Glaubenssätze sind etwas, was buddhi macht. Überlege also: Welche tief verankerten Überzeugungen hast du, die dich davon abhalten, deine wahre Natur zu verwirklichen? Welche tiefen Identifikationen führen dich dazu, dass du dich mit Gedanken, Emotionen und dem Körper mehr beschäftigst als notwendig?

Audio

Video

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.