Viveka Chudamani – Vers 387

Deutsche Übersetzung:

387. Von Brahma angefangen bis hin zu einem Grashalm sind alle konditionierten Attribute/ Begrenzungen (upadhis) nichts als unwirklich. Daher sollte man sein eigenes Selbst als (das) eine und einzig existierende Prinzip erkennen.

Sanskrit Text:

brahmādi-stamba-paryantā mṛṣā-mātrā upādhayaḥ |
tataḥ pūrṇaṃ svam ātmānaṃ paśyed ekātmanā sthitam || 387 ||

ब्रह्मादिस्तम्बपर्यन्ता मृषामात्रा उपाधयः |
ततः पूर्णं स्वमात्मानं पश्येदेकात्मना स्थितम् || ३८७ ||

brahmadi-stamba-paryanta mrisha-matra upadhayah |
tatah purnam svam atmanam pashyed ekatmana sthitam || 387 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • brahmādi-stamba-paryantāḥ : von („angefangen mit“, Adi) Gott Brahma bis zu („endend mit“, Paryanta) einem Grasbüschel (Stamba)
  • mṛṣā-mātrāḥ : (sind) nur (Matra) Täuschung („unwahr“, Mrisha)
  • upādhayaḥ : die begrenzenden Attribute (Upadhi)
  • tataḥ : daher, deshalb (Tatas)
  • pūrṇam : vollkommenes (Purna)
  • svam : sein eigenes (Sva)
  • ātmānam : Selbst (Atman)
  • paśyet : erkenne man („betrachte“, paś)
  • ekātmanā : als das, was als das eine (Eka) Selbst (von allem, Atman)
  • sthitam : existiert („übrig bleibt“, Sthita)     || 387 ||

Kommentar

Angenommen du bist in einem Kinofilm und schaust auf die Leinwand. Auf der Leinwand erscheint ganz viel. Es erscheinen Menschen, Orte etc. All das scheint da zu sein. Du identifizierst dich damit. Du lachst, du weinst, du bangst, du freust dich usw. Aber alles Geschehen auf der Leinwand ist nur Illusion. Was nur da ist, ist die Leinwand, Licht und du, der oder die das Ganze beobachtet. Ohne dass du das Ganze beobachtest, wären es nur Licht und Schatten gewesen. Dadurch, dass du es beobachtest, sind die Lichter scheinbar lebendig geworden. Wenn du in einem Kinofilm bist, dann sieht es so aus, als ob du bibberst mit dem Helden. Praktisch wirst du zum Helden in der Kinogeschichte. Du hast keinen Einfluss. Du bibberst, du lachst usw. Alles läuft einfach ab. Ohne dich gäbe es diese ganzen Leute nicht. Es gäbe nur Licht und Schatten. Du bist der einzige, der wirklich wirklich ist in einem Kinofilm. Mache dir das zunächst einmal bewusst! Was wäre ein abgespielter Kinofilm, ohne einen Zuschauer mit dem der Kinofilm lebendig wird.

In diesem Sinne ist es genauso mit dieser Welt. Sie wird nur dadurch lebendig, dass du da bist. Das Bewusstsein, Brahman, dass das Ganze wahrnimmt. Nur du bist in Wirklichkeit wirklich. Alles andere ist nur scheinbar da.

In diesem Sinne lerne, dich von allem Relativen zu lösen. Lerne, dir bewusst zu sein, dass nur das Selbst existiert. Alles andere ist nur scheinbar und vorübergehend.

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