Viveka Chudamani – Vers 381

Deutsche Übersetzung:

381. Ewig scheint dieser Atman, der wesenhafte strahlende Beobachter von allem, immer offenbar in der Hülle des Intellekts. Mache diesen Atman, der sich vom Unwirklichen unterscheidet, zum Ziel Deiner Einkehr, meditiere über Ihn als Dein eigenes Selbst und löse Dich von allen anderen Gedanken.

Sanskrit Text:

eṣa svayaṃ-jyotir aśeṣa-sākṣī
vijñāna-kośe vilasaty ajasram |
lakṣyaṃ vidhāyainam asad-vilakṣaṇam
akhaṇḍa-vṛttyātmatayānubhāvaya || 381 ||

एष स्वयंज्योतिरशेषसाक्षी
विज्ञानकोशे विलसत्यजस्रम् |
लक्ष्यं विधायैनमसद्विलक्षण-
मखण्डवृत्त्यात्मतयानुभावय || ३८१ ||

esha svayam-jyotir ashesha-sakshi
vijnana-koshe vilasaty ajasram |
lakshyam vidhayainam asad-vilaksanam
akhanda-vrittyatmatayanubhavaya || 381 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • eṣaḥ : dieses (Selbst, Etad)
  • svayaṃ-jyotiḥ : (als) der aus sich selbst leuchtende (Svayamjyotis)
  • aśeṣa-sākṣī : Zeuge (Sakshin) von allem (Ashesha)
  • vijñāna-kośe : in der Erkenntnishülle (Vijnanakosha)
  • vilasati : erscheint, zeigt sich (vi + las)
  • ajasram : beständig (Ajasra)
  • lakṣyam : zum Ziel (Lakshya)
  • vidhāya : machend („gemacht habend“, vi + dhā)
  • enam : ihn (Ena)
  • asad-vilakṣaṇam : der verschieden (Vilakshana) vom Unwirklichen (ist, Asat)
  • akhaṇḍa-vṛttyā : in („mit“) einem ungeteilten (Akhanda) Bewusstseinsstrom („Vorgang“, Vritti)
  • ātmatayā : als (dein) Selbst (Atman)
  • anubhāvaya : mache dir bewusst (anu + bhū)     || 381 ||

Kommentar

Ewig scheint dieses Selbst. Mache dir bewusst, dass du im Inneren immer das Selbst bist. Alles, was sich verändert, bist du nicht. Mache dir das heute am Tag immer wieder bewusst.
Gedanken kommen und Gedanken gehen, das Selbst bleibt gleich.
Emotionen kommen und Emotionen gehen, das Selbst bleibt gleich.
Stimmungen kommen und gehen, das Selbst bleibt gleich.
Wahrnehmungen kommen, Wahrnehmungen gehen, das Selbst bleibt gleich.
Mache dir das heute besonders bewusst! Mache dir öfters bewusst, wie Gedanken in deinem Kopf sind und wie sie wieder gehen.
Spüre öfters die Stimmung und sei dir bewusst, dass sie wieder geht. Spüre etwaige Emotionen! Spüre wie sie wieder gehen! Der, der das spürt, bleibt gleich. Das ist der Atman. Und wann immer es dir gelingt den Atman, das Selbst, wahrzunehmen oder dich zu identifizieren, dann bist du in der Freude, in der Wonne.
In diesem Sinne übe diese drei Schritte heute besonders:
Beobachte wie das Wahrnehmbare, Gedanken, Emotionen, Gefühle und Wahrnehmungen kommen und wieder gehen.
Sei dir bewusst, dass sie nicht von Dauer sind, sondern wieder vergehen.
Mache dir bewusst, dass du der Beobachter bist.
Erfahre dich selbst als der Beobachter und erfahre so Freude des Selbst!

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