Viveka Chudamani – Vers 547

Deutsche Übersetzung:

547. Nur wer gebunden ist an den physischen /grobstofflichen Körper und sich mit diesem identifiziert, wird von Glück und Leid, Gut und Böse beeinflusst. Wie können Gutes oder Böses oder deren Auswirkungen auf den Weisen wirken, der sich von seiner Knechtschaft gelöst und sein Selbst als die Wirklichkeit erkannt hat?

Sanskrit Text:

sthūlādi-saṃbandhavato’bhimāninaḥ
sukhaṃ ca duḥkhaṃ ca śubhāśubhe ca |
vidhvasta-bandhasya sad-ātmano muneḥ
kutaḥ śubhaṃ vāpy aśubhaṃ phalaṃ vā || 547 ||

स्थूलादिसंबन्धवतो ऽभिमानिनः
सुखं च दुःखं च शुभाशुभे च |
विध्वस्तबन्धस्य सदात्मनो मुनेः
कुतः शुभं वाप्यशुभं फलं वा || ५४७ ||

sthuladi-sambandhavato’bhimaninah
sukham cha duhkham cha shubhashubhe cha |
vidhvasta-bandhasya sad-atmano muneh
kutah shubham vapy ashubham phalam va || 547 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • sthūlādi-saṃbandhavataḥ : das eine Beziehung (Sambandha) mit dem grobstofflichen Körper (Sthula) usw. (herstellt, Adi)
  • abhimāninaḥ : für das eingebildete (Ego, Abhimanin)
  • sukham : (existieren) Freud (Sukha)
  • ca : und (Cha)
  • duḥkham : Leid (Duhkha)
  • ca : und
  • śubhāśubhe : Glück und Unglück (Shubhashubha)
  • ca : und
  • vidhvasta-bandhasya : für den Bindung (Bandha) aufgehoben („vernichtet“, Vidhvasta) ist
  • sad-ātmanaḥ : der das wahre (Sat) Selbst (erfahren hat, Atman)
  • muneḥ : für einen Weisen (Muni)
  • kutaḥ : woher (Kutas)
  • śubham : (kämen) Glück
  • vā : oder (Va)
  • api : auch (Api)
  • aśubham : Unglück
  • phalam : (deren) Auswirkungen („Früchte“, Phala)
  • vā : oder     || 547 ||

Kommentar

Hast du gerade eine Pechsträhne und Dinge gehen schief oder laufen nicht so, wie du es dir vorstellst? Hast du einiges in die Wege geleitet und es klappt nicht so, wie du es gerne hättest? Was könntest du tun?

Lausche den Worten von Shankara im 547. Vers des Viveka Chudamani. Shankara sagt: „Nur wer gebunden ist an den physischen /grobstofflichen Körper und sich mit diesem identifiziert, wird von Glück und Leid, Gut und Böse beeinflusst. Wie können Gutes oder Böses oder deren Auswirkungen auf den Weisen wirken, der sich von seiner Knechtschaft gelöst und sein Selbst als die Wirklichkeit erkannt hat?“

Wenn du also unter Unglück leidest, ist nicht das Unglück dein Unglück, sondern deine Identifikation. Wenn du also gerade in Problemen bist und darunter leidest, dann schimpfe nicht über das unglückliche Schicksal sondern sei dir bewusst, dass da Identifikation ist. Sei dir bewusst, dass du die Identifikation ändern solltest. Bemühe dich die Identifikation zu ändern. Bemühe dich die Identifikation zu überwinden. Sage dir: Ich bin das unsterbliche Selbst, der Atman. Anstatt dir Sorgen um dein Unglück zu machen, mache dir mehr Sorgen darüber, dass du dir Sorgen machst und dass du darunter leidest. Du bist das unsterbliche Selbst. Letztlich brauchst du für dein Glück herzlich wenig. Solange du ein Dach über deinem Kopf hast und genug zu essen hast, ist schon genügend da. Alles andere ist Zugabe. Und selbst wenn du mal kein Dach über dem Kopf haben würdest, ist das nicht weiter tragisch. Du bist nicht der Körper. Und selbst wenn der Körper friert, ist das nicht so tragisch.
Selbst wenn du eine schwere Krankheit hast, wenn du befürchten musst, dass du aus der Krankheit nicht mehr herauskommen würdest, dann ist das nicht so tragisch. Du bist nicht der Körper. Mache dich nicht abhängig vom Körper, von Sukha und Duhkha, Vergnügen und Schmerz. Mache dich nicht abhängig von Subha und Ashubha, d.h. Glück oder Pech.
Mache dich nicht abhängig von Erfolg oder Misserfolg. Du bist das unsterbliche Selbst, der Atman. Danach strebe. Das ist wichtiger als nach Erfolg und Glück zu streben.

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