Viveka Chudamani – Vers 505

Deutsche Übersetzung:

505. Auch wenn der Schatten eines Menschen Hitze, Kälte, Angenehmem oder Unangenehmem ausgesetzt ist, wird es den Menschen, der vom Schatten verschieden ist, nicht im Geringsten beeinflussen.

Sanskrit Text:

chāyayā spṛṣṭam uṣṇaṃ vā śītaṃ vā suṣṭhu duḥṣṭhu vā |
na spṛśaty eva yat kiñ-cit puruṣaṃ tad-vilakṣaṇam || 505 ||

छायया स्पृष्टमुष्णं वा शीतं वा सुष्ठु दुःष्ठु वा |
न स्पृशत्येव यत्किञ्चित्पुरुषं तद्विलक्षणम् || ५०५ ||

chhayaya sprishtam ushnam va shitam va sushthu duhshthu va |
na sprishaty eva yat kin-chit purusham tad-vilakshanam || 505 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • chāyayā : (einen) am Schatten (Chhaya)
  • spṛṣṭam : berührten (Menschen, Sprishta)
  • uṣṇam : Warmes (Ushna)
  • vā : oder (Va)
  • śītam : Kaltes (Shita)
  • vā : oder
  • suṣṭhu : auf angenehme Weise (Sushthu)
  • duḥṣṭhu : auf unangenehme Weise (Duhshthu)
  • vā : oder
  • na : nicht (Na)
  • spṛśati : berührt (spṛś)
  • eva : gewiss (Eva)
  • yat kiñ-cit : in welch geringem Maße auch immer („welches bisschen“, Yad Kinchid)
  • puruṣam : den (Wesenskern des) Menschen (Purusha)
  • tad-vilakṣaṇam : der von ihm (Tad) verschieden ist (Vilakshana)     || 505 ||

Kommentar

Bist du vielleicht in einer Situation, wo dir ein bestimmter Mensch oder eine Gruppe von Menschen Vorwürfe machen? Wenn Menschen sagen, es ist ganz schlimm? Du willst dich verteidigen, kannst es aber nicht? Du fühlst dich ganz schlecht behandelt? Was kannst du tun?

Lasst uns hören, was Shankara im 505. Vers des Viveka Chudamani dazu sagt:

chāyayā spṛṣṭam uṣṇaṃ vā śītaṃ vā suṣṭhu duḥṣṭhu vā |
na spṛśaty eva yat kiñ-cit puruṣaṃ tad-vilakṣaṇam || 505 ||

„Auch wenn der Schatten eines Menschen Hitze, Kälte, Angenehmen oder Unangenehmen ausgesetzt ist, wird es den Menschen, der vom Schatten verschieden ist, nicht im Geringsten beeinflussen.“

Der Schatten eines Menschen ist Hitze, Kälte, Unangenehmen, Angenehmen ausgesetzt. Dem Schatten macht es nichts aus. Angenommen jemand tritt auf den Schatten: Was macht es dem Menschen aus?
Angenommen jemand macht ein Feuer auf deinen Schatten: Es macht dir nichts aus.
Angenommen jemand schüttet Wasser auf deinen Schatten aus: Es macht dir nichts aus.
Angenommen jemand schießt Pfeile auf deinen Schatten: Das macht dir nichts aus.
In diesem Sinne bist du das unsterbliche Selbst, der Atman. Körper und Psyche sind wie dein Schatten. Du bist es nicht wirklich. Wenn Menschen dir Vorwürfe machen, dann machen sie nicht dir Vorwürfe, denn dein Selbst ist unendlich. Sie machen Vorwürfe dem, was der Körper getan hat und das ist dein Schatten. Aber du bist es nicht. Lasse dich davon nicht zu sehr beeindrucken. Tue, was du tun kannst und wenn du dich verbessern kannst, verbessere dich. Aber dein wahres Glück hängt nicht von deinem Schatten ab. Deine wahre Verwirklichung hat nichts mit deinem Körper zu tun. Gesundheit und Krankheit sind eine Sache, Glück ist eine andere Sache. Sich gekränkt fühlen wegen Vorwürfen betrifft die Manomaya Kosha. Das bist du nicht. Du bist das unsterbliche Selbst, der Atman und wenn du trotzdem irgendwo mitgenommen bist, dann erkenne das wertschätzend an.
Du kannst sagen: „Auf der emotionalen Ebene ist es Gekränktheit und dafür gibt es gute Gründe. Wie der mit mir gesprochen hat, ist nicht okay. Aber in der Tiefe meines Wesens bin ich jetzt und in jedem Moment Sat-Chid-Ananda, SeinWissenGlückseligkeit. Nichts kann mich davon abhalten, das zu erfahren und auch der, der mich scheinbar gekränkt hat in der Tiefe meines Wesens, ist Sat-Chid-Ananda. In Wahrheit sind wir alle eins.“

Setze das praktisch um! Lerne, das zu spüren! Zunächst vergegenwärtige dir das. Sprich in vedantischen Terminologien. Sage dir Affirmationen und dann verwirkliche es.

Audio

Video

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.