Viveka Chudamani – Vers 266

Deutsche Übersetzung:

266. Brahman, die höchste, wahre, non-duale Wirklichkeit – verschieden vom Sichtbaren und Unsichtbaren – liegt in der Tiefe/wörtlich: in der Höhle von Buddhi. Für denjenigen, der in dieser Höhle als Brahman lebt/wohnt, gibt es keine Wiedergeburt.

Sanskrit Text:

buddhau guhāyāṃ sad-asad-vilakṣaṇaṃ
brahmāsti satyaṃ param advitīyam |
tad-ātmanā yo’tra vased guhāyāṃ
punar na tasyāṅga-guhā-praveśaḥ || 266 ||

बुद्धौ गुहायां सदसद्विलक्षणं
ब्रह्मास्ति सत्यं परमद्वितीयम् |
तदात्मना यो ऽत्र वसेद् गुहायां
पुनर्न तस्याङ्गगुहाप्रवेशः || २६६ ||

buddhau guhayam sad-asad-vilakshanam
brahmasti satyam param advitiyam |
tad-atmana yo’tra vased guhayam
punar na tasyanga-guha-praveshah || 266 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • buddhau : im Intellekt (Buddhi)
  • guhāyām : im Herzen („Höhle“, Guha)
  • sad-asad-vilakṣaṇam : verschieden (Vilakshana) vom Manifesten („Seienden“, Sat) und Unmanifesten („Nichtseienden“, Asat)
  • brahma : das Absolute (Brahman)
  • asti : ist (Asti)
  • satyam : Wirklichkeit (Satya)
  • param : die höchste (Para)
  • advitīyam : unermessliche („ohnegleichen“, Advitiya)
  • tad-ātmanā : als (Atman) dieses (Absolute, Tad)
  • yaḥ : wer (Yad)
  • atra : hier (Atra)
  • vaset : verweilt, wohnt (vas)
  • guhāyām : in dieser Höhle
  • punaḥ : noch einmal („wieder“, Punar)
  • na : nicht (Na)
  • tasya : dem (wiederfährt, Tad)
  • aṅga-guhā-praveśaḥ : der Eintritt (Pravesha) in die Körper-Höhle (AngaGuha)    || 266 ||

Kommentar

Param (die Höchste) Satya (Wirklichkeit) asti (ist) in guhayam (in der Höhle, in der Tiefe von dir). Sie ist in der Höhle des Intellekts (Buddhi) und sie ist verschieden (vilakshana) vom Manifesten („Seiendem, Sat) und vom Unmanifesten (Asat). Tad-atmana, dieser Atman ist advitiyam (unermesslich, ohnegleichen) und wer hier ( yad atra) verweilt (yaset) in dieser Höhle (guhayam), wird nicht noch einmal (na punah) tasya (wiedergeboren).
In diesem Sinne gehe in die Tiefe deines Selbst. Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Selbst zu erfahren. Du kannst dein Bewusstsein ausdehnen und in die Unendlichkeit gehen.
Du kannst sagen, dass du überall bist.
Du kannst ganz tief nach innen gehen in guha, die Höhle deines Herzens. Vielleicht magst du das jetzt tun. Vielleicht magst du sogar die Augen schließen oder wenn du gerade unterwegs bist, dann lässt du die Augen vielleicht lieber offen und gehst mindestens mit einem Teil deines Wesens in die Tiefe von dir, ganz tief in dich hinein. Da ist das Selbst. Der Körper mag seine Erfahrungen machen, gehe tief in die Mitte. Die Psyche macht ihre Erfahrungen. Gehe ganz tief nach innen. Ganz tief im Inneren gibt es keine Schmerzen, keine Gedanken, keine Wahrnehmungen, kein Tun. Ganz tief im Inneren bleibst du immer gleich. Mache das am heutigen Tag oder morgigen Tag immer wieder. Gehe immer wieder tief nach innen, in das, was bleibt und jenseits ist von allen Sinneswahrnehmungen, Gedanken, Emotionen usw. Tauche ein in die innere Stille, in die innere Höhlung, das, was immer ist.

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