Viveka Chudamani – Vers 428

Deutsche Übersetzung:

428. Erleuchtung bedeutet der non-duale, aus reinem Bewusstsein bestehende Zustand, der in der Einheit des reinen Absoluten und dem reinen Selbst aufgeht. Wessen Erleuchtung beständig ist, gilt als zu Lebzeiten befreit.

Sanskrit Text:

brahmātmanoḥ śodhitayor eka-bhāvāvagāhinī |
nirvikalpā ca cin-mātrā vṛttiḥ prajñeti kathyate |
su-sthitāsau bhaved yasya sthita-prajñaḥ sa ucyate || 428 ||

ब्रह्मात्मनोः शोधितयोरेकभावावगाहिनी |
निर्विकल्पा च चिन्मात्रा वृत्तिः प्रज्ञेति कथ्यते |
सुस्थितासौ भवेद्यस्य स्थितप्रज्ञः स उच्यते || ४२८ ||

brahmatmanoh shodhitayor eka-bhavavagahini |
nirvikalpa cha chin-matra vrittih prajneti kathyate |
su-sthitasau bhaved yasya sthita-prajnah sa uchyate || 428 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • brahmātmanoḥ : des Absoluten (Brahman) und des Selbst (Atman)
  • śodhitayoḥ : in ihrer reinen Form („gereinigten“, Shodhita)
  • eka-bhāvāvagāhinī : (welche) sich vertieft („eintaucht“, Avagahin) in die Einheit, Identität (Ekabhava)
  • nirvikalpā : frei von Dualität („nicht differenziert“, Nirvikalpa)
  • ca : und (Cha)
  • cin-mātrā : (als) reines („bloßes“, Matra) Bewusstsein (Chit)
  • vṛttiḥ : (diejenige) geistige Funktionen (Vritti)
  • prajñā : (höchste) Erkenntnis, Einsicht (Prajna)
  • iti : diese („so“, Iti)
  • kathyate : wird genannt (kath)
  • su-sthitā : unerschütterlich (Susthita)
  • asau : diese (Erkenntnis, Adas)
  • bhavet : ist (bhū)
  • yasya : bei wem („wessen“, Yad)
  • sthita-prajñaḥ : einer, der eine gefestigte Erkenntnis, Einsicht (besitzt, Sthitaprajna)
  • saḥ : der (Tad)
  • ucyate : wird genannt (vac )     || 428 ||

Kommentar

Derjenige wird genannt (ucyate) als sthita-prajnah (jemand von beständiger Weisheit), dessen Erkenntnis su-sthita ist (unerschütterlich). Also die unerschütterliche Erkenntnis ist da und dann bist du ein sthita-prajnah, man kann auch sagen, ein lebendig Befreiter oder man kann auch sagen einer von dauerhafter Erkenntnis. Und wann ist das? Das ist, wenn du im absoluten Selbst ruhst (Brahmatmanoh). Du weißt, du bist Brahman und du bist das höchste Selbst. So bist du vollkommen gereinigt (sodhitayoh) und du bist ganz vertieft, eingetaucht (Ayagahin) in die Einheit (Ekabhava). Bhava, den Zustand des Eka, des Einen. Und du bist nirvikalpa, frei von Dualität und frei von allen Gedanken. Und dann bleibst du nur noch cin-matra, das reine Bewusstsein. Wenn du das erkannt hast, dann bist du sthita-prajnah.
Male dir das wieder aus. So wirst du irgendwann sein. Du wirst irgendwann erleuchtet sein. Du wirst das non-duale Bewusstsein erfahren. Du wirst in der Einheit des einen absoluten Bewusstseins sein, das Selbst überall erkennen.
Vielleicht magst du gleich inne halten und ein paar Momente überlegen. Wie werde ich sein, wenn ich die Erleuchtung erlangt haben werde? Wie werde ich fühlen? Wie werde ich denken? Wie wird mein Seinszustand sein? Es ist gut immer wieder zu überlegen, wie ich sein werde, wenn ich erleuchtet bin.

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