Viveka Chudamani – Vers 96

Deutsche Übersetzung:

96. Der feinstoffliche Körper (sukshma sharira) besteht aus 8 Teilen: 5 Handlungsorgane, wie Sprache/Sprechen, 5 Wahrnehmungsorgane, wie das Gehör/Ohren, 5 Pranas, 5 Elemente, wie Raum, die Psyche, wie Buddhi, die Unwissenheit (avidya), Wünsche/ Begierden (kama) und Taten (karman),

Sanskrit Text:

vāg-ādi pañca śravaṇādi pañca
prāṇādi pañcābhra-mukhāni pañca |
buddhyādy avidyāpi ca kāma-karmaṇī
puryaṣṭakaṃ sūkṣma-śarīram āhuḥ || 96 ||

वागादि पञ्च श्रवणादि पञ्च
प्राणादि पञ्चाभ्रमुखानि पञ्च |
बुद्ध्याद्यविद्यापि च कामकर्मणी
पुर्यष्टकं सूक्ष्मशरीरमाहुः || ९६ ||

vag-adi pancha shravanadi pancha
pranadi panchabhra-mukhani pancha |
buddhyady avidyapi cha kama-karmani
puryashtakam sukshma-shariram ahuh || 96 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • vāg-ādi : Sprachvermögen (Vach) usw. (Adi)
  • pañca : (diese) fünf (Pancha)
  • śravaṇādi : Hörvermögen (Shravana) usw.
  • pañca : (diese) fünf
  • prāṇādi : Prana usw.
  • pañca : (diese) fünf
  • abhra-mukhāni : (das feinstoffliche Element bzw. Tanmatra) Äther (Abhra) usw. („zum Anfang habend“, Mukha)
  • pañca : (diese) fünf
  • buddhy-ādi : Intellekt (Buddhi) usw.
  • avidyā : die Unwissenheit (Avidya)
  • api : auch (Api)
  • ca : und (Cha)
  • kāma-karmaṇī : Begehren (Kama) und Handlung (Karman)
  • pury-aṣṭakam : die acht („Achtheit“, Ashtaka) Städte (Puri)
  • sūkṣma-śarīram : den feinstofflichen Körper (Sukshma Sharira)
  • āhuḥ : nennt man („sie haben genannt“, ah)     || 96 ||

Kommentar

Shankaracharya sagt du hast einen physischen Körper, darüber hat er zuvor gesprochen. Der physische Körper ist letztlich der Ort der Erfahrung, das Instrument der Wahrnehmung und letztendlich ist er auch das Fahrzeug der Seele. Im Feinstoffkörper, das Subtile und die Handlungsorgane, Hände, Füße, Mund, Geschlechts- und Ausscheidungsorgane. Das sind physische Organe, aber dahinter steckt etwas Psychisches. Während ich spreche ist das der physische Mund beteiligt, aber es ist letztlich die Motivation zu sprechen. Aus der Psyche heraus kommen diese fünf Handlungsneigungen. Aus der Psyche kommen auch die fünf Fähigkeiten etwas wahrzunehmen. Daher kommen aus der Psyche bzw. Feinstoffkörper, die fünf Handlungs- und Wahrnehmungsorgane. Es ist wichtig das du das verstehst. Als Analogie kannst du sehen, angenommen du bist im Traumzustand im physischen Zustand liegt der Körper rum. Trotzdem hörst, schmeckst, siehst, riechst, fühlst etwas. Du gehst durch die Gegend. Du bewegst Dinge. Deine Psyche hat diese fünf Wahrnehmungen. Auch im Traumzustand nimmst du alles nur in diesen fünf Kategorien wahr. Auch im Traumzustand tust du nichts anderes als dich zu bewegen, verändern, kommunizieren evtl. hast du sexuelle Phantasien oder du bist kreativ und irgendwie scheidest du etwas aus. Deshalb sind in der Psyche die fünf Kategorien des Handeln. Das sind die karma indrijas. In der Psyche sind die fünf Kategorien der Wahrnehmung die njan indrias. In der physischen Welt hast du dafür den Körper. Du kannst dir auch ohne den Körper eine Welt schaffen, die du in fünf Kategorien wahrnimmst und in fünf Kategorien handelst.
Dann gibt es die fünf prāṇās über die er gesprochen hat. Also prāṇā, āpāna, vyā, odāna und samānā vaju. Das sind die fünf vajus. Die sind auch im Astralkörper. Dann gibt es die fünf Elemente. Es gibt die grobstofflichen Elemente, die sind im physischen Körper. Es gibt feinstoffliche Elemente, die sind im Feinstoffkörper. Du könntest zum Beispiel sagen auf der Ebene des Geistes gibt es fünf verschiedene Emotionen. Du könntest sagen du hast luftige Emotionen, das ist Flexibilität, Offenheit, Anpassungsvermögen. Du hast feurige Emotionen, das ist Durchsetzungsvermögen, Willenskraft und Begeisterungsfähigkeit. Du hast Wasser Emotionen, das ist Hingabe, Loslassen, Mitgefühl auch Trauer. Du hast erdige Emotionen, das ist Depressivität, Beständigkeit, Ruhe, Ausdauer, gesunden Menschenverstand. Du hast Äther Emotionen, das sind Gedanken von Ausdehnung und Weite. Du hast also auch fünf Elemente auch in deinem Geist und damit in deinem Astralkörper.
Dann hast du die Psyche und die hat vier Teile, buddhi, die Urteilskraft, Intellekt, Vernunft, manas, einfaches denken und fühlen, ahamkara, der Ich-Macher, chitta, Unterbewusstsein und Gedächtnis. Jetzt sagt er, zusätzlich zu all dem spricht er noch von avidya, Unwissenheit. Eigentlich sagt man das avidya nicht im Feinstoffkörper sondern im Kausalkörper und er spricht auch das karma also die Lernlektion auch im Feinstoffkörper ist. In anderen Stellen sagt er, dass es im Kausalkörper ist. Normalerweise wird gesagt, dass die Quelle von avidya und karma im Kausalkörper ist. Hier sagt er im Astralkörper, im Feinstoffkörper, was dich auch etwas lehren soll. Es kommt nicht wirklich darauf an, wo das jetzt genau ist. Shankaracharya kommt es darauf an auf viveka. Das heißt, klassifiziere deine Wahrnehmung und dann löse dich davon. In diesem Sinne, dein avidya ist in einem Feinstoffkörper, aber die Unwissenheit bist du nicht wirklich. Die Lernlektionen sind in deinem Feinstoffkörper, aber du bist sie nicht wirklich. Dann gibt es noch kama, Wünsche und Begierden, die gehören zu dem Unterbewusstsein. Hier fasst er sie noch zusätzlich auf. Wünsche und Begierden hast du auch noch. Shankaracharya beschreibt alle möglichen menschlichen Erfahrungen. Du nimmst Dinge wahr, etwas handeln, du hast verschiedene prāṇā Energie Erfahrungen. Deine Wahrnehmungen, Denken und Fühlen könnte man in fünf Energien einteilen. Dann hast du die verschieden Aspekte in der Psyche. Alles kommt aus der Unwissenheit heraus. Aus der Unwissenheit kommen Wünsche. Aus den Wünschen kommt das karma. Du bist all das nicht. Du bist das unsterbliche Selbst. Du könntest darüber nachdenken, über deine Erfahrungen. Identifiziere dich nicht damit.

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