4. Kapitel, Vers 58

Deutsche Übersetzung:

Diese ganze Welt und alle Pläne des Geistes sind nur die Schöpfung des Denkens. Lege dieses Denken ab und nimm Abschied von allen Vermutungen. So, oh Rama, erlange die Stille.

Sanskrit Text:

  • saṅkalpa-mātra-kalanaiva jagat samagraṃ
    saṅkalpa-mātra-kalanaiva mano-vilāsaḥ |
    saṅkalpa-mātra-matim utsṛja nirvikalpam
    āśritya niścayam avāpnuhi rāma śāntim || 58 ||
  • सङ्कल्पमात्रकलनैव जगत्समग्रं
    सङ्कल्पमात्रकलनैव मनोविलासः |
    सङ्कल्पमात्रमतिमुत्सृज निर्विकल्प-
    माश्रित्य निश्चयमवाप्नुहि राम शान्तिम् || ५८ ||
  • sankalpa matra kalanaiva jagat samagram
    sankalpa matra kalanaiva mano vilasah |
    sankalpa matra matim utsrija nirvikalpam
    ashritya nishchayam avapnuhi rama shantim || 58 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • saṅkalpa : Vorstellung(en, Sankalpa)
  • mātra : bloßer (Matra)
  • kalanā : (ist ein) Werk (Kalana)
  • eva : gewiss (Eva)
  • jagat : Welt (Jagat)
  • samagraṃ : (die) ganze (Samagra)
  • saṅkalpa : Vorstellung(en)
  • mātra : bloßer
  • kalanā : (ist ein) Werk
  • eva : gewiss
  • manas : (des) Geistes (Manas)
  • vilāsaḥ : (das) Spiel, Treiben (Vilasa)
  • saṅkalpa : Vorstellung(en)
  • mātra : bloßen
  • matim : (das) Denken, Verlangen (in bezug auf all das was beruht auf, Mati)
  • utsṛja : gib auf („wirf fort“, ut + sṛj)
  • nir-vikalpam* : (dem, was) keinem Wechsel, Wandel (unterliegt, Nirvikalpa)
  • āśritya : (dich ganz) hingebend („stützend“, ā + śri)
  • niścayam : sicheren, gewissen (Nishchaya)
  • avāpnuhi : erlange (ava + āp)
  • rāma** : oh Rama
  • śāntim : inneren Frieden (Shanti)        || 58 ||

*Anmerkung: Der Kommentator Brahmananda erklärt, dass es sich bei dem, was „keinem Wechsel“ unterliegt bzw. was frei von Vorstellungen (Vikalpa) jeder Art ist, um das Selbst (Atman) handelt: nirvikalpaḥ ātmā.

**Anmerkung: Diesen Vers spricht laut Brahmananda (im Yoga Vasishtha 3.101.39) der Weise Vasishtha zu Rama. Vielleicht verweist mit diesem Zitat Svatmarama, der Autor der Hatha Yoga Pradipika, in Anspielung auf seinen eigenen Namen Svātmārāma auf eine ähnlich lautende Unterweisung seines eigenen Lehrers (der ihn verkürzend mit Rāma anspricht).

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

Das äußere Universum wird durch unsere Gedanken erschaffen, wie auch die imaginäre Welt. Hast du die Vorstellung der Dauerhaftigkeit in dieser Kreation von Gedanken aufgegeben und den Geist auf das konzentriert, was nicht irgendeinem Wandel unterliegt, so erlangst du, oh Rama, immerwährenden und sicheren Frieden.

Dies wird aus der Yoga Vasistha genommen. Brahman ist frei von Vorstellungen des Handelnden und Genießenden. Es ist ohne ein Sekunde. Nichts existiert ohne es, und nichts geht daraus hervor. Es ist unbeeinflusst von Zeit, Raum und Umstand. Es ist daher frei von jedem Wandel.

Vishnu-devananda

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Sukadev

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