4. Kapitel, Vers 2

Deutsche Übersetzung:

Jetzt (atha) und Hier (idani) werde ich die beste (uttama) Methode (krama) für Samadhi (samadhi) erklären (pravaksya) | Sie ist die Überwindung (ghnam) von Tod (mrityu), die Ursache (upaya) von Wohlbefinden (Sukha) und (ca) der beste (param) Verursacher (karam) von göttlicher (brahma) Wonne (ananda).

Sanskrit Text:

  • athedānīṁ pravakṣyāmi samādhi-kramam uttamam |
    mṛtyu-ghnaṁ ca sukhopāyaṁ brahmānanda-karaṁ param ||2||
  • अथेदानीं प्रवक्ष्यामि समाधिक्रमम् उत्तमम् ।
    मृत्युघ्नं च सुखोपायं ब्रह्मानन्दकरं परम् ॥२॥
  • athedanim pravakshyami samadhi kramam uttamam |
    mrityu ghnam cha sukhopayam brahmananda karam param ||2||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : daraufhin, nun (Atha)
  • idānīṁ : jetzt, bei dieser Gelegenheit (Idanim)
  • pravakṣyāmi : ich werde lehren, verkünden (pra +  vac)
  • samādhi : (der) Versenkung (Samadhi)
  • kramam : Prozess („schrittweise Abfolge“, Krama)
  • uttamam : (den) hervorragenden, besten (Uttama)
  • mṛtyu-ghnaṁ : (welcher den) Tod (Mrityu) vernichtet (Ghna)
  • ca : und (Cha)
  • sukha : (von) Glück, Wohlbefinden (Sukha)
  • upāyaṁ : (ein) Mittel (zum Erreichen, Upaya)
  • brahma : (aufgrund der Vereinigung mit dem) Brahman
  • ānanda-karaṁ : (Mittel zum) Bewirken (der) Glückseligkeit (Ananda Kara)
  • param : (das) beste (Para)        ||2||

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

a) Die Überwindung des Todes ermöglicht dem Yogi, nach seinem Willen zu sterben. Das wird später noch erklärt.
b) Die Glückseligkeit von Jivanmukta wird erreicht, wenn Atem, Geist und Vasanas (karmische Tendenzen) zerstört sind.
c) Vedeha Mukti: Ist das Prarabda Karma erschöpft, vereinigen sich Jiva und Parabrahman für immer.

Vishnu-devananda

Nun werde ich den vollkommenen Prozess des Samadhi näher erläutern, der wirklich vollendet ist:

a) überwindet den Tod
b) führt zu ewiger Glückseligkeit
c) führt auf der Stufe der höchsten Glückseligkeit zur Vereinigung mit Brahman

Im (Raja) Yoga gibt es 8 Stufen: Wir haben über Asanas, Pranayama, Dharana, Dhyana usw. gesprochen und kommen nun zu Samadhi, dem letzten Stadium. Gemäß Hatha-Yoga sind diese 8 Stufen nichts anderes als Fortschritte im Pranayama. Das bedeutet, dass, wenn sich das Prana in der Sushumna für eine bestimmte Zeit aufhält, man dies Pratyahara nennt, hält es sich etwas länger auf, wird dies Dharana (Konzentration) genannt, bleibt das Prana noch länger in der Sushumna, nennt man dies Dhyana (Meditation), und bei einer noch längeren Zeit spricht man von Samadhi. Man sagt, Samadhi besiegt den Tod, da ihr nun erkennt, dass ihr nicht euer Körper seid, sondern das Unsterbliche Selbst. Unser Ziel ist dieses Ananda oder die Glückseligkeit. Diese höchste Glückseligkeit – mit Brahman vereint zu sein – ist Sat-Chit-Ananda (Sein-Wissen-absolute Glückseligkeit) oder Gott. Wie ein Wassertropfen sich mit dem Ozean vermengt und zum Ozean selbst wird, vereinigt sich das Individuelle mit dem Allerhöchsten.

Sukadev

2. Nun werde ich den vollkommenen Prozess des Samadhi näher erläutern, der wirklich vollendet ist.

Jetzt will er uns sagen, wie wir Samadhi erreichen. Warum ist der Samadhi-Zustand so vollendet? Erstens: Es führt zu ewiger Glückseligkeit, zu Ananda. Das, wonach wir immer streben, erreichen wir in Samadhi. Wir suchen natürlich immer nach relativen Freuden, oder? Und nach relativen Freuden zu suchen – gut, man kann auch nach kleinen relativen Freuden suchen und man erfährt auch kleine relative Freuden. Manchmal sucht man nach kleinen relativen Freuden und erfährt statt dessen Frust. Manchmal erwartet man Frust, und erfährt statt dessen relative Freude. Manchmal haben’s die Pessimisten auch gut. Sie erwarten immer das Schlechteste, und sind immer überrascht, wenn’s besser kommt. Trotzdem wird das oft zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung. Aber jenseits dieser kleinen Freuden dauerhafte Freude in der genialen Manipulation dieser externen zu Welt erwarten, was tun wir damit? Wir rennen einem Schatten hinterher.

Wisst ihr, was das Schattenhinterherlaufen ist? Es gibt da so eine schöne Geschichte. Es gab mal einen Menschen, der nahm sich vor, seinen Schatten zu finden, oder zu fangen. Und der sah seinen Schatten vor sich und machte einen Schritt auf den Schatten zu. Was machte der Schatten? Der machte auch einen Schritt, aber vom Mann weg. Dann dachte er, er muss springen. Er sprang ganz geschickt. Und was machte der Schatten? Er sprang auch. Und dann fing er an, schneller zu gehen, und schneller und schneller, und er rannte und rannte und rannte, und er erreichte den Schatten nicht. Ich glaub nur Lucky Luke ist schneller als sein Schatten. Wer schon mal von dieser Comicfigur gehört hat – jedenfalls er war’s nicht. Und so war er schließlich total traurig. Und dann sah ihn ein Weiser und sagte: „Oh, was ist denn los mit dir?“ „Ja, ich versuche, meinen Schatten zu fangen, und ich kann ihn nicht fangen.“ Dann sagt der Weise: „Ist doch ganz einfach. Nimm deine Hand und gib sie auf deinen Kopf. Jetzt hast du deinen Schatten.“ Und so ist es auch: Wir rennen Dingen hinterher, als ob wir einem Schatten hinterher rennen. Wir denken: Ich müsste nur noch das haben, gerade das, und dann ist alles gut. Ist es gut? Vorübergehend. Dauerhaft ist es nicht gut.

Krishna hat mal irgendwo gesagt – ich weiß nicht, ob es die Bhagavatam ist oder woanders: Dauerhafte Freude in diesem Leben zu suchen ist so ähnlich, wie Kleidung in der Metzgerei suchen. Kann man Kleidung in der Metzgerei kaufen? Kann man dauerhafte Freude in dieser Welt erreichen? Und jetzt erzähl ich euch einen Trick. Wenn wir nicht erwarten, dass auf dieser Welt alles so ist, dass es uns glücklich macht, dann können wir glücklich sein. Versteht ihr das? Ja oder Nein? Paradox oder nicht paradox? Wir können uns an den kleinen Dingen freuen. Denn wir denken nämlich nicht, dass es vollkommen sein muss. Denn wir wissen, selbst wenn es vollkommen wäre, würde es uns trotzdem nicht glücklich machen. Das Einzige, was uns wirklich glücklich macht, dauerhaft glücklich macht, sagt Swatmarama hier, ist Samadhi. Samadhi führt zu Glückseligkeit. Es hilft uns, den Tod zu überwinden, das heißt, die Identifikation mit dem physischen Körper. Weil wir erfahren, wer wir wirklich sind. Es ist nicht mehr nur intellektuell. Es ist eine tatsächliche Erfahrung. Und diese Erfahrung ist möglich. Es ist kein Glaube, nicht etwas, was wir nach dem Tod vielleicht erst erfahren, und woran wir glauben müssen, sondern – es ist nicht etwas, was jemand vor 5000 Jahren mal erreicht hat, und seitdem rennen dem Leute hinterher und wissen nicht, ob’s stimmt – sondern zu jedem beliebigen Zeitpunkt gibt’s Menschen, die das erfahren haben. Wir können es auch erfahren. Und dann schreibt er noch:

– und führt auf der Stufe der höchsten Glückseligkeit zur Vereinigung mit Brahman. Brahman, dem Absoluten.

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