4. Kapitel, Vers 13

Deutsche Übersetzung:

Ehrfurchtsvoller Gruß (namas) Dir (tubhyam) Unsterblichen (amaraya). Es ist (sah) selbst (api) die Zeit (kala) besiegt (jita) bei Dir (tvaya). | In deren (yasya) Mund (vadane) alle Wesen dieser Welt (jagad), bewegt (cara) oder unbewegt (acara), fallen (patitam).

Sanskrit Text:

  • amarāya namas tubhyaṁ so’pi kālas tvayā jitaḥ |
    patitaṁ vadane yasya jagad etac carācaram ||13||
  • अमराय नमस् तुभ्यं सोऽपि कालस् त्वया जितः ।
    पतितं वदने यस्य जगद् एतच् चराचरम् ॥१३॥
  • amaraya namas tubhyam so’pi kalas tvaya jitah |
    patitam vadane yasya jagad etach characharam ||13||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • amarāya : dem unsterblichen (Yogi, Amara)
  • namas : Verehrung, Verneigung (Namas)
  • tubhyaṁ : (sei) dir (Tvad)
  • saḥ : der (Tad)
  • api : sogar, selbst (Api)
  • kālaḥ : Tod („Zeit“, Kala)
  • tvayā : von dir („durch dich“, Tvad)
  • jitaḥ : ist besiegt worden (Jita)
  • patitaṁ : gefallen ist (Patita)
  • vadane : Rachen (Vadana)
  • yasya : in dessen (Yad)
  • jagat : Welt (Jagat)
  • etad : diese (Etad)
  • cara : bewegliche (Chara)
  • acaram : (und) unbewegliche (Achara)         ||13||

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

Hier spricht er die Siddhas an.

Vishnu-devananda

Gegrüßt seid ihr Amaras (Unsterbliche), durch die die Zeit, in deren Mund das Universum (beweglich und unbeweglich) fällt, besiegt worden ist.

Swatmarama nennt diese Yogis, die die Zeit beseigt haben, indem sie Kundalini Shakti in die Sushumna gebracht haben, „Amaras“ – Unsterbliche. Ihr seid alle unsterblich; jedoch ist es notwendig, diese Kenntnis zu erlangen, damit man nicht länger an Zeit, Raum, Ursache, Geburt, Tod und Wandel gebunden ist. Dies ist das Dankgebet des Autors, nicht an den Körper gerichtet, sondern an das nun verwirklichte Höhere Selbst.

Sukadev

13. Gegrüßt seid ihr Aramas (Unsterbliche), durch die Zeit, in deren Mund das Universum (beweglich und unbeweglich) fällt, besiegt worden ist.

Hier gibt’s jetzt ne ganze Reihe von anderen Versen, knapp 100 weitere. Aber ich glaube, so weit will ich’s jetzt erstmal belassen. Also noch mal: Die hohen Ziele – und es ist gut, sich wieder die Ziele öfters vor Augen zu führen. Antoine de Saint-Exupéry hat mal gesagt: „Wenn du jemandem beibringen willst, wie er Boot fährt, dann lehre ihn nicht nur, wie man ein Schiff baut und wie man Segel setzt und so weiter, sondern schwärme ihm über das Meer vor. Das wird dazu führen, dass er all das finden wird, suchen wird, und sich beibringen wird, was notwendig ist, um auf dem Meer zu segeln.“ Und so sollten wir öfters mal so was lesen über die hohen Dinge, über die Selbstverwirklichung, über unsere wahre Natur. Einige haben das schon zehn Mal, hundert Mal, tausend Mal gehört. Nichts desto trotz, wir müssen uns immer wieder damit beschäftigen? Das ist so. Warum gibt’s heutzutage noch Cocacola-Werbung? Wer von euch kennt Cocacola nicht? Wozu machen die noch Werbung? Die Werbung ist da, damit der Geist dran denkt. Und unser Geist ist so beschaffen, dass wir zu dem, was wir öfters hören, hinkommen wollen. Und so müssen wir aufpassen, in der normalen Welt in Anführungszeichen, und normal auch in Anführungszeichen, wie oft werden wir dazu aufgefordert, uns selbst zu verwirklichen? Wie oft wird uns gesagt, deine wahre Natur ist Sein, Wissen, Glückseligkeit? Wie oft wird uns gesagt, um glücklich zu sein – es gibt das Lied: Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König. Übrigens: Was heißt König auf Sanskrit? Raja. Und Raja Yoga ist der königliche Yoga der Geisteskontrolle und des Glücklichseins. Daher ist das ein hochspirituelles Lied, könnt fast eine Übersetzung von einem Sanskritvers sein. Was man dort so als Kinderlied gerne singt. Aber wie oft wird einem das wirklich gesagt und suggeriert? Selten. Wir müssen es uns selbst immer wieder sagen. Oder ihr könnt selbst Bücher lesen. Zwar ist es noch Geschwätz, solange man es nicht selbst erfahren hat, aber selbst etwas Geschwätz kann auch schon hilfreich sein.

O.k., jetzt gäb’s noch die Möglichkeit für eine Frage oder zwei oder drei, wenn ihr welche habt.

Wenn man über persönliche Beziehungen spricht, ist das nicht immer so einfach in Worte zu fassen. Es ist nichts Philosophisches, es ist ne Herzensbeziehung. Es ist über mehrere Schritte geschehen. Der erste Schritt war eigentlich, als ich mal so beiläufig das zwote Mal im Yogazentrum gewesen bin, da habe ich das Buch vom Swami Vishnu gesehen ‚Meditation und Mantras’, auf englisch, und da gab’s so ein Foto von ihm, das ähnlich ist wie hier, das habe ich angeguckt. Und irgendwie habe ich dieses Foto die ganzen nächsten Tage, die ganze nächste Woche immer wieder vor meinem dritten Auge gehabt, sowie ich die Augen zugemacht hab. Dann hat mich etwas ganz besonders angezogen. Seine Bücher sind sehr klar, prägnant, kurz und auch sehr logisch. Da habe ich also gedacht, das liegt meiner Natur. Ich hatte vorher schon viele hundert Bücher über Yoga und andere Sachen gelesen, und fand, in den beiden Büchern, Das ‚Große illustrierte Yogabuch’ und ‚Meditation und Mantras’, da steckt alles drin. Also von der Ebene war noch etwas. Dann, als ich ihn das erste Mal gesehen hatte, hat’s ein paar Tage gedauert, und am Ende des Seminars hab ich gespürt, da ist eine Herzensbeziehung da. Aber so ganz sicher war ich mir noch nicht. Da bin ich so, ich bin dann noch zu anderen Lehrern gegangen und hab geschaut, ist da auch so ne Herzensbeziehung? Und als ich dann 1982 die fortgeschrittene Yogalehrerausbildung gemacht habe, eine vierwöchige intensive Weiterbildung, und dort gewesen bin, da kann ich jetzt kein einzelnes Ereignis festmachen. Aber für mich war es so die ganze Zeit dort, dass ich hab gemerkt habe: Da ist eine Energieverbindung. Ich konnte ihm stundenlang zuhören, ohne auch nur einen Augenblick wegzutreten. Und es waren nicht immer Worte, es war einfach so eine Energieverbindung, die da war. Die auch nicht immer zu jedem Zeitpunkt in seiner physischen Gegenwart so war, aber dort war sie eben so, und da wusste ich, er ist mein Guru. Und von da an war eine gewisse, und ist bis heute, eine gewisse telepathische Beziehung da. Ich weiß, er führt mich, ich weiß, mein Herz ist mit ihm verbunden, und so ähnlich sind er und Sivananda stark verbunden. Manchmal sehe ich Swami Vishnu vorne, Sivananda hinten. Manchmal sehe ich Swami Sivananda, und Swami Vishnu steht irgendwo daneben oder dahinter – es ist einfach eine lebendige Verbindung da.

Wobei der Guru dann auch immer das Vertrauen des Schülers auf die Probe stellt. Es gab da so verschiedene Sachen. Eine ganze Weile später habe ich mal dem Swami Vishnu einen langen Brief geschrieben, was alles so nicht richtig ist in den ganzen Sivananda Yoga Zentren, was da alles falsch läuft und schief läuft, und warum das nicht richtig ist, und wie man das alles besser machen könnte. Und warum es auch mir schlecht geht und was in mir alles los geht – ein langer Brief. Gut, dann hat der Swami Vishnu sich zu mir gerufen. Und dann hat er mir nur eines gesagt: „You just lack devotion. That’s all. Develop Devotion and all problems will disappear.“ „Dir mangelt es nur an Hingabe und Liebe. Entwickle Hingabe und Liebe, und alle Probleme werden verschwinden.“ Ich habe mich da erst drüber geärgert. Ich habe mich verschaukelt gefühlt. Ich habe dann auch gehört, er hat den Brief noch nicht mal angeguckt. Doch, angeguckt hat er ihn, aber gelesen erst recht nicht. Gut, aber es hat dann gestimmt. Dann hat er mich halt angeleitet, Bhakti-Praktiken zu machen, um mein Herz zu öffnen. Und dann war alles anders. Aber ein spiritueller Lehrer, egal ob er verkörpert ist oder nicht, ist kein Psychotherapeut. Obgleich manche Lehrer auch mehr Gespräche führen als andere. Der Swami Vishnu war keiner, der lange Gespräche geführt hat. Ich glaube, über persönliche Sachen habe ich nie mehr als drei oder vier Minuten am Stück gesprochen. Das mag erschreckend klingen, oder? Der Mensch, mit dem ich zwölf Jahre zusammen war, bei dem ich auch persönlicher Assistent gewesen bin, mehrere Monate, einer seiner Nachfolger gewesen bin, oder wenigstens dazu bestellt zum Nachfolger, ich hatte nie lange Zeit mit ihm gesprochen. Weshalb man auch nicht einen verkörperten Meister braucht, denn das, was notwendig ist, kann der einem auch von innen heraus führen. Aber ich wusste immer, er weiß, was mit mir los ist. Auch in seinen Prüfungen. Es gab noch härtere, die ich jetzt nicht darstellen werde. Und es braucht nicht so viel, es ist ein intuitives Verständnis.

Wie bin ich zu Yoga gekommen? Jetzt gebe ich die Kurzform. Also eigentlich schon mit zwölf oder dreizehn habe ich mir die Frage gestellt: Was soll das Ganze im Leben? Da muss etwas Größeres im Leben sein. Ich hatte durchaus Eltern, die wohlhabend waren, und ich habe festgestellt: Die sind nicht glücklich. Und diese Illusion war mir gleich weggenommen von Anfang an. Meine Eltern hatten eigentlich recht bescheiden gelebt, obgleich sie sich mehr hätten leisten können, aber ab und zu dann haben meine Eltern uns Kinder auf Geschäftsreisen mitgenommen, wo wir dann in sehr luxuriösen Häuser waren, alles erfolgreiche Leute – die waren auch nicht glücklich. Und dann war die Frage da: Was macht glücklich? Wie kann man glücklich werden? Die habe ich recht früh gehabt. Ich habe dann auch irgendwie eine Weile verzweifelt, habe gedacht, dass alle Menschen hinter etwas herrennen, und niemand kriegt’s. Aber die Menschen merken’s nicht, und irgendwie beschäftigen sie sich. Und ich bin auf dem falschen Planeten geboren. Dann irgendwann mit fuffzehn habe ich gedacht, dass irgendjemand ja auch schon mal so Gedanken gehabt haben muss, und da habe ich dann sehr viel gelesen. Ich bin über Hermann Hesse – der Steppenwolf, über die Beschäftigung mit Nietzsche und C.G. Jung zum Buddhismus gekommen, und dann über Thorwald Dethlefsen zur Beschäftigung mit Reinkarnation und Karma. Und dann irgendwann wollte ich auch praktizieren. Da habe ich gedacht: Der Theorie ist genug. Und ich wollte auch eine Praxis haben, wo es einen Meister gibt, der das verwirklicht hat. Ich habe nämlich durchaus bald erkannt: Alle Religionen sprechen über das Gleiche. Die authentischen, mystischen Meister sagen alle das Gleiche. Ob Meister Eckhardt, Zenmeister, Buddhisten oder Yogis oder wo auch immer. Letztlich ist es das Gleiche. Und dann wollte ich gucken, da muss jemand sein, dahinter, der auch etwas verwirklicht hat. Und so habe ich dann verschiedenes ausprobiert. Und irgendwann mal war ich in einem Vortrag bei einem Yogameister, und da wusste ich: Aha, Yoga, das wird’s für mich sein. Dieser Meister hat aber kein Zentrum gehabt, der war nur auf Reisen. Da hab ich halt geguckt nach einem Zentrum, und so fing ich dann an, regelmäßig zu praktizieren. Erst wollt ich gar keine Asanas gemacht. Ich hab mein Yoga-Zentrum ausgesucht durch die gelben Seiten. Ich habe telefoniert und gefragt: „Unterrichten Sie Hatha Yoga?“ Und wenn die „Ja“ gesagt haben, habe ich gesagt, „Ich bin nicht interessiert und habe aufgelegt. Und da gab’s eben ein Zentrum, die haben gesagt: Ja, aber wir unterrichten auchRaja Yoga, Bhakti Yoga,Jnana Yoga, Kundalini,Mantra Yoga. Zwei Tage später war ich da. Gut, das war in München, Sivananda Yogazentrum. Und dann, weil ich Probleme hatte, zu sitzen, bin ich zu Asanas zu kommen, weil ich Probleme hatte, meinen Geist zu konzentrieren, bin ich zuPranayama gekommen, und so bin ich zum ganzheitlichen Weg gebracht worden. Hari OM Tat Sat.

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