4. Kapitel, Vers 104

Deutsche Übersetzung:

Tattva ist der Samen, Hatha das Feld und Gleichgültigkeit das Wasser. Das Zusammenwirken dieser drei führt dazu, dass die sich sonst langsam fortbewegende Unmani jetzt gut und schnell gedeiht.

Sanskrit Text:

  • tattvaṃ bījaṃ haṭhaḥ kṣetram audāsīnyaṃ jalaṃ tribhiḥ |
    unmanī kalpa-latikā sadya eva pravartate || 104 ||
  • तत्त्वं बीजं हठः क्षेत्रमौदासीन्यं जलं त्रिभिः |
    उन्मनी कल्पलतिका सद्य एव प्रवर्तते || १०४ ||
  • tattvam bijam hathah kshetram audasinyam jalam tribhih |
    unmani kalpa latika sadya eva pravartate || 104 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tattvaṃ* : (der) Geist („die wahre Natur, das So-sein“, Tattva)
  • bījaṃ : (ist der) Same (Bija)
  • ha-ṭhaḥ** : (das Vereinigen von) Sonne und Mond (Ha und Tha, d.h. Pranayama)
  • kṣetram : (ist das) Feld (Kshetra)
  • audāsīnyaṃ : Leidenschaftslosigkeit („Gleichgültigkeit“, Audasinya)
  • jalaṃ : (ist das) Wasser (Jala)
  • tribhiḥ : durch (diese) drei (Tri)
  • unmanī*** : (in Form des Zustandes) jenseits des Geistes (Unmani)
  • kalpa-latikā : (das) Wunschbäumchen („Wunsch-Liane“, Kalpalatika)
  • sadyaḥ : sofort (Sadyas)
  • eva : gewiss (Eva)
  • pravartate : sprießt hervor („kommt hervor“, pra + vṛt)      || 104 ||

*Anmerkung: Der Kommentator Brahmananda erklärt, dass mit Tattva hier der Geist (Chitta) gemeint ist, der sich wie ein Same (Bija) in die Form (Akara) des Sprosses (Ankura) des Unmani genannten Zustandes (Avastha) verwandelt (pariṇamamāna): tattvaṃ cittaṃ bījaṃ bīja-vad unmany-avasthāṅkurākāreṇa pariṇamamānatvāt.

**Anmerkung: Laut Brahmananda steht hier Hatha (HaTha) für den Prozess des Pranayama, gekennzeichnet (Lakshana) durch die Vereinigung (Aikya) von Sonnen- und Mondenergie (HaTha) bzw. von Prana und Apana: ha-ṭhaḥ prāṇāpānayor aikya-lakṣaṇaḥ prāṇāyāmaḥ.

***Anmerkung: Brahmananda definiert hier den Unmani genannten Zustand (Avastha) als identisch mit dem Asamprajnata Samadhi: unmany asamprajñātāvasthā.

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

Der Geist ist der Samen, Pranayama der Boden und stark entwickeltes Vairagya das Wasser. Durch diese drei – Kalpa Vriksha (die drei, die geben, was immer gewünscht wird) – setzt plötzlich Unmani (Turiya) Avastha ein.

Kalpa Vriksha ist ein mystischer Baum, der alle Wünsche erfüllt. In Unmani Avastha, dem transzendentalen Zustand, wird Erfüllung gefunden.

Vishnu-devananda

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Sukadev

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