3. Kapitel, Vers 16

Deutsche Übersetzung:

Da für einen Yogi, nichts gesund oder ungesund ist, er verzehrt alles ob mit viel Geschmack, oder ohne Geschmack, | Er wird sogar ein schreckliches verzehrtes Gift wie Nektar verdauen.

Sanskrit Text:

  • na hi pathyam apathyaṁ vā rasāḥ sarve’pi nīrasāḥ |
    api bhuktaṁ viṣaṁ ghoraṁ pīyūṣam iva jīryati ||16||
  • न हि पथ्यम् अपथ्यं वा रसाः सर्वेऽपि नीरसाः ।
    अपि भुक्तं विषं घोरं पीयूषम् अपि जीर्यति ॥१६॥
  • na hi pathyam apathyam va rasah sarve’pi nirasah |
    api bhuktam visham ghoram piyusham iva jiryati ||16||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • na : nicht(s gibt, Na)
  • hi : weil (es für einen, der Maha Mudra praktiziert)
  • pathyam : (was) heilsam, gesund (Pathya)
  • apathyaṁ : unheilsam, ungesund (ist, Apathya)
  • vā : oder (Va)
  • rasāḥ : Geschmack(srichtungen, Rasa)
  • sarve : alle (Sarva)
  • api : auch, sogar (Api)
  • nīrasāḥ* : (Nahrungsmittel, die) ohne Geschmack, saftlos, ungenießbar (geworden sind, Nirasa)
  • api : auch, sogar
  • bhuktaṁ : gegessenes (Bhukta)
  • viṣaṁ : Gift (Visha)
  • ghoraṁ : schreckliches (Ghora)
  • pīyūṣam : Nektar (Piyusha)
  • iva : wie (Iva)
  • jīryati : (werden bzw.) wird  verdaut (jṝ)         ||16||

*Anmerkung: Der Kommentator Brahmananda erklärt, dass mit „geschmacklosen“ (Nirasa) Nahrungsmitteln solche Dinge (Padartha) gemeint sind, aus denen (yebhaḥ) der Geschmack (Rasa) gewichen (Nirgata) ist, weil sie alt, schal bzw. ungenießbar (Yatayama) geworden sind, die nun aber dennoch verdaut werden (jīryanti) können: nīrasā nirgato raso yebhas te yāta-yāmāḥ padārthā jīryanti.

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

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Vishnu-devananda

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Sukadev

16. Es gibt nichts, was du essen oder nicht essen kannst. Alle Nahrungsmittel jedweden Geschmacks, auch solche ohne Geschmack werden verdaut. Sogar Gift erscheint dir wie Nektar.

Ich würde es trotzdem nicht ausprobieren, aber im übertragenen Sinne gilt es. Manche Speisen mag man, manche nicht. Manches imLeben mag man, manches nicht. Wenn wir das Prana stark haben, dann verlieren wir dieses Raga/Dvesha, das Mögen/Nichtmögen, und wir können gut mit dem Leben umgehen. Ob Dinge passieren, die wir mögen oder nicht, ob wir überanstrengt sind oder unterfordert, wenn wir unser Prana stark haben, können wir mit allen Situationen gut umgehen. Und sogar Gift, wenn andere einem was Schlechtes antun, erscheint einem das wie Nektar.

[Frage unverständlich] … aber wahrscheinlich hat er an dem Tag kein Maha Mudra gemacht. Also wenn Maha Mudra wirklich erfolgreich ist, Prana durch die Sushumna fließt, dann hat das zum Einen eine sehr große Auswirkung auf den physischen Körper, und es hat große Auswirkungen auf unseren Geist und unsere Emotionen. Auf unseren Geist beschreibt er: Wir werden jenseits der Kleshas gelangen, eben weil wir innere Wonne erfahren. Und wenn man von innen her Wonne erfährt und die größten Sehnsüchte seines Lebens erfüllt sind und man die Einheit mit Gott erfährt, dann sind die kleineren Wünschlein gar nicht so erheblich. Und wenn diese starke Kraft in einem aktiv wird, dann wird sie auch alles verdauen.

Audio

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Video

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