2. Kapitel, Vers 9

Deutsche Übersetzung:

Nachdem der Yogi eingeatmet hat durch das selbe Nasenoch durch das eingeatmet wurde, soll er den Atem maximal lang anhalten. | Und dann soll der Yogi durch das andere Nasenloch sehr langsam und nicht unkontrolliert ausatmen.

Sanskrit Text:

  • yena tyajet tena pītvā dhārayed atirodhataḥ |
    recayec ca tato’nyena śanair eva na vegataḥ ||9||
  • येन त्यजेत् तेन पीत्वा धारयेद् अतिरोधतः ।
    रेचयेच् च ततोऽन्येन शनैर् एव न वेगतः ॥९॥
  • yena tyajet tena pitva dharayed atirodhatah |
    rechayech cha tato’nyena shanair eva na vegatah ||9||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • yena : durch welches (Nasenloch, Yad)
  • tyajet : (er den Atem) entlässt (tyaj)
  • tena : durch das(selbe, Tad)
  • pītvā : eingeatmet habend (den Atem „eingesaugt habend“, )
  • dhārayet : halte (er den Atem) an (dhṛ)
  • ati-rodhataḥ : solange wie möglich („bis zum äußersten Grad des Anhaltens“, Rodha)
  • recayet : (er) soll ausatmen (ric)
  • ca : und (Cha)
  • tataḥ : danach (Tatas)
  • anyena : durch das andere (Nasenloch, Anya)
  • śanais : langsam, allmählich (Shanais)
  • eva : nur, ganz (Eva)
  • na : nicht (Na)
  • vegataḥ : ruckartig (Vega)       ||9||

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

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Vishnu-devananda

Er sollte Puraka (Einatmung) durch das gleiche Nasenloch ausführen, mit dem er Rechaka (Ausatmung) ausführt, und nachdem er den Atem bis aufs Äußerste angehalten hat, bis er mit Schweiß bedeckt ist oder bis sein Körper zittert, sollte er es langsam ausatmen und niemals schnell, da das die Energie des Körpers verringern würde.

Sukadev

9. Er sollte Puraka (Einatmung) durch das gleiche Nasenloch ausführen, mit dem er Rechaka (Austamung) ausführt, und nachdem er bis auf’s Äußerste angehalten hat, bis er mit Schweiß bedeckt ist oder sein Körper zittert, sollte er es langsam ausatmen und niemals schnell, da das die Energie des Körpers verringern würde.

Das dürft ihr jetzt nicht falsch verstehen. Er sagt ein paar Verse weiter im 15. Vers, nachher komme ich noch mal zurück.

15. So wie wir Löwen, Elefanten und Tiger Schritt für Schritt zähmen, so sollte auch Prana unter Kontrolle gebracht werden. Ansonsten wird es den Praktizierenden umbringen.

Mir ist jetzt noch keiner bekannt, der vom Pranayama umgekommen ist, sogar nicht, wenn er es falsch gemacht hat. Trotzdem, man sollte Pranayama vom Lehrer lernen.

16. Durch das Praktizieren von Pranayama wird man von allen Beschwerden befreit.

Der Boris Sacharow übersetzt das, was im Sanskrit als ‚allen’ steht mit ‚allerlei’, weil er meinte, das wäre die beste Übersetzung, also von allerlei Beschwerden befreit.

– Durch einen missverstandenen Yoga-Lehrgang zieht der Yogi alle Beschwerden an sich.

Da solltet ihr jetzt aufpassen und euch keinerlei Ängste einjagen. Ihr habt das hier richtig gelernt. Ihr macht es richtig, und wenn ihr euch an die Anweisungen haltet, werdet ihr hier keine Schwierigkeiten bekommen. Und was er vorher sagt, bis er mit Schweiß bedeckt ist und bis sein Körper zittert, das heißt jetzt natürlich nicht, dass wir die Luft anhalten, bis wir in Ohnmacht fallen oder so was, sondern man macht das regelmäßig, und dann gibt es verschiedene Stufen der Reinigung, und eine Stufe der Reinigung kann sein, dass dort Schweiß ausbricht, dass einem heiß wird und dass der Körper anfängt zu zittern. Und dabei muss man aber so vorgehen, dass man immer noch ruhig ausatmen kann.

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