2. Kapitel, Vers 69

Deutsche Übersetzung:

Nun Murcha: Am Ende der Einatmung, Jalandhara-Bandha maximal fest gesetzt, | soll (der Yogi) sehr langsam ausatmen. Dieses, bekannt als Murcha, garantiert Mentale Ohnmacht und Wohlgefühl.

Sanskrit Text:

  • atha mūrcchā-
    pūrakānte gāḍhataraṁ baddhvā jālandharaṁ śanaiḥ |
    recayen mūrcchanākhyeyaṁ mano-mūrcchā sukha-pradā ||69||
  • अथ मूर्च्छा
    पूरकान्ते गाढतरं बद्ध्वा जालन्धरं शनैः ।
    रेचयेन् मूर्च्छाख्येयं मनोमूर्च्छा सुखप्रदा ॥६९॥
  • atha murchchha
    purakante gadhataram baddhva jalandharam shanaih |
    rechayen murchchhanakhyeyam mano murchchha sukha prada ||69||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (folgt, Atha)
  • mūrcchā : Murchha („Ohnmacht, Gerinnen“)
  • pūraka : (der) Einatmung (Puraka)
  • ante : am Ende (Anta)
  • gāḍhataraṁ : ganz fest (Gadha)
  • baddhvā : setzend („bindend“, Baddha)
  • jālandharaṁ : Jalandhara (Bandha)
  • śanaiḥ : langsam, allmählich (Shanais)
  • recayet : man atme aus (ric)
  • mūrcchanā : Murchhana
  • ākhyā : (hat den) Namen (Akhya)
  • iyaṁ : dieses (Kumbhaka, Iyam)
  • manas : (des nach außen gerichteten) Geistes (Manas)
  • mūrcchā : (es führt zur) Ohnmacht („Gerinnen, Erstarren“)
  • sukha-pradā : (und) verleiht Glück, Freude (Sukha Prada)        ||69||

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

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Vishnu-devananda

Am Ende von Puraka führe Jalandhara Bandha durch und atme den Atem langsam aus. Das ist Murcha Kumbhaka. Es bringt den Geist in einen Zustand der Ruhe und schenkt Wonne.

Sukadev

69. Am Ende von Puraka führe Jalandhara Bandha durch und atme den Atem langsam aus. Das ist Murcha Kumbhaka. Es bringt den Geist in einen Zustand der Ruhe und schenkt Wonne.

Auch von Murcha gibt’s verschiedenste Variationen, die wir jetzt nicht behandeln werden. Murcha – hier beschreibt er einmal eine ganz einfache Variation: Einatmen, anhalten mit Bandhas und ausatmen. Das ist die einfache Version von Murcha.

Das ist jetzt eine Übung, die man nur zum Lernen der Bandhas mal üben kann. Es ist jetzt eine Übung, die man im allgemeinen nicht besonders üben braucht. Es sei denn, ihr spürt, dass ihr das auch mal machen wollt. Es gibt manchmal Leute, die sagen: „Ein Nasenloch ist verstopft. Was mache ich jetzt bei der Wechselatmung?“ Gut, dann werden sie halt Murcha üben. Man wird die Hand unten lassen, einatmen, anhalten, ausatmen, so wie es halt geht. Und auch das bringt den Geist in einen Zustand der Ruhe und schenkt Wonne. Also es gibt noch eine andere Yogaschrift, in der heißt es: Man atmet ein, hält die Luft an, bis man in Ohnmacht fällt, und atmet dann langsam aus. Gut, glücklicherweise ist es nicht wirklich möglich. Ich habe schon Einiges ausprobiert mit Pranayama, aber ich bin nie in Ohnmacht gefallen dadurch, dass ich versucht habe, den Atem endlos anzuhalten. Es ist auch so, das Sanskritwort, was dafür steht, hat zwei Bedeutungen. Zum Einen heißt es Ohnmacht, und zum Zweiten heißt es Verzückung oder Überbewusstsein. Also es bezieht sich nicht auf die Ohnmacht, sondern man hält die Luft sehr lange an, und wenn man dabei den Geist konzentriert hält, dann kommt der Geist auf eine andere Ebene, und dann atmet man langsam aus. Aber es ist auch im Sanskrit doppeldeutig, und, wie gesagt, die Schriften sind nicht so geschrieben, dass man allein die Bedeutung erkennen dürfte. Man muss erst etwas lernen.

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