2. Kapitel, Vers 62

Deutsche Übersetzung:

Wieder soll (der Yogi) genauso ausatmen und einatmen, wieder und wieder. | Genauso wie der Blasebalg des Hufschmiedes schnell gepumpt wird.

Sanskrit Text:

  • punar virecayet tad-vat pūrayec ca punaḥ punaḥ |
    yathaiva loha-kāreṇa bhastrā vegena cālyate ||62||
  • पुनर् विरेचयेत् तद्वत् पूरयेच् च पुनः पुनः ।
    यथैव लोहकारेण भस्त्रा वेगेन चाल्यते ॥६२॥
  • punar virechayet tad vat purayech cha punah punah |
    yathaiva loha karena bhastra vegena chalyate ||62||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • punar : wieder (Punar)
  • virecayet : man atme aus (vi + ric)
  • tad-vat : so, auf diese Weise (Tadvat)
  • pūrayet : man atme ein (pṝ)
  • ca : und (Cha)
  • punaḥ punar : wieder (und) wieder, immer wieder (Punar)
  • yathā : so wie (Yatha)
  • eva : genau (Eva)
  • loha-kāreṇa : vom Schmied („Eisen-Macher“, Lohakara)
  • bhastrā : (der) Blasebalg (Bhastra)
  • vegena : heftig, schnell, energisch (Vega)
  • cālyate : bewegt wird (cal)       ||62||

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

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Vishnu-devananda

Wieder sollte er den Atem einziehen und ihn ausatmen wie zuvor angewiesen. Mache weiter, immer wieder, so schnell wie der Schmied seinen Blasebalg bearbeitet.

Das ist Bhastrika, was Blasebalg bedeutet. Ihr macht weiter wie ein Schmied, der seinen Blasebalg bearbeitet, bis das Prana zu allen Chakras geht. Nur wenn die Nadis zuvor durch die Wechselatmung gereinigt sind, wird Bhastrika Nutzen bringen.

Suryabheda und Ujjayi erhitzen, weil sie das rechte Nasenloch benutzen; Sitkari und Sitali sind kalt. Praktiziert daher an heißen Tagen Sitali und Sitkari statt Bhastrika. Für das Praktizieren von Suryabheda und Ujjayi müsst ihr an einem kühlen Ort sein. Bhastrika verwendet beide Nasenlöcher gleichermaßen, und so wird die Energie auf beiden Seiten der Sushumna ausgeglichen. An sehr heißen Tagen sollt ihr das Praktizieren von Bhastrika mittags ausfallen lassen; für Bhastrika müsst ihr an einem kühlen Ort sein.

Sukadev

62. Wieder sollte er den Atem einziehen und ihn ausatmen wie zuvor angewiesen. Mache weiter, immer wieder, so schnell wie der Schmied seinen Blasebalg bearbeitet.

Also Bhastrika soll schon machtvoll und heftig sein, aber man sollte den Körper nicht zu sehr bewegen. Manchmal sieht man [macht’s vor] oder man sieht [macht’s vor]. Es ist noch nicht mal falsch, will ich dazu sagen. Manchmal hilft es Menschen, noch heftiger zu atmen, also das hier habe ich jetzt noch nicht gesehen [macht vor]. Man kann auch in Ohnmacht fallen, zumindestens kurz, so ein paar Mal. Wenn’s einen stört, kann man so ein paar Kissen aufbauen, dann fällt man nicht ganz so tief. Aber man kann’s auch weglassen, wenn man das nicht machen will. Gut, also wie gesagt, das ist noch nicht mal so ganz falsch. Manchen hilft es, etwas heftiger zu atmen. Ich weiß, beim Swami Vishnu gab’s so ein paar ältere Mitarbeiter, die dann beobachtet haben, wie gerade die jungen, enthusiastischen Brahmacharyis so richtig heftig Bhastrika gemacht haben. Die Älteren haben dann dem Swami Vishnu gesagt, er solle sich das mal angucken. Da hat er gesagt: “Its fine, they should do it, they should do it intensely.” Die sollten es intensiv machen. Aber trotzdem, wenn man kann, bleibt man ruhig mit dem Körper, und bewegt sich nicht so viel, außer Bauch und Brust gehen kräftig hoch und runter. Was ich jetzt oft beobachtet habe, dass unserePranayama-Yogis hier im Ashram, sich auch bei Bhastrika heftig bewegen. Wahrscheinlich, weil sie’s irgendwie hilfreich finden. [macht vor]. Und manchen [macht’s vor]. Wenn’s hilft, ist es o.k., aber im Normalfall bleibt man ruhig. Obgleich man dazu sagen muss, beim vollen Bhastrika bleibt man nirgendwo ruhig. Volles Bhastrika erschüttert den ganzen Körper.

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