2. Kapitel, Vers 46

Deutsche Übersetzung:

Durch schnelle Kontraktion des Beckenbodens (Mulabandha), gleichzeitiges Durchführen von Anspannung der Kehle (Jalandharabandha) | und Strecken des Rückens (Uddiyanabandha), soll der Lebenshauch in der Sushumna zum Fließen gebracht werden.

Sanskrit Text:

  • adhastāt kuñcanenāśu kaṇṭha-saṅkocane kṛte |
    madhye paścima-tānena syāt prāṇo brahma-nāḍigaḥ ||46||
  • अधस्तात् कुञ्चनेनाशु कण्ठसङ्कोचने कृते ।
    मध्ये पश्चिमतानेन स्यात् प्राणो ब्रह्मनाडिगः ॥४६॥
  • adhastat kunchanenashu kantha sankochane krite |
    madhye pashchima tanena syat prano brahma nadigah ||46||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • adhastāt : des Beckenbodens (des Bereiches „unten“, Adhas)
  • kuñcanena : (gleichzeitig) mit (dem) Zusammenziehen (Kunchana)
  • āśu : schnell (Ashu)
  • kaṇṭha : (der) Kehle (Kantha)
  • saṅkocane : (wenn das) Zusammenziehen (Sankochana)
  • kṛte : ausgeführt wird („wurde“, Krita)
  • madhye : in der (Körper-)Mitte (Madhya)
  • paścima : (nach) hinten (Pashchima)
  • tānena : (zusammen) mit dem Einziehen („Ausdehnen“ des Bauches, Tana)
  • syāt : sollte (as)
  • prāṇaḥ : (der Lebens-)Atem, (die) Lebensenergie Prana
  • brahma-nāḍi-gaḥ : (durch) Brahmanadi (Brahmas Energiekanal, Sushumna) fließen („gehen“, Ga)        ||46||

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

Für denjenigen, der von seinem Guru die Jihva (Zungen) Bandha gelernt hat, erfolgt Pranayama leicht, wenn er zuerst diese und danach Jalandhara Bandha praktiziert. Aber wenn einem Jihva Bandha nicht bekannt ist, dann sollte man den Anus zusammenziehen (Mula Bandha). Diese drei Bandhas sollen vom Guru gelernt werden, denn wenn sie falsch praktiziert werden, bringen sie verschiedene Beschwerden mit sich.

Vishnu-devananda

Während man zu gleicher Zeit die Kehle (Jalandhara Bandha) und den Anus (Mula Bandha) zusammenzieht, fließt der Atem durch die Sushumna, wobei er durch den hinteren Teil des Nabels hineingezogen wird.

Wenn beide Bandhas angewandt werden, fließt der Atem durch die Sushumna, die durch Ernährung und all die Dinge, die wir angeführt haben, gereinigt sind. Dann fließt Prana ganz natürlich durch die Sushumna; es geschieht automatisch, ohne dass ihr irgendetwas Zusätzliches tun müsst.

Jihva Bandha ist die Zungensperre. Wenn diese Sperre nicht bekannt ist, dann können die Verschlüsse an Anus und Kinn ohne sie angewandt werden.

Sukadev

46. Während man zu gleicher Zeit die Kehle (Jalandhara Bandha) und den Anus (Mula Bandha) zusammenzieht, fließt der Atem durch die Sushumna, wobei er durch den hinteren Teil des Nabels hineingezogen wird.

Mit anderen Worten – er beschreibt hier alle drei Bandhas. Also beim Anhalten macht man Mula Bhanda, den Beckenbodenverschluss, Jalandhara Bandha, den Kinn- und Zungenverschluss, und sanftes Uddhiyana Bandha, den Unterbauch einziehen. Und diese drei Bandhas zusammen verhindern, dass das Prana ausfließt. Mula Bandha verhindert, dass das Prana nach unten wegfließt. Außerdem verbindet Mula Bandha Ida und Pingala, diese beiden Nadis links und rechts neben der Wirbelsäule, so dass diese beiden Nadis, die normalerweise so rechts und links neben dem MuladharaChakra vorbeilaufen, dass die zusammenkommen. Und dann ist das so, als ob man den Plus- und den Minus-Pol von einem elektrischen Stromkreis zusammenführt. was passiert dann? Es gibt eine Art Kurzschluss. Und so ähnlich ist das auch, wenn das [Voll?] passiert ist, eine Art Kurzschluss. D.h. man verliert das physische Bewusstsein und kommt in eine höhere Bewusstseinsebene – die Kundalini erwacht. So könnt ihr sehen: Da das den wenigsten passiert, wenn sie Mula Bandha machen, dass eure Nadis noch nicht so gereinigt sind. Ansonsten würde es ausreichen, einmal kräftig Mula Bandha üben und die Luft anhalten, und schon würde die Kundalini durch die Sushumna nach oben fliegen. Aber es geschieht schrittweise, und so ist Mula Bandha etwas, was hilft, dass sowohl Energie nicht abfließt; zwotens, dass Ida und Pingala verbunden werden, und drittens hilft es, dass die Energie, die nach unten fließen würde, nach oben und unten fließt und dort in der Mitte bleibt und die ganzen Nadis reinigt. Und schließlich Abhana-Vayu, das nach unten strömende Vayu, wird sublimiert und umgewandelt in Ojas, in feinstoffliches Prana. Gut, und Jalandhara Bandha verhindert, dass das Prana nach oben rausfließt und führt dazu, dass die Sushumna sich öffnet. Die Halswirbelsäule wird ja langgezogen, und so kann das Prana durch die Sushmuna leichter fließen. Die anderen Nadis werden verschlossen, und in der ersten Stufe heißt das, dass das Prana nicht nach oben wegströmen kann, es fließt hier hoch und runter und damit reinigt es die verschiedenen Nadis. Außerdem, rein physiologisch gesehen hilft Jalandhara Bandha, dass man länger die Luft anhalten kann. Es verhindert, dass bei voll eingeatmeter Luft der Druck nach oben in den Kopf zu stark wird. Mit voll eingeatmeter Luft die Luft anhalten führt oft zu einem leichten Überdruck im Kopf. Es wird auch die Halsschlagader leicht abgestellt. Nicht vollständig, sonst wären wir vielleicht tot, aber leicht, so dass also die Blutzufuhr ins Gehirn nicht zu stark ist. Und darauf beruht es, dass es angenehmer ist, die Luft anzuhalten, wenn wir nicht vollständig eingeatmet haben. Es gibt noch eine andere, banale Wirkung von Jalandhara Bandha. Wenn man Jalandhara Bandha macht, kann man auch die Hand so halten, ohne dass die Schulter erlahmt. Wer schon mal Wechselatmung gemacht hat ohne Jalandhara Bandha, zwanzig Minuten, weiß, da kann der Arm schon sehr schwer werden. Die Wenigsten können dann die Hand dort halten und müssen dann vielleicht wechseln oder beim Anhalten die Hand senken. Währenddessen bei Jalandhara Bandha, da hängt der Arm recht locker. Hier also auch noch eine Wirkung. Noch eine wichtigere Wirkung: Hier im Halsbereich ist auch der Sitz eines der fünf Prana-Vayus. Welches nämlich? Udhana-Vayu. Dieses Udhana-Vayu wird durch Jalandhara Bandha auch sublimiert und in Ojas umgewandelt. Und Udhana-Vayu ist ja auch verantwortlich für das Nervensystem, für Schlafen, für Kommunikation und für Sprache. Also jemand, der Jalandhara Bandha regelmäßig übt, hat auch weniger Schlafstörungen, wird auch nicht so schnell nervös, kann sich besser entspannen, und kann besser sprechen. Insbesondere für Yogalehrer interessant und wichtig. Deshalb: Jeder Yogalehrer sollte viel Pranayama machen mit Jalandhara Bandha. Noch ein zusätzlicher Grund. Und Svatmarama gibt noch weitere Gründe:

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