2. Kapitel, Vers 3

Deutsche Übersetzung:

So lange der Atem im Körper bleibt, so lange wird es Leben genannt | Tod ist das Verlassen von diesem. Daher soll der Atem angehalten werden.

Sanskrit Text:

  • yāvad vāyuḥ sthito dehe tāvaj jīvanam ucyate |
    maraṇaṁ tasya niṣkrāntis tato vāyuṁ nirodhayet ||3||
  • यावद् वायुः स्थितो देहे तावज् जीवनम् उच्यते ।
    मरणं तस्य निष्क्रान्तिस् ततो वायुं निरोधयेत् ॥३॥
  • yavad vayuh sthito dehe tavaj jivanam uchyate |
    maranam tasya nishkrantis tato vayum nirodhayet ||3||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • yāvat : solange wie (Yavat)
  • vāyuḥ : (der Lebens-)Atem, Prana (“Wind”, Vayu)
  • sthitaḥ : sich befindet (Sthita)
  • dehe : im Körper (Deha)
  • tāvat : solange (Tavat)
  • jīvanam* : Leben (Jivana)
  • ucyate : (das) wird genannt (vac)
  • maraṇaṁ : Sterben, Tod (Marana)
  • tasya : dieses (Lebensatems, Tad)
  • niṣkrāntiḥ : (das) Hinausgehen, Weichen, Verschwinden (Nishkranti)
  • tataḥ : daher, deshalb (Tatas)
  • vāyuṁ : (den) Atem („Wind“)
  • nirodhayet : man soll anhalten (“einsperren”, ni + rudh)        ||3||

*Anmerkung: Der Kommentator Brahmananda definiert das „Leben“ (Jivana) als die Verbindung (Samyoga) von Körper (Deha) und Lebensatem (Prana): deha-prāṇa-saṃyogasya. Das Hinausgehen (Nishkranti) von Prana aus dem Körper, also die Trennung (Viyoga) dieser beiden, wird „Sterben“ (Marana) genannt (ucyate): tasya prāṇasya niṣkrāntir dehād viyogo maraṇam ucyate.

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

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Vishnu-devananda

Man sagt von einem Menschen, dass er nur so lange lebt, als er Atem in seinem Körper hat. Wenn der Atem ausgeht, sagt man, dass er tot ist. Daher sollte man Pranayama praktizieren.

Wieder spricht er nicht über den körperlichen Atem, sondern über Prana.

Sukadev

3. Man sagt von einem Menschen, dass er nur so lange lebt, als er Atem in seinem Körper hat. Wenn der Atem ausgeht, sagt man, dass er tot ist. Daher sollte man Pranayama praktizieren.

Eine ausgezeichnete Begründung. Der Swami Vishnu hat da gerne ’nen Witz gebracht: Wenn jemand tot ist und noch atmet, den müsst ihr mir zeigen. Das beste Rezept gegen Sterben ist, niemals aufhören zu atmen. Es ist natürlich auch wieder auf einer anderen Ebene gemeint. Es gibt viele Menschen, die sind lebendige Tote. Das Herz schlägt noch irgendwie, ihre Füße bewegen sie auch noch, aber es ist kein Prana dahinter. Aber sowohl für die Langlebigkeit wie für die Lebendigkeit ist Pranayama gut.

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