2. Kapitel, Vers 1

Deutsche Übersetzung:

Wenn Stabilität in der physischen Praxis (Asana) erreicht ist, der Yogi Selbstkontrolle erlangt hat und die Ernährung passend und maßvoll ist, | dann sollen in direktem Unterricht durch den Lehrer die Atemtechniken (Pranayama) geübt werden.

Sanskrit Text:

  • athāsane dṛḍhe yogī vaśī hita-mitāśanaḥ |
    gurūpadiṣṭa-mārgeṇa prāṇāyāmān samabhyaset ||1||
  • अथासने दृधे योगी वशी हितमिताशनः ।
    गुरूपदिष्टमार्गेण प्राणायामान्समभ्यसेत् ॥१॥
  • athasane dridhe yogi vashi hita mitashanah |
    gurupadishta margena pranayaman samabhyaset ||1||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (Atha)
  • āsane : (wenn die) Körperstellung(en, „Sitzhaltungen“, Asana)
  • dṛḍhe : fest, gefestigt, stabil (sind, Dridha)
  • yogī : (ein) Yogi
  • vaśī : (der) sich selbst (geistig und körperlich) beherrscht (Vashin)
  • hita : heilsam, gut (Hita)
  • mita : (und ) maßvoll  (ist, Mita)
  • aśanaḥ : (dessen) Nahrung (Ashana)
  • guru : (von seinem) Lehrer, Meister (Guru)
  • upadiṣṭa : (die) gelehrt wurde (Upadishta)
  • mārgeṇa : gemäß der Methode („des Weges“, Marga)
  • prāṇāyāmān : (die verschiedenen Arten der) Atemzügelung (Pranayama)
  • samabhyaset : soll üben, praktizieren (sam + abhi + as)     ||1||

Kommentare – Audio – Video

Brahmananda

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Vishnu-devananda

Nachdem sich der Yogi in den Asanas vervollkommnet hat, sollte er in Übereinstimmung mit den von seinem Guru dargelegten Anweisungen Pranayama praktizieren, seine Sinne unter Kontrolle halten, und dabei durchwegs eine zuträgliche und maßvolle Ernährung einhalten.

Sukadev

1. Nachdem sich der Yogi in den Asanas vervollkommnet hat, sollte er in Übereinstimmung mit den von seinem Guru dargelegten Anweisungen Pranayama praktizieren, seine Sinne unter Kontrolle halten, und dabei durchwegs eine zuträgliche und maßvolle Ernährung einhalten.

Hier beschreibt er die verschiedenen Grundlagen des Pranayama. Vervollkommnen heißt jetzt nicht, dass man in den Asanas beide Füße hinter den Kopf bekommt, von vorne, von der Seite und von hinten, sondern dass man die Asanas regelmäßig macht, dass man die Asanas bewusst machen kann – man hat den falschen Ehrgeiz überwunden. Und dann kann man in fortgeschrittene Pranayamas gehen. Auch natürlich die vorbereitenden Übungen, einfachesKapalabhati und einfache Wechselatmung kann man schon nach ein paar Wochen lernen. Aber die fortgeschrittenen Übungen, da gehört dazu, dass man die Asanas schon eine Weile geübt hat. Zweitens gehört dazu, dass man die sattvige Ernährung pflegt. Drittens gehört dazu, dass man sonst in seinem Leben nicht zu sehr über die Stränge schlägt, sondern seine Sinne unter Kontrolle hält. Und dann sollte man so praktizieren, wie man es von seinem Lehrer gelernt hat. Pranayama kann man nicht wirklich von Büchern lernen, obgleich manchmal Bücher einem Tipps geben können, um vielleicht mal eine kleine Variation einzubauen, oder mal Konzentrationshilfen und Details kennenzulernen. Aber man kann nicht wirklich Pranayama machen durch ein Buch. Auch die Hatha Yoga Pradipika ist nicht so geschrieben, dass man dadurch wirklich üben könnte.

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