1. Kapitel, Vers 19

Deutsche Übersetzung:

Nun Asana: Asana wird zuerst erklärt, da es die erste Stufe des Hatha-Yoga ist. | Diese Asana-Praxis soll geübt werden, da sie Kraft, Gesundheit und Leichtigkeit im Körper verleiht.

Sanskrit Text:

  • atha āsanam
    haṭhasya prathamāṅgatvād āsanaṁ pūrvam ucyate |
    kuryāt tad āsanaṁ sthairyam ārogyaṁ cāṅga-lāghavam ||19||
  • अथ आसनम्
    हठस्य प्रथमाङ्गत्वाद् आसनं पूर्वम् उच्यते ।
    कुर्यात् तद् आसनं स्थैर्यम् आरोग्यं चाङ्गलाघवम् ॥१९॥
  • atha asanam
    hathasya prathamangatvad asanam purvam uchyate |
    kuryat tad asanam sthairyam arogyam changa laghavam ||19||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (folgen, Atha)
  • āsanam : (die) Körperstellung(en, Asana)
  • haṭhasya : des Hatha(-Yoga)
  • prathama-aṅgatvād : denn das ist das erste (Prathama) Glied (Anga)
  • āsanaṁ : Asana (Körperstellungen)
  • pūrvam : zuerst, als erstes (Purva)
  • ucyate : wird genannt, gelehrt (vac)
  • kuryāt : bewirkt (kṛ)
  • tad : dieses (Tad)
  • āsanaṁ : Asana (die Gesamtheit der zu lehrenden Körperstellungen)
  • sthairyam : (körperliche und geistige) Festigkeit, Ausdauer (Sthairya)
  • ārogyaṁ : Gesundheit (Arogya)
  • ca : und (Cha)
  • aṅga : (der) Glieder, (des) Körpers (Anga)
  • lāghavam : Leichtigkeit (Laghava)     ||19||

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Brahmananda

Von den Asanas wird gesagt, dass sie einen stark machen, weil sie die Rajoguna abtötet, die die Unbeständigkeit des Geistes verursacht. Indem sie Beschwerden vertreibt, erleichtert sie die Konzentration, denn wie Patanjali sagt: „Beschwerden, Benommenheit, Zweifel, Sorglosigkeit, Faulheit, Weltorientiertheit, falsche Vorstellung, Verfehlen des Kerns und Unbeständigkeit sind die Ursachen von Verwirrung des Geistes, und sie sind die Hindernisse.“ Die Schwere des Körpers kommt von einem Übergewicht an Tamas, und die Asanas beseitigen das. – Vasishta und Matsyendra waren sowohl Jnanis, als auch Yogis, aber der erstere war mehr in Jnana gelehrt, der letztere in Yoga.

Vishnu-devananda

19. Asanas werden an erster Stelle abgehandelt, weil sie die erste Stufe von Hatha Yoga bilden.

Jetzt versteht ihr, dass Asanas nicht alles sind im Hatha Yoga; sie sind nur die erste Stufe.

19. (fortgesetzt) So sollte man Asanas ausführen, dass sie einen stark, frei von Beschwerden und leichtgliedrig machen.

Obwohl es unmöglich ist, die bedeutenden Wahrheiten klar zu erklären und wahrzunehmen, die den verschiedenen Asanas zugrunde liegen (absurd und quacksalberisch wie sie manchen vorkommen mögen), bevor nicht das menschliche System in all seinen Kompliziertheiten und Einzelheiten verstanden wird, bin ich doch überzeugt, dass die verschiedenen Stellungen viele bedeutsame Ergebnisse bringen, körperliche und andere.

Zum Beispiel werden bei einigen von ihnen verschiedene Nervenzentren gedrückt und in Tätigkeit gesetzt. Diese wirken sich stark auf die Kontrolle von Unregelmäßigkeiten im Körper aus, und, was sogar noch wunderbarer, aber nicht weniger wahr ist, auf die Reinwerdung unserer geistigen Natur (die Unterdrückung einiger unserer tierischen Leidenschaften). Eine Reihe von Beschwerden, die durch Überschuss oder Unregelmäßigkeiten in den Körpersäften hervorgerufen werden: Wind, Galle und Schleim, werden durch die Asanas beseitigt. Physiologen werden hier ein weites Feld für ihre Untersuchungen finden, und die Ernte ist das Mähen wert.

19. (fortgesetzt) Ich fahre fort, einige von den Asanas darzustellen, die von solchen Weisen wie Vasishta und solchen Yogis wie Matsyendra aufgenommen worden sind.

Sukadev

19. Asanas werden an erster Stelle abgehandelt, weil sie die erste Stufe des Hatha Yoga bilden.

Es gab zwar schon Yamas und Niyamas, das sind so die Vorstufen. Yamas und Niyamas findet man im Grunde genommen in jedem spirituellen System. Es gibt kein spirituelles System ohne die Yamas und Niyamas auf die eine oder andere Weise. Aber was das charakteristische von Hatha Yoga ist, die erste Stufe, sind Asanas.

– So sollte man Asanas ausführen, dass sie einen stark, frei von Beschwerden und leichtgliedrig machen.

Das sind drei Aspekte der Asanas. Frei von Beschwerden, stark und leichtgliedrig. Man kann auch sagen, das sind drei Phasen der Asanapraxis. Es gibt drei verschiedene Arten, wie wir Asanas üben. Wir können sie erstmal sehr sanft üben. Voller Körperbewusstsein, hineinatmen, nicht so weit gehen, um erstmal eine gewisse Heilwirkung im Körper zu erzeugen. Das ist das, was einen von verschiedenen Beschwerden erstmal befreien kann. Was ihr auch hoffentlich in Anfängerkursen unterrichtet und in Rückenyoga, und wie ihr vielleicht auch selbst am Anfang begonnen habt.

In den Anfängerkursen unterrichtet man zuerst sehr, sehr sanft. Die Menschen müssen Körperbewusstsein entwickeln, in den Körper hineinfühlen. Sie müssen die alten Denkschemata von Konkurrenz und Vergleichen, von Nichtgutgenugsein, von Perfektionsdrang und Zwang loswerden. Diese Dinge darf man nicht in die Asanapraxis hineinbringen. Und so ist das der erste Schritt im Hatha Yoga, dass wir frei werden von diesem Denken, seinen Körper nicht annehmen können. Gerade gestern hab ich gelesen, dass 75% der Frauen mit ihrem Aussehen nicht zufrieden sind, 52% der Männer. Noch vor dreißig Jahren war das anders. Da waren nur 25% der Frauen und 8% der Männer nicht zufrieden. In dem Maße, wie die Kosmektikindustrie und die Plastische Chirurgie, die Diätkunde und sonst was Einfluss bekommen, wird der Mensch unzufriedener mit seinem Äußeren. Und es ist wichtig, dass man lernt, sich selbst anzunehmen, seinen Körper zu spüren, zu fühlen. Natürlich nicht, sich zu identifizieren, das wollen wir ja nicht im Yoga, sondern wie ein Gewand, das wir tragen. Auf das wir bis zu einem gewissen Grad Einfluss haben, aber auch nicht vollständig. Ich könnte mir zwar jetzt die Haare färben, dann hätte ich blonde Haare, oder schwarze oder grüne oder gelbe Haare, aber ich könnte jetzt nicht die Anzahl meiner Haare verdoppeln. Gut, ich kann mir noch ein Toupet aufsetzen, aber das ist für die Meisten irgendwie unbefriedigend. Dagegen kann ich sehr wohl meinen Körper annehmen und ich kann sagen: „Das ist der Tempel, der mir zur Verfügung gestellt wurde.“ Das ist der erste Schritt im Hatha Yoga. Und wenn wir das machen, dann verschwinden alle möglichen Beschwerden von selbst. Man sollte aber nicht zwanzig Jahre lang immer diese sanften Asanas, sich ja nicht anstrengen, also nicht zu lange Zeit bei dem sehr sanften Anfängerstil stecken bleiben.

Dann der zweite Schritt ist, dass man stark wird. Körperlich stark, energetisch stark und geistig stark. Gut, durchaus auch körperlich stark. Man kann sagen, das ist die zweite Weise, wie man Asanas ausführt. Hier geht man in viele Variationen hinein und lernt, seine Ängste zu überwinden. „Ich kann dieses nicht, ich kann jenes nicht, das ist unmöglich,“ und so weiter. Auch anstrengende Asanas ausführen, sich auch dort bemühen, aber nicht mit Wettbewerbsdruck, auch nicht mit Perfektionszwang, aber man hat hoffentlich in der ersten Stufe abgelegt, dass man meint, besser sein zu müssen, als andere, oder unbedingt das Bild auf der Seite 176 im Großen Illustrierten Yogabuch nachahmen zu müssen. Vermutlich ist da gar kein Bild. Also körperlich stark sein. Auch ein Yogi sollte Rückenmuskulatur, Bauchmuskulatur, Armmuskulatur durchaus stärken. Asanas sollten irgendwann auch anstrengend sein. Davor sollten wir keine Angst haben, sondern im Gegenteil uns freuen, wenn’s mal anstrengend wird. Wir haben gelernt, wie man das richtig macht. Man lernt, irgendwann kann man den Kopfstand, irgendwann man kann den Handstand, man lernt Virabhrasana, man kann die Krähe, man lernt alles mögliche. Und so arbeitet man an vielen Variationen, um diese Stärke zu bekommen. Eine innere Stärke wie auch eine energetische Stärke.

Gut, und dann aber auch geistig stark. Viele Menschen blockieren ein großen Teil geistig. Denken, „Das kann ich nie, das klappt nie. Ich bin zu alt, zu gebrechlich, zu steif. Zu dick, zu dünn“, was weiß ich noch. „Zuviel Rückenbeschwerden, zuviel Arthritis“, alles Mögliche. Und wir machen uns schwach dadurch. Und indem wir durchaus mal fortgeschrittenere Asanas angehen, aber mit Intelligenz und Bewusstheit, lernen wir: Sehr viel mehr ist möglich. Und ich habe gute Erfahrungen gemacht gerade mit Menschen, die sehr große Beschwerden hatten, als sie mit Yoga angefangen haben. Fast die besten Erfolge habe ich bei Menschen, die mit über 70 angefangen haben. Was die dann noch für geistige Stärke wieder mobilisieren konnten, als sie gesehen haben, was sie alle für Asanas noch können. Im Leben geht’s wieder bergauf. Nicht in jedem Jahr fällt eine Fähigkeit weg und ein Wehwehchen kommt, sondern im Gegenteil, neue Fähigkeiten kommen. Das gibt eine riesige geistige Stärke. Wir wollen auch nicht vergessen, es gibt auch noch den nächsten Aspekt, den der energetischen Stärke. Die Asanas sind absolut notwendig, wenn man fortgeschrittenes Pranayama machen will, denn der Körper muss auf der energetischen Ebene stark sein, so dass mehr Prana, mehr Lebensenergie durch den Körper hindurch fließen kann. Wir wollen ja unser Energieniveau erheblich erhöhen. Von 3 Volt und 0,2 Milliampère wollen wir auf 1 Million Volt mit 100000 Ampère, oder Kiloampère oder Megaampère gehen. Und dazu muss auch der Körper stark werden und dafür sind die Asanas notwendig.

Und dann schließlich leichtgliedrig. Das ist der wichtigste Aspekt. Und um leichtgliedrig zu werden hält man die Stellungen lange. Und das ist die königliche Ausführung der Asanas. Leichtgliedrig bezieht sich zum einen natürlich auf das körperliche Gefühl. Nach einer Yogastunde fühlt man sich irgendwie leicht. Manchmal als ob man irgendwie auf Wolken geht. Die meisten haben so was schon mal gespürt, einige nicht, aber es ist wichtig zu wissen, viele fühlen das, diese Leichtgliedrigkeit. Leichtgliedrigkeit bezieht sich auch auf die Energien, die man spürt. Dass Prana frei wird, Energie fließt überall hin. Und dieser Aspekt der Leichtigkeit und auch der Verfeinerung von Prana, dem Erzeugen von Sattva, darüber hat Sri Kartikeyan bei seinem Pfingstseminar viel gesprochen. Er selbst ist jetzt keiner, der viele Asanas macht. Er macht andere Sachen. Aber er weiß, die Asanas transformieren das Prana in sattviges Prana. Menschen haben tamasiges, grobstoffliches Prana. Manchmal sieht man bei Menschen, wie hart und fest und erdig das Prana ist. Wenn man dort mit diesen Menschen spricht über subtile Zusammenhänge, dann ist das, wie wenn man zu nem Stein spricht, die können damit nichts anfangen. Alle Energie ist sehr tamasig. Ich hab immer die Erfahrung gemacht, jemand, der eine Weile Asanas macht, wenn der einen Meditationskurs macht, der hat überhaupt keine Probleme. Der kann anschließend über subtile Sachen hören, obgleich der vorher nie gehört hat – das Prana ist sattvig geworden. Das ist eine der schönen Sachen. Bei jedem Menschen, der Samskaras hat, spirituelle Samskaras, die werden wiederbelebt, nachdem sie ja durch eine Erziehung ausgetrieben oder verspannt oder im Herzen verschlossen wurden. Diese Samskaras werden freigelegt und aktiviert, wenn das Prana sattvig geworden ist. Daher helfen Asanas, einen leichtgliedrig zu machen.

Ich meine daher, dass Asanas in unserer modernen Gesellschaft ganz besonders wichtig sind. Die Asanas haben die große Fähigkeit, auch Menschen, die zunächst an nichts Spirituelles denken, zur Spiritualität, zu ihrer eigenen Herzensspiritualität zu bringen. Nicht zu etwas Äußerem, sondern von innen heraus. Und natürlich auch nur dann, wenn’s potenziell angelegt ist. Das ist nicht von außen aufoktoyiert, sondern etwas, was innen angelegt ist, wieder freigesetzt werden kann. Und da glaube ich, das können Asanas besser als alles andere, was es gibt in dieser Gesellschaft. Es müssen natürlich auch die Asanas richtig gelehrt werden. Und leider muss man sagen, es gibt eine ganze Reihe moderner Entwicklungen bei den Asanas, die nicht in diese Richtung gehen, die mehr in Richtung Aerobic gehen. Das nennt sich dann halt Yoga, man springt von hier nach dort. Das macht die Menschen auch energetisch, aber es ist eine rajasige Energie. Das habe ich zumindest miterlebt bei all den Stunden, wo ich selbst mit dabei war. Das war kein sattviges Prana, wo man hinterher das Gefühl hat, jetzt will ich mich hinsetzen zur Meditation. Es war ein Prana, ich hab auch mal Aerobicstunden miterlebt, um zu sehen, wie das ist, durchaus vergleichbar mit einem Prana nach einer Aerobicstunde. Die Leute sind auch irgendwie aufgedreht, fühlen sich wohlig erschöpft und auch kommunikativ. Es ist ja nichts schlechtes, aber es ist nichts Sattviges.

Um Sattva zu erzeugen, müssen wir die Asanas halten. Je länger wir die Asana halten, um so wirkungsvoller sind sie auf sattvigem Gebiet. Und dazu ist eine besondere Verantwortung bei Yogalehrern, denn unsere Gesellschaft geht in eine andere Richtung. Unsere Gesellschaft geht ins Rajas. Und auch bei den Yogarichtungen gibt’s immer diese Tendenz ins rajasige. Fünf Minuten in der Vorwärtsbeuge zu sein, dabei ganz konzentriert zu sein, den Geist nicht abzulenken, den Atem konzentrieren, ist etwas, was den Grundströmungen der Gesellschaft entgegengesetzt ist. Die Gesellschaft will mehr, tut was, ist aktiv, und man ist besser als die anderen und so weiter, oder man entspannt, schwitzt, nachher legt sich auf den Rücken. Nichts gegen Sauna, ich geh ab und zu auch mal hin. Aber eigentlich, ich glaub, die Hauptwirkung bei Sauna, es ist eine Legitimierung, faul herumzuliegen. Wenn ihr mal probiert, statt einen halben Tag in die Sauna zu gehen, einen halben Tag ganz geruhsam sich hinzulegen, zwischendurch mal ein bisschen spazieren gehen, wieder hinlegen, werdet ihr feststellen, es hat einen ähnlichen Erholungswert. Mal Sebastian Kneipp fragen. Gut, ich bin ja durchaus auch für Sachen wie Abhärtung und so weiter, auch für warm/kalt, wird ja einiges da sein, aber auch Sauna erzeugt kein sattviges Prana, behaupte ich hier. Es mag gut sein, aber sattviges Prana erzeugen die Asanas, die Chi Gong Übungen. Vielleicht gibt’s auch noch andere Übungen, aber die Asanas in ganz besonderem Maß. Dafür sind sie ausgerichtet.

Eine Stellung lange halten. Wie lange ist lange? Ihr seid alle sehr großzügig in der Zeit. Also schon drei, fünf Minuten. Da fangen die Asanas an, interessant zu werden. Es stimmt, die Asana Jaya, die Herrschaft über die Stellungen, ist erreicht, wenn man sie zwei Stunden lang gehalten hat. Und der Swami Vishnu hat uns öfter gesagt: Jeder ernsthafte Yoga Schüler sollte die Grundasanas mal mindestens zwanzig Minuten gehalten haben. Sofern nichts körperliches dagegen spricht. Grundasanas wären Kopfstand, Schulterstand, Pflug, Fisch, Vorwärtsbeuge, Kobra, Drehsitz. Das sind alles Asanas, die man mal mindestens zwanzig Minuten halten kann. Das hängt natürlich auch von deiner Zeit ab. Aber typischerweise wird man mal einen Tag die eine Asana länger halten, oder eine Woche lang daran üben, eine Asana länger zu halten, die nächsten Wochen eine andere, sonst bist du drei bis vier Stunden beschäftigt. Wenn man Zeit hat, würde auch nichts dagegen sprechen, aber ich vermute, die habt ihr nicht. Aber mindestens einmal im Leben sollte man die Asanas länger halten. Also, meine Ermutigung ist, macht’s ruhig, wenn euer Körper das erlaubt. Wenn es der Körper nicht erlaubt – es gibt noch genügend andere, schöne Dinge, die man im Yoga machen kann. Der Trick beim Yoga ist immer, sich nicht über das zu ärgern, was man nicht kann, sondern sich über das zu freuen, was man machen kann.

Und auch etwas Wichtiges, was man nicht vergessen darf: Unser Geist ist immer ein bisschen rajasig. Und was will der rajasige Geist? Abwechslung. Er will immer was Neues. Gut, und bis zum gewissen Grad versuchen wir, Vikshepa, der Unruhe des Geistes, Rechung zu tragen, und immer wieder Variationen zu machen, diese kleine Veränderung und jene kleine Veränderung. Aber nichts desto trotz, die machtvollste Art und Weise, die Asanas auszuführen, sind diese banalen Grundstellungen. Das sind die machtvollsten Stellungen überhaupt, wenn man sie lange hält mit Konzentration. Die anderen haben auch ihren Zweck, und es ist gut, sie auch zu üben. Sie geben eine körperliche, energetische und geistige Stärke. Und wir sollten nicht vergessen, es ist eigentlich nur eine Vorbereitung für das lange Halten der Asanas. Das ist die tiefste und machtvollste Weise. Und man fängt an, sanft zu üben. Das hilft schon, dass man einige Beschwerden loswerden kann, Spannungen, insbesondere den Leistungstrieb loswerden kann, den Vergleichstrieb loswerden kann. Das ist nämlich wichtig. Wenn wir in die zwote Phase der Asanapraxis gehen mit vielen Variationen, mit anstrengenden Variationen, dann müssen wir darauf achten, dass wir das nicht mit Wettbewerbsgeist machen. Und dann zum Schluss lange halten, und dann fühlt man sich sehr leicht. Wer eine halbe Stunde in der Vorwärtsbeuge war und dabei konzentriert gewesen ist, dann sind alle Probleme verschwunden. Das Prana ist sattvig geworden, die Schwingung ist subtil geworden, und man fühlt sich sehr, sehr gut.

Es gibt auch vorübergehende Sachen, z.B. dass Reinigungserfahrungen auftreten. Gut, man muss auch sehen, der Körper altert, es treten Beschwerden auf, und manchmal können auch Asanas diese Beschwerden nicht verhindern. Beispielsweise bei manchen Menschen ist der Körper so angelegt, dass er mit fünfundvierzig Jahren Rheuma kriegt. Jetzt beginnt man mit dreiundvierzig mit Yoga, dann kriegt mit man fünfundvierzig trotzdem Rheuma. Vielleicht weniger, als wenn man kein Yoga gemacht hätte, aber denkt dann, ich hab durch’s Yoga Rheuma gekriegt. Aber wenn man dann seine Familie anschaut, die Eltern oder die Geschwister, die haben auch irgendwas gekriegt, ohne Yoga zu praktizieren. Manchmal muss man sagen, Yoga heilt nicht alle Krankheiten und verhindert nicht alle Krankheiten. Dass Yoga selbst Krankheiten hervorruft, ist äußerst selten. Dann macht man irgendwas falsch. Dass Yoga hilft, Krankheiten zu heilen, ist relativ häufig. Aber leider ist es nicht so, dass Yoga alle Krankheiten heilt. Aber im Zweifelsfall, wenn man selbst nicht weiß, wie man die Praxis anpassen kann, dann sollte man jemanden fragen, der mehr weiß. Schaden richten die Asanas nicht an.

Wenn ihr die Asanas länger als zehn Minuten halten wollt, dann müsst ihr Vegetarier sein. Ansonsten bis zehn Minuten die Asanas halten, da ist es jetzt nicht notwendig, dass man die richtige Ernährung hat. Natürlich ist es hilfreich, die richtige Ernährung zu haben, und sehr viele Menschen, habe ich erlebt, dass wenn sie die Asanas so machen, dass sie die Asanas länger halten und bewusst halten, die werden von selbst Vegetarier. Die hören, von selbst auf zu rauchen, die hören von selbst auf, Alkohol zu trinken. Wir dürfen jetzt nicht unseren Schülern sagen: „Du darfst keine Asanas machen, wenn du nicht vegetarische Vollwertkost hast, das stimmt nicht. Es gibt genügend Menschen, die anfangen mit Asanas, die Alkoholiker sind, rauschgiftsüchtig sind, deren Ernährung aus Schokolade und Abführmitteln besteht. Und indem sie anfangen, regelmäßig Yoga zu machen, damit aufhören. Also das wird nicht zur Bedingung, obgleich man als Yogalehrer irgendwann mal auch auf die Ernährung hinweist.

Schreckt jetzt nicht eure Schüler ab. Ich erinnere mich an jemand, der hat gesagt, vor zehn Jahren hätte er schon mal Yoga gemacht. Und dann hätte die Lehrerin gesagt, sie dürften kein Yogamachen und Fleisch essen. Das hat er dann eingesehen und kein Yoga mehr gemacht. Und zehn Jahre später kam er zu mir und hat gesagt, eigentlich hätte das Yoga ja doch gut getan. Ob ich meine, ob er vielleicht auch Yoga machen könne, auch wenn er Fleisch isst. Und er hat dann Yoga gemacht, und nach nem Jahr ist er Vegetarier geworden. Aber er wollte ganz ausdrücklich kein Vegetarier werden. FortgeschrittenesPranayama, also Samanu-Konzentration, Jalandhara Bandha, Suryabedha, Ujjayi, Bhastrika, Mudras, dafür sollte man Vegetarier sein. Und auch Nichtraucher, keine Drogen zu sich nehmen, insbesondere keine bewusstseinsverändernden Drogen und keine alkoholischen Getränke. Aber normales Kaphalabhati, Wechselatmung, könnt ihr auch einen nichttrockenen Alkoholiker mit großem Nutzen unterrichten.

– Ich fahre fort, einige von den Asanas darzustellen, die von solchen Weisen wie Vasishta und solchen Yogis wie Matsyendra aufgenommen worden sind.

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