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05-12 Kommentar Swami Sivananda

Santim naisthikim wird interpretiert als ›Friede, der aus Hingabe und Beständigkeit entstanden ist‹. Der harmonische Mensch, der um Gottes willen und ohne Erwartung der Früchte handelt und der sagt: »Ich handle nur für meinen Herrn, nicht zu meinem persönlichen Vorteil oder Gewinn«, gelangt zum Frieden, der aus Hingabe erwächst, durch die folgenden vier Stadien: Reinheit des Geistes, Erlangung von Wissen, Verzicht auf Handlungen und immerwährende Weisheit. Der unausgeglichene, unharmonische Mensch aber, der vom Wunsch geleitet wird, an den Früchten der Handlungen hängt und sagt: »Ich habe so und so gehandelt; ich werde dieses oder jenes Ergebnis haben«, bleibt fest gebunden.

05-17 Kommentar Swami Sivananda

Sie heften ihren Verstand auf Brahman, das höchste Selbst. Sie fühlen und verwirklichen, daß sie selbst Brahman sind. Durch ständiges und fortgesetztes Meditieren verankern sie sich fest in Brahman. Die ganze Welt der Namen und Formen verschwindet für sie. Sie leben allein in Brahman. Für sie ist allein Brahman das höchstes Ziel, die einzige Zuflucht. Sie erfreuen sich allein im Selbst. Sie finden allein im Selbst Zufriedenheit. Sie sind allein im Selbst erfüllt. Solche Menschen kehren niemals zu diesem Samsara zurück, da ihre Sünden durch Erkenntnis (BrahmaJñana) aufgelöst worden sind. (Vgl.IX.34)

05-18 Kommentar Swami Sivananda

Der befreite Weise, der Jivanmukta, der Brahmane, sieht alles gleich, da er in allem nur das Selbst wahrnimmt. Diese wunderbare Sicht eines Jnani liegt jenseits jeder Beschreibung. Atman oder Brahman ist von den Upadhis, den begrenzenden Hüllen, nicht berührt, das Es äußerst subtil, rein, formlos und ohne Eigenschaften ist. Die Sonne reflektiert sich im Ganges, im Meer, oder in einem schmutzigen Fluß. Die Sonne ist davon in keiner Weise berührt. Es macht für die Sonne keinen Unterschied. Ebenso verhält es sich mit dem höchsten Selbst. Die Upadhis (die begrenzenden Hüllen) können Es nicht berühren. So wie der Äther von den begrenzenden Hüllen, wie Topf, Wände eines Raumes, eine Wolke, usw. nicht berührt wird, so wird auch das Selbst von den Upadhis nicht berührt.

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05-20 Kommentar Swami Sivananda

In diesem Zustand befindet sich ein Jivanmukta, ein befreiter Weiser, ein Brahmane, der sich mit dem Selbst, Atman identifiziert. Sein Geist ist immer ausgeglichen. Er wird nie getäuscht. Er hat alle Handlungen aufgegeben, da er in Brahman ruht. Ein Mensch mit unausgewogenem Geist, der sich mit Körper und Geist identifiziert, fühlt Freude und Schmerz, sowie Entzücken, wenn ihm Angenehmes widerfährt, und Kummer, wenn ihm Unangenehmes zustößt. (Vgl.VI.21,27, 28; XIII.12; XXIV.20)

05-25 Kommentar Swami Sivananda

Sünden werden zunichte gemacht durch das Ausführen von Agnihotra (ein täglich auszuführendes Ritual) und andere Yajñas (siehe Anmerkungen zu Vers III.13), ohne daß Früchte daraus erwartet werden und durch andere Formen selbstlosen Dienens. Die Pflichten verschwinden durch die ständige Meditation über das nichtduale Brahman. Niemals verletzt man andere in Gedanke, Wort und Tat und widmet sich dem Wohlergehen aller Wesen, da man empfindet, daß alle Wesen nur das eigene Selbst sind. (Vgl.XII.44)

05-26 Kommentar Swami Sivananda

Wer allen Handlungen entsagt und Shravana (Hören der Schriften), Manana (Reflexion) und Nididhyasana (Meditation) praktiziert, in Brahman wurzelt und sich ständig der Selbsterkenntnis widmet, erlangt augenblicklich Befreiung, Moksha (Kaivalya Moksha). Karma Yoga führt Schritt für Schritt zu Moksha (Krama Mukti). Erst kommt die Reinigung des Geistes, dann Wissen, dann Verzicht auf alle Handlungen und schließlich Moksha.

05-27 Kommentar Swami Sivananda

Die Verse 27 und 28 handeln vom Yoga der Meditation (Dhyana). Die äußeren Objekte oder Kontakte sind der Klang und die anderen Sinnesobjekte. Wenn der Geist nicht an die äußeren Dinge denkt, werden sie aus dem Geist verdrängt. Die Sinne sind die Tore oder Straßen, durch die der Klang und andere Sinnesobjekte in den Geist gelangen. ›Muni‹ ist ein Mensch, der Manana praktiziert, das ist Reflexion oder Kontemplation.

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05-29 Kommentar Swami Sivananda

Ich bin der Herr aller Opfer und Askesen. Ich bin ihr Urheber, ihr Ziel und ihr Gott. Ich bin der Freund aller Wesen, der ihnen Gutes tut, ohne etwas dafür zu erwarten. Ich bin es, der die Früchte aus allen Handlungen spendet, und ich bin der stille Beobachter ihres Geistes, ihrer Gedanken und Handlungen, da ich in ihren Herzen wohne. Wenn sie Mich kennen, erlangen sie Frieden und Befreiung, Moksha (Erlösung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod und von allem Elend und allem Kummer der Welt). (Vgl.V.15; IX.24)

06-02 Kommentar Swami Sivananda

Sankalpa ist das Arbeiten der Vorstellungskraft des Geistes, der für die Zukunft Pläne schmiedet und die Ergebnisse der so gemachten Pläne vorhersieht. Niemand kann ein Karma Yogi werden, der plant und entwirft und für seine Handlungen Früchte erwartet. Niemand, der sich der Handlung verschreibt und nicht den Gedanken an den Ertrag seiner Handlungen aufgegeben hat, kann ein Yogi mit ruhigem Geist werden. Der Gedanke an die Früchte macht den Geist mit Sicherheit unstet.

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06-04 Kommentar Swami Sivananda

Yogarudha: »Wer zum Yoga emporgestiegen ist und in ihm ruht.« Wenn ein Yogi den Geist ganz ruhig hält und ihn von den Sinnesobjekten zurückzieht, wenn er keine Verhaftung an Sinnesobjekte wie den Klang hat, und auch nicht an Handlungen (Karmas, vgl. Anmerkungen zu V.13), wenn er weiß, daß sie ihm nicht nützen, und wenn er allen Gedanken entsagt hat, die verschiedene Wünsche nach den Dingen dieser und der nächsten Welt entstehen lassen, wird von ihm gesagt, er sei Yogarudha geworden.

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06-06 Kommentar Swami Sivananda

Bezwinge den niederen Geist durch den höheren Geist. Der niedere Geist ist dein Feind. Der höhere Geist ist dein Freund. Wenn du mit dem höheren Geist Freundschaft schließt, kannst du den niederen Geist ganz leicht besiegen. Der niedere Geist ist voller Rajas und Tamas (Leidenschaft und Dunkelheit). Der höhere Geist ist erfüllt mit Sattva, Reinheit. Das Selbst ist der Freund des Selbstbeherrschten, der den niederen Geist und die Sinne unterworfen hat. Derjenige aber ist sich selbst ein Feind, der nicht selbstbeherrscht ist und den niederen Geist und die Sinne nicht bezwungen hat. So wie ein äußerer Feind ihm Schaden zufügt, so schadet er sich auch selbst (sein niederer Geist schadet ihm). Der niedere Geist verletzt ihn ernstlich. Das höchste Selbst, Atman, ist das ursprüngliche Selbst. Auch der Geist ist Selbst; er ist das untergeordnete Selbst.

06-07 Kommentar Swami Sivananda

Der selbstbeherrschte Yogi, der fest im Selbst ruht, bewahrt Gleichmut inmitten der Gegensatzpaare (Dvandvas), der wechselnden Wellen von Hitze und Kälte, Freude und Schmerz, Ehre und Schmach. Wenn der Yogi seine Sinne bezwungen hat, wenn sein Geist ausgeglichen und unter allen Umständen friedvoll ist, wenn ihn die Gegensatzpaare in keiner Weise berühren und er allen Handlungen entsagt hat, wird das höchste Selbst wahrhaft zu seinem eigenen Selbst. Er erreicht Selbstverwirklichung. Da er in seinem Selbst ruht, ist er immer gelassen, ruhig; die Gegensatzpaare berühren ihn nicht, und unerschütterlich begegnet er den sich verändernden Naturgegebenheiten.

06-08 Kommentar Swami Sivananda

Jñana ist Paroksha-Jñana, theoretisches Wissen aus dem Studium der Schriften. Vijñana ist Vishesha Jñana, Aparoksha Jñana, d.h. direkte Selbsterkenntnis durch Selbstverwirklichung (spirituelle Erfahrung, Anubhava). Kutastha bedeutet unveränderlich wie der Amboß. Verschiedene Eisenstücke werden auf dem Amboß gehämmert und geformt, der Amboß aber bleibt unverändert. Genauso bleibt der Yogi unerschüttert, unverändert und unberührt, obwohl er mit den Sinnesobjekten in Berührung kommt. Daher wird er Kutastha genannt. Kutastha ist ein anderer Name für Brahman, der stille Beobachter des Geistes. (Vgl.V.18; VI.18)

06-16 Kommentar Swami Sivananda

In diesem Vers beschreibt der Herr die Ernährung für Yogaschüler. Mäßigung ist zu üben beim Essen wie beim Schlafen üben. Wer zuviel ißt, fühlt sich träge und wird vom Schlaf übermannt. Er bekommt Verdauungsstörungen, Blähungen, Darm- und Lebererkrankungen. Wer zu wenig ißt, wird schwach und kann nicht lange meditieren. Iß nicht mehr und nicht weniger als nötig ist, um den Körper in einem gesunden und kräftigen Zustand zu erhalten. Es kann auch bedeuten, daß es für denjenigen keinen Erfolg im Yoga geben kann, der mehr als die in den Yogaschriften vorgesehenen Mengen ißt. Sie schreiben vor: »Der halbe Magen muß mit Nahrung gefüllt sein; ein Viertel mit Wasser und das verbleibende Viertel muß frei bleiben, damit sich die Luft bewegen kann.« Das ist Mitahara, die maßvolle Ernährung eines Yogaschülers.

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06-17 Kommentar Swami Sivananda

In diesem Vers beschreibt der Herr Ernährung, Erholung und dergleichen für den Yogaschüler. Der Yogaschüler muß immer das goldene Mittel, den Mittelweg, finden. Buddha war zu Beginn extrem beim Essen, Trinken, usw. Er war sehr hartnäckig und wurde äußerst schwach. Er quälte seinen Körper sehr stark. Deshalb war er nicht imstande, Erfolg im Yoga zu erlangen. Zuviel Askese ist für die Selbstverwirklichung nicht notwendig. Der Herr verurteilt das in Kapitel XVII, Verse 5 und 6. Askese darf nicht Selbstquälerei sein. Dann wird sie teuflisch. Krishnas Buddhi Yoga ist ein weises Herangehen an die Askese. Manche Sucher halten ein asketisches Leben für das Ziel; es ist nur das Mittel, nicht aber der Zweck. Das Nervensystem reagiert äußerst empfindlich. Es spricht bereits auf leichteste Veränderungen an und verursacht Ablenkung des Geistes. Daher ist es besonders notwendig, ein sehr regelmäßiges und diszipiniertes Leben zu führen, Mäßigung zu üben beim Essen, Schlafen und Ruhen. Iß mäßig. Schlafe und wache zur vorgesehenen Zeit. Geh um 9 oder 10 Uhr abends schlafen, und steh um 3 oder 4 Uhr auf. Nur dann wirst du Erfolg im Yoga haben, der alle Schmerzen und Sorgen in diesem Leben auslöscht.

06-21 Kommentar Swami Sivananda

Die grenzenlose Wonne des Selbst (die die Sinne nicht zu erfassen vermögen) kann durch den reinen Verstand unabhängig von den Sinnen erfaßt (erfahren) werden. In tiefer Meditation hören die Sinne auf zu arbeiten, da sie in ihrer Ursache, dem Geist, aufgegangen sind. Der Verstand wird durch das Üben von Yama (Selbstbeschränkung) und Niyama (Gebote und Übungen zur Disziplin) und durch konstante Meditation gereinigt.

06-22 Kommentar Swami Sivananda

Das, was: Der Gewinn, Selbstverwirklichung, Erkennen der unsterblichen Seele. Darin: Im völlig wonnevollen Selbst, das frei ist von Täuschung und Sorge. Das Selbst ist in sich erfüllt und in sich enthalten. Wer Selbstverwirklichung erlangt hat, dem sind alle Wünsche erfüllt. Deshalb sagt der Herr: »Es gibt nichts Höheres zu erlangen als die Selbstverwirklichung.« Wenn man fest im höchsten Selbst ruht, kann man nicht erschüttert werden, nicht einmal von großer Sorge und Schmerz, denn man ist ohne Geist und identifiziert sich mit dem sorgenlosen und schmerzlosen Brahman. Man kann Sorge und Schmerz erfahren, wenn man sich mit Körper und Geist identifiziert. Wenn kein Geist da ist, kann es keine Schmerzen geben. In Narkose verspürt man keinen Schmerz, nicht einmal die Amputation einer Hand, denn der Geist ist vom Körper gelöst.