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13-07 Wort-für-Wort Übersetzung

amānitvam – Demut
adambhitvam – Redlichkeit
ahiṃsā – Gewaltlosigkeit
kṣāntiḥ – Nachsicht, Geduld
ārjavam – Geradlinigkeit, Rechtschaffenheit
ācārya-upāsanam – Verehrung (upāsana) des Lehrers (ācārya)
śaucam – Reinheit
sthairyam – Beständigkeit
ātma-vinigrahaḥ – Selbstbeherrschung

13-07 Kommentar Swami Sivananda

Das sind die Eigenschaften, die Weisheit ausmachen oder zu Weisheit führen. Das sind die Merkmale des Menschen, dessen Geist auf die innere Weisheit gerichtet ist. Wenn alle diese Charakteristika in einem Menschen auftreten, kann man daraus schließen, daß in ihm Selbsterkenntnis aufgedämmert ist.
Demut: Ist das Gegenteil von Eitelkeit. Es ist das Fehlen von Selbstanmaßung und Eigenlob. Die Grundlage für Stolz ist das Bewußtsein, irgend etwas (Reichtum, Wissen, Stärke, Schönheit, Tugenden) in einem höheren Maße zu besitzen als andere. Ein stolzer Mensch besitzt wenigstens irgend etwas, ein eitler Mensch hingegen besitzt nichts und glaubt doch, er wäre anderen überlegen. Eitelkeit ist übertriebener Stolz. Ein bescheidener Mensch verschmäht Respekt, Ehre und Lob. Er meidet Ruhm und Auszeichnung. Nie zeigt er sein Wissen, seine Fähigkeit, Überlegenheit, usw. Er lobt sich niemals selbst.
Bescheidenheit: Heuchelei ist der Wunsch, den Eindruck zu erwecken, etwas zu sein, was man nicht ist. Ein Sannyasin hat einige Tugenden und ein wenig theoretisches Wissen aus Büchern. Er gibt vor, ein befreiter Weiser zu sein. Das ist religiöse Heuchelei. Ein Mensch, der das nicht hat, ist einfach und bescheiden. Er rühmt niemals seine Tugenden, um von anderen Respekt, Ruhm und Verehrung zu erlangen. Nie wird er über verdienstvolle, wohltätige Handlungen sprechen, die er getan hat. Er kennt kein Protzen. Er wird nie sein Wissen verkaufen, um Ruhm zu erlangen.
Ahimsa: Gewaltlosigkeit gegenüber jedem Lebewesen in Gedanke, Wort und Tat. Wer Ahimsa praktiziert, setzt seinen Fuß sehr vorsichtig auf den Boden und vermeidet es, auf irgendein lebendes Geschöpf zu treten. Wenn er ein Lebewesen vor sich sieht, bleibt er stehen und geht zur anderen Seite. Sein Herz ist voll Mitgefühl.
Kshanti: Nachsicht, Geduld, Verzeihen. Das ist ein wirkliches Merkmal von Wissen. Der Weise wird mit allem fertig. Er ist kein bißchen berührt, wenn man ihn beleidigt. Er übt niemals Vergeltung. Ruhig erträgt er Beleidigung und Verletzung.
Arjavam: Geradlinigkeit. Der Weise ist aufrecht, geradlinig. Er kennt keine Gerissenheit, Diplomatie,
Falschheit oder Unehrlichkeit. Er ist ganz aufrichtig, offen und ehrlich. Er verbirgt nichts. Seine Gedanken und seine Worte stimmen überein. Er sagt den Menschen offen, was er denkt. In seiner Rede ist er so einfach wie ein Kind. Sein Herz ist so rein wie ein Kristall. Nie wird er andere betrügen.
Dienst für den Lehrer: Hingabe an den Lehrer, Verehrung des Gurus; dem zu dienen, der BrahmaVidya lehrt, den Weg zur Befreiung. Der Acharya ist der Meister, in dem die göttliche Weisheit verkörpert ist. Der Dienst für den Guru macht den Suchenden zur Erlangung von Selbstverwirklichung bereit. Der Suchende liebt seinen Guru als Brahman, Gott Selbst. Er verehrt ihn als Gott Vishnu. Er überlagert auf ihn alle Eigenschaften von Brahman oder Gott Vishnu. Er verwirklicht Brahman in und durch den Guru. Das sind die Früchte der Hingabe an den Guru. Für einen Vedantaschüler ist Hingabe an den Guru absolut notwendig. Auch um die Schriften richtig verstehen zu können, ist die Anleitung eines Gurus notwendig.
Reinheit ist von zweierlei Art, äußere und innere Reinheit. Äußere Reinheit ist das Reinigen des physischen Körpers mit Erde und Wasser. Innere Reinheit ist das Reinigen des Geistes vom Schmutz der Verhaftung, des Hasses und anderer Leidenschaften durch die Methode von Pratipaksha Bhavana, d.h. durch das Pflegen der entgegengesetzten positiven Tugenden und durch das Erkennen von Übel in allen Sinnesobjekten.
Beständigkeit: Der Suchende gibt niemals seine Bemühungen auf dem Weg zur Errettung auf, auch wenn er auf seinem Weg auf viele Stolpersteine trifft. Das ist Festigkeit oder Beständigkeit. Meditation über Brahman ist nicht möglich, wenn der Geist unstet ist.
Selbstbeherrschung ist das Beherrschen der Gesamtheit von Körper und Sinnen. Die Sinne und der Körper, die sich natürlicherweise nach außen zu den Sinnesobjekten hin bewegen, werden gezügelt und auf den Weg der Befreiung gelenkt. Es gibt keine Meditation in einem Körper, in dem die Sinne unkontrolliert sind und die Aufmerksamkeit ablenken.