Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü

04-13 Kommentar Swami Sivananda

Die vier Kasten (Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas und Shudras) sind nach der Unterschiedlichkeit von Guna und Karma eingeteilt. In einem Brahmanen dominiert Sattva. Er besitzt Selbstbeherrschung, Reinheit, Gelassenheit, Ehrlichkeit, Frömmigkeit, usw. In einem Kshatriya dominiert Rajas. Er besitzt Kühnheit, Glanz, Festigkeit, Gewandtheit, Großzügigkeit und eine Herrschernatur. Bei einem Vaishya dominiert Rajas, und Tamas ist in geringerem Maße vorhanden als Rajas. Seine Pflicht ist es, zu pflügen, das Vieh zu schützen und Handel zu treiben. Im Shudra dominiert Tamas, und Rajas ist in geringerem Maße vorhanden als Tamas. Er dient den drei anderen Kasten. Charakter und Neigungen des Menschen verändern sich entsprechend der Gunas.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

04-14 Kommentar Swami Sivananda

Da Ich weder Ichgedanken noch den Wunsch nach Früchten habe, binden Mich die Handlungen nicht. Weltliche Menschen denken, sie wären die Ausführenden, die Handelnden. Sie erhoffen auch Früchte aus ihren Handlungen. Also werden sie immer wieder geboren. Der Mensch, der ohne Verhaftung wirkt, ohne Ichgedanken, ohne die Erwartung von Früchten, wird durch die Handlungen auch nicht gebunden sein. Er findet Befreiung von Geburt und Tod. (Vgl.IX.9)

04-19 Kommentar Swami Sivananda

Ein Weiser handelt einzig und allein in der Absicht, den Massen Beispiel zu sein. Obwohl er wirkt, tut er nichts, da er keine selbstsüchtigen Interessen hat, und seine Handlungen vom Feuer der Weisheit verbrannt worden sind, vom Erkennen des Nichthandelns im Handeln durch das Wissen um das Selbst, BrahmaJñana. Brahma-Jñana ist ein starkes spirituelles Feuer, das die Ergebnisse aller möglichen Handlungen (Karmas) verzehrt, guter und schlechter, und den erleuchteten Weisen von den Bindungen der Handlung völlig frei macht. Der Weise, der ein Leben vollkommener Entsagung führt, tut nur das, was für die bloße Existenz des Körpers notwendig ist. (Vgl.III.19; IV.37)

04-20 Kommentar Swami Sivananda

Derselbe Gedanke des Nichthandelns im Handeln wird hier wiederholt, um einen tiefen Eindruck im Geist der Sucher zu hinterlassen. Wer zum Wohlergehen der Welt wirkt und ohne Ichgedanken und Verhaftung an die Früchte tätig ist, um den Menschen Beispiel zu sein, tut in Wirklichkeit gar nichts, obwohl er fortwährend handelt, weil er das jenseits aller Aktivität liegende Selbst kennt und weiß, daß er eins Damit ist.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

04-21 Kommentar Swami Sivananda

Der befreite Weise entsagt allen Handlungen, außer denen, die zum bloßen Erhalt des Körpers notwendig sind. Er hat seinen gesamten Besitz aufgegeben. Er begeht keine Sünde, die negative Auswirkungen haben wird. Für einen Menschen, der sich nach Befreiung sehnt (Mumukshu), ist selbst rechtschaffenes Handeln (Dharma) sündig, da es an Samsara bindet. Dharma ist für ihn eine goldene Fessel. Auch eine goldene Fessel ist eine Fessel. Ein Weiser ist frei von beiden, Dharma und Adharma, Gut und Böse, Tugend und Laster. (Vgl.III.7.)

04-22 Kommentar Swami Sivananda

Der Weise ist völlig zufrieden mit dem, was ihm die Umstände bringen. Die Verse IV.18,19,20,21,22 und 23 enthalten nur eine Wiederholung der Ergebnisse, die die Erkenntnis des jenseits von Handlung liegenden Selbst bringt. Der Weise, der sich mit dem ›handlungslosen‹ Selbst identifiziert, ist nicht gebunden, da Handlung und ihre Folgen, die den Menschen an das Rad von Geburt und Tod binden, im Feuer der Selbsterkenntnis, BrahmaJñana, verbrannt worden sind. So wie ein im Feuer gerösteter Same nicht keimen kann, können auch die Karmas, die Handlungen, die im Feuer der Selbsterkenntnis verbrannt worden sind, keine zukünftige Geburt hervorbringen.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

04-25 Kommentar Swami Sivananda

Yogis, die sich dem Karma Yoga verschreiben, führen Opferriten für die Lichtwesen, Devas (Götter), aus. Das zweite Yajña ist Jñana-Yajña, das Weisheitsopfer, das diejenigen ausführen, die sich dem Jñana Yoga verschrieben haben. Die Opfergabe in diesem Opfer ist das Selbst. Yajña meint in diesem Fall das Selbst. Die Upadhis, die begrenzenden Hüllen, wie physischer Körper, Geist, Verstand, usw., die durch Unwissenheit dem Brahman überlagert sind, werden aufgelöst und das völlige Einssein der individuellen und der höchsten Seele, Brahman, wird erkannt. Sich selbst in Brahman zu opfern bedeutet, durch direkte Wahrnehmung (Aparoksha Anubhuti) zu wissen, daß die individuelle Seele identisch mit Brahman ist. Das ist höchstes Yajña. Wer in Brahman wurzelt und sein Einssein mit der höchsten Seele, Paramatma, erkannt hat, führt dieses Opfer aus. Es ist allen anderen Opfern überlegen.

04-28 Kommentar Swami Sivananda

Manche Menschen bringen Opfer, indem sie ihren Reichtum als Almosen an die Bedürftigen verteilen; manche opfern ihr Tapas (Askesen); manche praktizieren die acht Glieder des Raja Yoga, nämlich Yama (die fünf großen Gelübde), Niyama (die Verhaltensregeln), Asana (Körperstellung), Pranayama (Atembeherrschung), Pratyahara (Zurückziehen der Sinne), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Überbewußtsein), und bringen diesen Yoga als Opfer dar; manche studieren die Schriften und opfern dies.

04-33 Kommentar Swami Sivananda

Opfer mit materiellen Dingen haben materielle Auswirkungen und bringen den Opfernden in dieser Welt in den Genuß der Früchte, während das Weisheitsopfer zu Moksha führt. Daher ist das Weisheitsopfer dem Opfer mit materiellen Gegenstände überlegen. So wie Flüsse zum Meer führen, führen alle Handlungen zu Erkenntnis, d.h. sie gipfeln in Erkenntnis. Alle Handlungen reinigen das Herz und führen zum Aufdämmern von Selbsterkenntnis.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

04-34 Kommentar Swami Sivananda

Gehe zu den Lehrern (zu denen, die die Schriften über Brahman, die Brahmashrotris, genau kennen, die in Brahman wurzeln, die Brahmanishtas). Verbeuge dich vor ihnen in tiefer Demut und vollkommener Hingabe. Frage: »Oh verehrter Guru! Was ist die Ursache von Bindung? Wie kann ich Freiheit erlangen? Was ist das Wesen der Unwissenheit? Was ist das Wesen des Wissens? Was ist AntarangaSadhana (die innere spirituelle Praxis) zur Selbstverwirklichung?« Diene dem Guru mit ganzem Herzen. Ein Lehrer, der die Schriften (Shastras) kennt, aber keine direkte Selbstverwirklichung hat, wird dir bei der Erlangung von Selbsterkenntnis nicht behilflich sein können. Derjenige, der sowohl die Schriften kennt als auch in Brahman verankert ist, wird dich dieses Wissen lehren und dir beim Erreichen von Selbstverwirklichung helfen können. Bloße Verbeugungen alleine genügen nicht. Sie könnten den Makel der Heuchelei tragen. Du mußt völliges Vertrauen zu deinem Guru und seiner Lehre haben. Du mußt ihm mit ganzem Herzen und großer Hingabe dienen. Dann ist Heuchelei unmöglich.

04-35 Kommentar Swami Sivananda

Dies, die Selbsterkenntnis, die im letzten Vers erwähnt worden ist, muß vom Brahmanishtha Guru gelernt werden durch Verneigen, Fragen und Dienen. Wenn du dieses Wissen erlangst, wirst du nicht wieder der Täuschung oder dem Irrtum unterliegen. Du wirst dieses grundlegende Einssein wahrnehmen. Du wirst durch innere Erfahrung oder Intuition sehen, direkt erkennen, daß alle Wesen, vom Schöpfer bis zum Grashalm, in deinem eigenen Selbst und auch in Mir existieren. (Vgl.XVIII.20; IX.15)

04-37 Kommentar Swami Sivananda

So wie geröstete Samen nicht keimen können, können auch die Handlungen, die im Feuer der Erkenntnis verbrannt sind, keine Früchte tragen, d.h. sie können den Menschen nicht zum Genuß der Früchte seiner Handlungen in diese Welt bringen. Das heißt die Handlungen zu Asche verbrennen. Die Handlungen verlieren ihr Potential, wenn sie im Feuer der Erkenntnis verbrannt werden. Wenn Selbsterkenntnis aufdämmert, verbrennen alle Handlungen zusammen mit ihren Auswirkungen im Feuer der Erkenntnis, so wie Öl im Feuer verbrennt. Wenn kein Gedanke der Urheberschaft vorhanden ist (der Gedanke »Ich tue das«), und es kein Verlangen nach den Früchten gibt, ist Handlung nicht Handlung. Sie hat ihr Potential verloren. Das Feuer der Erkenntnis kann alle Handlungen verbrennen, nicht aber das Prarabdha Karma, die Ergebnisse früherer Handlungen, die diesen Körper entstehen ließen, und die demgemäß bereits begonnen haben, Früchte zu tragen und Ergebnisse zu zeitigen.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

04-41 Kommentar Swami Sivananda

Shri Madhusudana Saraswati erklärt Atmavantam als ›stets wachsam‹. Wer Selbstverwirklichung erlangt hat, entsagt allen Handlungen durch Yoga oder das Wissen um Brahman. Da er im Wissen um das Einssein der individuellen Seele mit der höchsten Seele ruht, sind all seine Zweifel zunichte gemacht. Handlungen binden ihn nicht, denn sie wurden im Feuer der Erkenntnis verbrannt, und er wacht stets über sich. (Vgl.II.48; III.9; IV.20)

05-02 Kommentar Swami Sivananda

Sannyasa (der Verzicht auf Handlung) und Karma Yoga (das Ausführen von Handlungen) führen beide zu Moksha, zu Befreiung und höchster Seligkeit. Obwohl beide zu Moksha führen, ist doch von den beiden Wegen zur Erlangung von Moksha Karma Yoga besser als nur Karma Sannyasa (Verzicht auf Handlung) ohne Selbsterkenntnis. Verzicht auf Handlung mit Selbsterkenntnis jedoch ist Karma Yoga entschieden überlegen. Überdies ist Karma Yoga einfach und deshalb für jeden geeignet. (Vgl.III.3; VI.46)

05-10 Kommentar Swami Sivananda

Kapitel IV, Verse 18,20,21,22,23,37,41; Kapitel V, Verse 10,11 und 12 übermitteln alle den Gedanken, daß der Yogi, der ohne Ichgedanken und Verhaftung an die Ergebnisse oder Früchte seiner Handlungen handelt, die er als Opfergaben an den Herrn betrachtet, nicht von den Handlungen (Karma) befleckt wird. Er ist nicht einmal an Moksha verhaftet. Er sieht Nichthandeln im Handeln. All seine Handlungen sind im Feuer der Weisheit verbrannt. Er entgeht dem Rad von Samsara. Er wird aus dem Rad von Geburten und Toden befreit. Er erlangt Reinheit des Herzens, und durch die Reinheit des Herzens erlangt er Selbsterkenntnis. Durch Selbsterkenntnis wird er befreit. Das ist der Kern der obengenannten zehn Verse. (Vgl.III.30)