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02-24 Kommentar Sukadev

Zuerst argumentiert Krishna vom Jnana Yoga Standpunkt, von der Vedanta  Philosophie aus. Doch nun beginnt er seinen Argumentationsstandpunkt zu verändern. Er bemerkt, dass Arjuna mit den Gedanken abdriftet, wie dessen Gesichtsausdruck langsam ausdruckslos wird. Es ist eine Erfahrung, die alle großen Yogameister machen, wenn sie einen längeren Vortrag über Vedanta halten. Die Zuhörer driften ihnen ab.

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02-27 Kommentar Sukadev

Hier liefert Krishna uns einen guten Grund, warum es nicht so gut ist, sich umzubringen. Mit einem Selbstmord ist das Weltall nicht wirklich vorbei, sondern man wird wiedergeboren. Unser physischer Tod bedeutet nicht automatisch eine Verwirklichung unseres Selbst. Es ist so ähnlich, wie wenn wir uns mal abends um 18.00 Uhr ins Bett legen oder abends um 22.00 oder um 24.00 Uhr. Ganz so erheblich ist es nicht. Es führt zwar am nächsten Tag zu mehr oder weniger Müdigkeit und vielleicht führt es dazu, dass wir nicht einschlafen und lange wach bleiben. Aber so ähnlich ist der Tod, nur mit dem Unterschied, dass im Moment der Geburt Gedächtnisschwund herrscht. Währenddessen, wenn wir morgens aufwachen, können wir uns typischerweise doch nach einer Weile erinnern, was gestern war.

02-28 Kommentar Sukadev

Gebrauchen wir einmal das Beispiel der Sonne. Nehmen wir an, es wäre ein sonniger Tag, dann wäre um 5.00 Uhr die Sonne unsichtbar. Um 7.30 Uhr im Winter geht sie auf, und abends um 18.00 Uhr wahrscheinlich schon um 17.00 Uhr, geht sie wieder unter. Später am Tag ist sie wieder unsichtbar. Wir brauchen jetzt nicht um die Sonne zu trauern, weil wir wissen, dass sie später am Tag wieder scheint. Es ist wichtig diese Sache zu verstehen.

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02-29 Kommentar Sukadev

In diesem Vers heißt es, dass wir versuchen können, das Selbst zu verstehen. Aber wir sollten begreifen, dass es ist nicht wirklich verstehbar ist. Wie ich vorher schon beschrieben habe, geht die moderne Physik nicht mehr davon aus, dass wir das Weltall intellektuell schlüssig erklären können. Viele Wissenschaftler behaupten, Naturwissenschaft sei ein Weg zu Gott. Je mehr wir dort forschen, desto mehr stehen wir vor diesem grandiosen, phantastischen Leben und sehen, was für eine Intelligenz inwendig ist. Wir sollten uns aber niemals einbilden, dass wir die Intelligenz 100 % verstehen können. So ähnlich ist es auch mit der Philosophie des Vedanta. Wir können sie sehr schlüssig in Begriffe fassen. Und es gibt ja auch Indologiestudien an einigen Universitäten in Deutschland, wo versucht wird, diese Philosophie sehr logisch zu erfahren. Aber wenn wir dabei das Gefühl dafür verlieren, dass es wie ein Wunder ist, dann haben wir die Logik nicht ganz erfasst. Dann schaffen wir das Verständnis nur mittels Begriffen, wie schon Buddha mit den Worten: „Beschränke nicht das Unbeschränkte mit Begriffen.“, festgestellt hat. Anfangs hat Buddha völlig darauf verzichtet eine größere Philosophie zu entwickeln. Er hat zwar eine Psychologie entwickelt, eine Theorie des Geistes, die ähnlich der von Patanjali ist und Menschen sich fragen, wer diese Theorie von wem übernommen hat, aber über Philosophie hat er wenig gesprochen. Erst seine Nachkommen, wie z.B. Nagachula, haben dann auch große philosophische Systeme entwickelt.

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02-30 Kommentar Sukadev

Diese Aussage hört sich für einen westlichen Menschen unvorstellbar schrecklich an. Wir sollten aber verstehen, dass Krishna hier aus der Purva Mimamsa Philosophie heraus argumentiert, die Arjuna vertraut ist. Krishna argumentiert aus Sicht dieser Philosophie heraus, weil er Arjuna erreichen möchte. Viele große Meister handeln so. Sie vermitteln ihre Lehren so an ihre Schüler, dass diese sie in ihrem jeweiligen Weltanschauungskonzept verstehen. Deshalb sprechen auch viele Yogis, die in den Westen kommen, über den wissenschaftlichen Kontext. Was ich ja auch gemacht habe. Damit das Ganze etwas verständlicher wird, habe ich ein paar Beispiele aus der Physik gebraucht.

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02-31 Kommentar Sukadev

Swami Sivananda schreibt, dass Krishna weltliche Gründe angibt, warum er kämpfen muss. Weltlich bedeutet zu Zeiten Krishnas etwas anderes, als es heute bedeutet. Zu Krishnas Zeiten hieß weltlich zu sein, Vergnügen zu haben und Verdienste anzusammeln. Heute bedeutet „weltlich“ eher materielle Güter anzusammeln. Für uns heute klingt dieser Vers sicher befremdlich. Aus gutem Grund würde hoffentlich kaum jemand denken, dass irgendein Krieg irgendetwas „Hohes“ darstellen würde, wie „gerecht“ er auch sein möge. Jeder Krieg, auch ein „gerechter“ Krieg ist letztlich das Eingeständnis einer Niederlage, nämlich dass man den Konflikt nicht mit friedlichen Mitteln lösen konnte. Krishna allerdings bezieht sich hier auf das Weltbild, die Ethik seiner Zeit.

02-36 Kommentar Sukadev

Das hört sich paradox an. Zuerst erzählt Krishna Arjuna, er sollte gleichmütig in Sukha (Vergnügen) und Dukha (Schmerz), in Ruhm und Schande sein. Dann verdeutlicht Krishna Arjuna die Auswirkungen seines Handelns. Krishnas Ziel ist es, Arjunas Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Krishna lehrt Arjuna, dass er gleichmütig in Erfolg und Misserfolg sein soll. Es ist eine der essentiellen Lehren Krishnas, für die Krishna immer wieder neue Begründungen sucht. Arjuna soll gleichmütig in Erfolg oder Misserfolg sein, gleichmütig er ob Lohn erntet oder nicht. Und aus dem Purva Mimamsa System heraus begründet Krishna das mit den Worten aus den nächsten Versen.

02-38 Kommentar Sukadev

Auch wir in der heutigen Zeit kommen immer wieder in ethische Dilemmas. Manchmal wissen wir, was ethisch richtig ist, aber wissen nicht, ob wir damit Erfolg haben werden oder nicht. Wir wissen nur, wir sollten so oder so handeln. Wir wissen, wir sollten es einfach tun, weil wir merken, dass es richtig ist. Es ist egal, ob wir nachher das richtige Ergebnis erzielen oder nicht. Ich erinnere mich an eine Teilnehmerin einer 2-jährigen Yogalehrerausbildung. Sie hat irgendwann mal gefühlt, dass sie die Krankenkassen finanzierte Krankengymnastik, die sie angeboten hat, nicht mehr machen will. Stattdessen wollte sie einen Naturkostladen eröffnen, was sie dann auch gemacht hat. Sie hat in einer Großstadt einen Naturkostladen eröffnet, viel investiert, sowohl Geld und Ersparnisse, als auch Zeit und Herz. Wenn man etwas Neues aufmacht, dann reicht ein sieben bis acht Stunden Arbeitstag nicht aus – und war zwei bis drei Jahre glücklich. Der Naturkostladen lief gut, bis eines Tages einer dieser großen Naturkostsupermärkte nebenan aufgemacht hat. Diese sind natürlich etwas billiger und haben ein größeres Angebot. Der Vorteil ist, es werden mehr Menschen dazu gebracht, Naturkost zu verzehren. Der Nachteil ist, sie sind der Tod der kleinen Naturkostläden, wo Menschen mit viel Idealismus arbeiten. Und so musste auch die Teilnehmerin der 2-Jahresausbildung ihren Laden wieder schließen, wodurch sie einiges an Geld verloren hat.

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02-43 Kommentar Sukadev

In diesen Versen spricht sich Krishna eigenartigerweise gegen die Lehren der Veden aus. Er bezieht sich dabei auf den Karma Kanda der Veden, also dem Teil der Veden, der über Punyas und Papas spricht. Der Teil, wo man lernt, bestimmte Dinge zu tun, um Wünsche zu befriedigen, und in den Himmel zu kommen. Natürlich wird das nicht in allen Veden beschrieben, auch nicht in den ersten drei Teilen der Veden. Es gibt Schöpfungsmythen und Weisheitslehren und vieles mehr. Aber es gibt eben auch einiges, was dort steht, was wir tun können, um unsere Wünsche zu befriedigen. Dem zu folgen, ist, laut Krishna, unweise. Falsche Motive in blumige Worte zu kleiden bringt nichts. Wenn wir nach falschen Motiven handeln, dann richtet sich unser Geist nicht beständig auf Meditation und Samadhi aus. Wir werden stattdessen von unseren Wünschen getrieben und bekommen immer mehr Wünsche.