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03-28 Kommentar Sukadev

Wir sollten nicht denken, dass wir der Handelnde sind. In vorherigen Versen hatte ich ja schon mal beschrieben, welche Kriterien Krishna als Kriterien für eine gute Handlung aufstellt. Er hat diesen Vers jetzt noch als ein weiteres Kriterium „für das Wohlergehen anderer“ hinzugefügt. Wir handeln als Opfer für die Devas, als Opfer für Gott und ohne Identifikation, d.h. die Gunas handeln. Und so ist das Paradox, dass wir zum einen unseren Körper einsetzen, um zu handeln, aber dann wissen, dass wir das nicht wirklich sind. Wir sollen uns davon lösen.

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03-31 Kommentar Sukadev

Krishna lehrt Arjuna zuerst immer sehr hohe Ideale und beobachtet dann in dessen Augen die Botschaft: „Das schaffe ich nie.“ Dann bemüht er sich, ihm Möglichkeiten aufzuzeigen, die leichter für Arjuna zu erreichen sind. Meistens wechselt er dafür ins Bhakti Yoga über. Wenn wir die höchsten Ideale (allen Handlungen zu entsagen, immer bewusstes Selbst zu sein, keine Wunschgedanken zu haben und keine Ichidentifikation, kein geistiges Fieber) beachten, dann können wir die Lehren praktizieren. Praktizieren bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wir die Lehren üben. Üben bedeutet wiederum, dass wir Fehler machen. Wenn wir es schon könnten, dann bräuchten wir es nicht mehr zu üben. Dann würden wir es einfach machen. Wir sollten üben und beständig in unserem Üben sein, also nicht nur einen Tag die Woche üben und die anderen sechs Tage über Leichen gehen. Beständigkeit ist wichtig. Und dabei brauchen wir auch Glauben und Vertrauen. Vertrauen wächst wenn wir es eine Weile praktizieren.

03-32 Kommentar Sukadev

Wir dürfen uns jetzt nicht vorstellen, dass Krishna plötzlich einen Blitz aus dem Himmel herunterwirft, um damit die Menschen zu töten. Jeder Mensch stirbt irgendwann. Wenn wir uns mit dem Körper identifizieren, dann haben wir das Gefühl, dass wir sterben. Und wenn wir uns mit unseren Werken identifizieren, dann stellen wir fest: „Meine Werte werden zerstört.“ Egal, was jemand aufbaut, es wird irgendwann zerstört. Das ist kein Geheimnis. Vielleicht noch nicht zu Lebzeiten. Manches überlebt den physischen Tod. Menschen bemühen sich ja Dinge zu schaffen, die den physischen Tod überleben. Wenn wir uns nicht identifizieren, dann werden wir nicht zerstört, wenn Dinge zerstört werden. Gott macht alles, wir sind nur die Instrumente und tun, was wir können, zum Wohlergehen aller. Wir tun alles auf die bestmögliche Weise, die unserer Swabhava und Prakriti entspricht.

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03-34 Kommentar Sukadev

Also, wenn wir der tiefen Prakriti folgen, ist das eine Sache. Wenn wir aber jedem Wunsch folgen ist das eine andere Sache. Unsere Sinne sollten wir schon beherrschen und nicht jedem Impuls nachgehen. Schon Augustinus (Kirchenlehrer 354-430 n.Chr.) sagte: „Liebe und tue dann, was du willst.“ Patanjali sagt im Yoga Sutra: „Wer in der Nichtgier (Aparigraha) fest begründet ist, erkennt den Sinn, Zweck und die Aufgaben in seinem Leben“ (II.39). Wenn wir also Verhaftungen überwinden, kommt von innen heraus der Impuls, das Richtige zu tun.

03-35 Kommentar Sukadev

Vorher hatte ich etwas über Swadharma geschrieben. Swadharma ergibt sich aus Swarupa, Swabhava, Prakriti und Karma, also unserer inneren Natur und äußeren Einflüssen. Beides müssen wir natürlich noch filtern und in Sattwa und in Daiva umwandeln. Auch scheinbar negative asurische Eigenschaften können wir in Daivas, göttliche Eigenschaften, umwandeln. Ungeduld, z.B. gilt als eine rajassige Eigenschaft. Wenn wir sie sattvig leben, steht sie für Einsatz, Enthusiasmus und Schnelligkeit. Oder Trägheit als tamassige Eigenschaft kann sich auch als Ruhe, Beständigkeit und Gleichmut ausdrücken. Vielleicht ist man gar nicht so träge, man springt nur nicht einfach jedes Mal hin und her. Wir sollten uns immer bemühen, unsere Swarupa sattwig zu leben.

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03-37 Kommentar Sukadev

Er sagt hier etwas Ähnliches, wie er schon mal im zweiten Kapitel gesagt hat. Aus Wunsch und Ärger, welche rajassig und alles verzehrend sind, entstehen Sünden. Wir kommen in Probleme. Vorher hat Krishna uns noch gelehrt, wie überhaupt Zorn entsteht. Erst kommt ein Gedanke, dann eine Verhaftung, dann kommt ein Wunsch und aus dem Wunsch folgt Ärger, wenn der Wunsch nicht erfüllt wird. Wunsch und Zorn hängen zusammen.

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03-39 Kommentar Sukadev

Weisheit ist verhüllt durch Wünsche und die Wünsche können wir nie ganz befriedigen. Wenn wir ein Feuer haben und Ghee hineinwerfen oder Holz, dann brennt es lichterloh. Man gießt immer mehr Öl ins Feuer. Oft ist es so, wenn man Wünsche hat und diese befriedigt, als ob man Öl ins Feuer gießt. Unsere Prakriti Swabhava können wir nicht beherrschen. Wir können nur versuchen sie zu leben. Es gibt andere kleine Wünsche bei denen es gut ist, mal nachzugeben. Dann hat man ein bisschen Ruhe davon. Aber es gibt auch die rajassigen Wünsche, über die Krishna spricht, von denen wir nicht denken sollen, wenn wir sie erfüllen, sind wir glücklich.

03-41 Kommentar Sukadev

Für uns klingt das wie eine etwas brutale Ausdrucksweise. Wir müssen uns aber daran erinnern, was Arjuna vom Beruf her ist, nämlich Krieger. Deshalb versteht er die Ausdrucksweise des Tötens. Wir leben heute mehr in der Terminologie der westlichen Psychologie, die nicht vom Töten sprechen würde, sondern eher von Beherrschen, Transformieren oder Sublimieren. Man könnte also heute eher übersetzen: „Und überwinde so das Negative, das Erkenntnis und Verwirklichung verdeckt“.

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03-43 Kommentar Sukadev

Mit diesen Worten gibt uns Krishna erneut Richtlinien an die Hand. Um überhaupt die Sinne und die Wünsche beherrschen zu können, ist es zunächst einmal wichtig, Zugang zum Selbst zu finden. Wenn wir uns mit dem Körper und mit unseren Emotionen identifizieren, dann ist es schwierig die Sinne zu beherrschen. Dann stellen wir fest, dass wir doch irgendwie unsere Wünsche sind. Sie sind unsere Verwandten. Wie können wir sie da bloß überwinden?“ Das ist dann sehr schwierig. Wenn wir uns aber mit unserem Selbst identifizieren und erkennen: „Ich bin SAT-CHID-ANANADA und die Wünsche die da sind, das bin nicht wirklich ich. Sie sind nur auf mich aufgesetzt. Irgendwie habe ich sie von meinen Eltern, von der Gesellschaft.“ Dann haben wir die Grundlage zur Beherrschung aus dem Selbst heraus gelegt und das führt dann auch nicht zu Frustrationen, da es etwas Äußeres ist, was ich nicht bin. Und dann können wir die feindlichen Wünsche beherrschen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass Krishna von rajassigen Wünschen gesprochen hat. Er sagte es wären die Wünsche und der Zorn, die aus Rajas geboren wären.

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04-03 Kommentar Sukadev

Krishna sagt Arjuna, dass das, was er ihn eben gelehrt hat, nichts Neues ist. Er hat es schon andere gelehrt. Diese Aussage machen die meisten Weisen. Ein wirklicher selbstverwirklichter Mensch wird selten sagen, dass er etwas grundlegend Neues bringt. Die ältesten Schriften sind die Veden. Die Upanishaden, als Teile der Veden, enthalten eigentlich schon alles Wissen. Das widerspricht natürlich etwas dem westlichen Fortschrittsglauben. Wir nehmen an, wir sind klüger als unsere Eltern. Unsere Eltern haben angenommen, sie wüssten mehr als unsere Großeltern. Und diese waren ganz davon überzeugt, dass sie mehr wussten als die Urgroßeltern usw. D.h. wir sind um vielfaches klüger als die Menschen vor 1000 Jahren. Aber wenn wir die uralten Upanishaden lesen, stellen wir fest, dass da das höchste Wissen schon enthalten ist. Auch Jesus selbst hat gesagt:

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