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06-14 Kommentar Sukadev

Wenn du ruhig sitzt, mache dir bewusst: Meditation ist die wertvollste Zeit des Tages. Freue dich, dass du diese Zeit hast. Sei furchtlos: In der Meditation mögen Reinigungserfahrungen, Bewusstseinserweiterungserfahrungen, Energieerfahrungen kommen. Bleibe ruhig und vertrauensvoll. „Gelübde des Brahmachari“: Ein Brahmachari ist ein Schüler auf dem Weg zu Brahman. „Gelübde des Brahmachari“ heißt, dass man sich vorgenommen hat: „Ich will alles tun, um zu Brahman zu kommen. Ich bin auch bereit, auf einiges zu verzichten, um da hin zu kommen.[1]

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06-16 Kommentar Sukadev

Krishna empfiehlt den Mittelweg. Es ist leicht, in Extreme zu verfallen. Finde heraus, was du brauchst, wie du die Grundbedürfnisse sattvig (rein) befriedigen kannst, hänge aber nicht daran. Das gilt beim Essen, beim Schlafen, bei verschiedenen Formen der Regeneration etc. Jemand, der zuviel isst, lebt ungesund. Jemand, der zu wenig isst, wird entweder träge oder nervös. Die meisten Menschen brauchen 6-7 Stunden Schlaf, manche auch nur 5, wenige 8. Wenn du zu wenig schläfst, wirst du reizbar oder träge werden und schläfrig in der Meditation. Wenn du zu viel schläfst, versäumst du wertvolle Zeit, die du besser für Sadhana und Seva (Dienen) verwenden könntest. Außerdem senkt auch ein Übermaß an Schlaf die Lebensdauer und kann zu einer depressiven Stimmung führen.

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06-21 Kommentar Sukadev

Das ist wie ein „Engelskreislauf“. Wenn wir unseren Geist beherrschen und zur Ruhe kommen, dann erfahren wir grenzenlose Wonne, denn unsere wahre Natur ist Satchidananda. Und wenn wir umgekehrt erstmal in Satchidananda verwurzelt sind – also im reinen Sein (Sat), im unendlichen Wissen und Bewusstsein (Chid) und in der unendlichen Wonne (Ananda) – dann kommen spontan Handlungen aus uns hervor, die in der Wahrheit begründet sind.

06-27 Kommentar Sukadev

Im Sanskrit steht „Shanta Rajasa“. Ein Shanta Rajasa ist ein Mensch, dessen Leidenschaft gestillt worden ist, dessen Rajas (Unruhe) zum Shanti, zum Frieden, gekommen ist. Krishna spricht an anderer Stelle mehr über Satwa, Rajas und Tamas. Krishna lehrt, dass wir versuchen sollen unser Rajas zu reduzieren. Vorher müssen wir Tamas reduzieren, wobei uns Karma Yoga behilflich ist. In der Meditation stillen wir dann Rajas, so dass unser Geist zu Brahman kommen kann.

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06-30 Kommentar Sukadev

Was Krishna zuvor gesagt hat, dass das abstrakte, unendliche Selbst in allen Wesen zu sehen ist, ist ein hohes Ziel und für viele nicht einfach zu erreichen. Hier nennt er uns einen einfacheren Weg, nämlich den Weg des Bhakti Yogas. Krishna wechselt in der gesamten Bhagavad Gita immer wieder die Perspektive vom Bhakti zum Jnana Yoga Standpunkt. Vermutlich ist es für die Mehrheit der Menschen leichter zu sagen: „Gott ist in allen Wesen“ als „Ich bin in allen Wesen„. Wenn wir sagen: Gott schickt mir die großen und kleinen Prüfungen, Gott schickt mir die großen und kleinen Segnungen, Gott schickt mir den Menschen, der mich jetzt gerade beschimpft, Gott schickt mir eine Krankheit, an der ich wachsen soll – das ist oft leichter nachzuvollziehen. Schwieriger ist es zu denken oder in jedem Moment zu sagen: „Mein Selbst ist in allen Wesen.“

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06-31 Kommentar Sukadev

Wir verweilen in Gott, wenn wir ungeachtet der Lebensumstände in allen Wesen Gott sehen. Wenn es uns gleich ist, ob wir jetzt Katastrophen erleben oder nicht. Ob wir Umstände haben, die es uns leicht machen, sehr viel zu meditieren oder andere Umstände. Ob wir eine Arbeit haben, wo wir ständig an Gott erinnert werden, zum Beispiel, wenn man hauptsächlich Yoga unterrichtet oder im Ashram lebt, oder in Umständen leben, in denen wir immer wieder an Anderes erinnert werden, wie z.B., wenn man in einem an Gewinnzielen orientierten Unternehmen arbeitet: Wir können stets Gott als das allen Wesen Innewohnende verehren.

06-34 Kommentar Sukadev

Ich glaube, die meisten Leser werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich will euch nicht entmutigen, wenn ich euch erzähle, dass Arjuna schon ein bisschen älter ist, als er dies erzählt. Er ist auch nicht neu auf dem spirituellen Weg. Arjuna ist als Jugendlicher, vermutlich als 11/12 Jähriger zu einem Guru geschickt worden und hat dort Meditation, Pujas, Homas, Pranayama und Asanas gelernt. Seit dieser Lehrzeit hat er täglich praktiziert, regelmäßig meditiert und Verehrungsrituale durchgeführt. Er versucht schon seit 30, 40 Jahren seinen Geist unter Kontrolle zu bringen und sagt jetzt – nach diesen Jahren regelmäßiger Praxis – „es ist schwer, den Geist unter Kontrolle zu bringen“. Ich weiß nicht, ob euch das jetzt eher entmutigt oder ermutigt – ich hoffe, es tröstet euch wenigstens. Und vorausschauend lasst euch sagen: Im 11. Kapitel erreicht Arjuna dann Asamprajnata-Samadhi – also eine halbe Stunde, nachdem er sich so beschwert hat, kommt er in höhere Stufen des Bewusstseins. Was auch heißt: die Erleuchtung kann plötzlich kommen! Arjuna hat sehr wohl an sich gearbeitet und es ist ihm gelungen, seinen Geist schon bis zu einem gewissen Grad unter Kontrolle zu bringen. Deshalb schafft er es eine halbe Stunde später in Sarvikalpa-Samadhi zu kommen. So wissen wir nie, wann die Erleuchtung kommt. Ich rate dir daher: Lebe so, als ob es noch viele Jahre dauert, bis die Erleuchtung kommt. Lebe auch so, dass heute noch die Erleuchtung da ist. Und bete in jeder Meditation: „Wenn es jetzt möglich ist, möchte ich jetzt die Höchste Einheit erfahren“. Und warum auf die nächste Meditation warten? Halte immer wieder einen Moment inne. Werde dir der Gegenwart Gottes bewusst. Löse deinen Geist vom Gegenständlichen, von Worten, von Bildern. Spüre die Einheit. Irgendwann wirst du dann in Samadhi „hineinkatapultiert“ bzw. von Gottes Gnade hineingezogen.

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