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02-29 Kommentar Sukadev

In diesem Vers heißt es, dass wir versuchen können, das Selbst zu verstehen. Aber wir sollten begreifen, dass es ist nicht wirklich verstehbar ist. Wie ich vorher schon beschrieben habe, geht die moderne Physik nicht mehr davon aus, dass wir das Weltall intellektuell schlüssig erklären können. Viele Wissenschaftler behaupten, Naturwissenschaft sei ein Weg zu Gott. Je mehr wir dort forschen, desto mehr stehen wir vor diesem grandiosen, phantastischen Leben und sehen, was für eine Intelligenz inwendig ist. Wir sollten uns aber niemals einbilden, dass wir die Intelligenz 100 % verstehen können. So ähnlich ist es auch mit der Philosophie des Vedanta. Wir können sie sehr schlüssig in Begriffe fassen. Und es gibt ja auch Indologiestudien an einigen Universitäten in Deutschland, wo versucht wird, diese Philosophie sehr logisch zu erfahren. Aber wenn wir dabei das Gefühl dafür verlieren, dass es wie ein Wunder ist, dann haben wir die Logik nicht ganz erfasst. Dann schaffen wir das Verständnis nur mittels Begriffen, wie schon Buddha mit den Worten: „Beschränke nicht das Unbeschränkte mit Begriffen.“, festgestellt hat. Anfangs hat Buddha völlig darauf verzichtet eine größere Philosophie zu entwickeln. Er hat zwar eine Psychologie entwickelt, eine Theorie des Geistes, die ähnlich der von Patanjali ist und Menschen sich fragen, wer diese Theorie von wem übernommen hat, aber über Philosophie hat er wenig gesprochen. Erst seine Nachkommen, wie z.B. Nagachula, haben dann auch große philosophische Systeme entwickelt.

Bei all diesen Philosophien müssen wir uns immer bewusst sein, dass wir sie nie ganz erfassen können. Wenn wir das Gesetz des Karmas gelehrt bekommen, dann entspricht das einer einfachen, logischen Stringenz. Trotzdem dürfen wir uns nicht einbilden, dass wir es wirklich vollständig verstehen. Es ist und bleibt immer noch ein Wunder.

Wenn wir etwas über Raja Yoga und die Funktion des Geistes lernen, dann klingt das alles auch sehr logisch. Wenn wir eine Weile lang versuchen, unser Raja Yoga Wissen anzuwenden, dann klingt es immer noch sehr gut, aber es ist immer noch ein Wunder, wie unser Geist funktioniert. Sri Kartikeyan, ein indischer Yoga Meister, der Yoga Vidya regelmäßig besucht, sagt gerne: „Je länger ich auf dem Yogaweg bin, desto mehr sehe ich alles als das äußerste Wunder an und habe ein Gefühl dafür, wie wunderbar alles ist. Das ist auch eine wichtige spirituelle Eigenschaft.“ Sri Kartikeyan ist bereits seit 50 Jahren auf dem Yogaweg.

 

Krishna wechselt jetzt in der Bhagavad Gita erneut den Standpunkt. Er verlässt die Sicht des Vedanta und Jnana Yoga und wechselt über zum Standpunkt des Bhakti Yoga, wo das Herz einfach mit Respekt und Staunen vor allen Wundern steht. Dies ist ein psychologischer Schachzug von ihm. Arjuna hat zuvor nicht so ganz verstanden was Krishna ihm sagen wollte. Er war gar nicht darauf vorbereitet und kann es verständlicherweise nicht auf Anhieb sofort logisch nachvollziehen. Durch das Hören dieser Wahrheiten gelangt sein Geist trotzdem in höhere Ebenen und er kann dann erneut von einer anderen Warte aus die Dinge betrachten. Krishna sagt Ajruna ja auch, dass niemand es vollständig verstehen kann. Dass es ein Wunder ist. Nach diesen Worten wechselt er wieder zu dem philosophischen Standpunkt und argumentiert von dort aus weiter.

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