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03-41 Kommentar Sukadev

Für uns klingt das wie eine etwas brutale Ausdrucksweise. Wir müssen uns aber daran erinnern, was Arjuna vom Beruf her ist, nämlich Krieger. Deshalb versteht er die Ausdrucksweise des Tötens. Wir leben heute mehr in der Terminologie der westlichen Psychologie, die nicht vom Töten sprechen würde, sondern eher von Beherrschen, Transformieren oder Sublimieren. Man könnte also heute eher übersetzen: „Und überwinde so das Negative, das Erkenntnis und Verwirklichung verdeckt“.

Ich werde oft gefragt, ob da nicht die Gefahr der Selbstverleugnung besteht, wenn man hohe Ideale hat und infolgedessen sagt: „Ich brauche das doch alles nicht.“ Und sich gleichzeitig ganz tief in sich selbst das trotzdem wünscht. Hier ist es wichtig zu unterscheiden zwischen Prakriti bzw. Svabhava und Raga/Dvesha. „Raga“, „Dvesha“ bedeuten „Mögen“ und „Nichtmögen“. Wünsche kann man beherrschen. Aber was tiefer in einem angelegt ist, das sollte man leben. Das kann man nicht beherrschen. „Was würde da Unterdrückung nützen?“ fragt Krishna einige Verse zuvor. Letztlich bleibt immer die Frage übrig: „Wie unterscheide ich das eine vom anderen?“ Wir können es nur über Versuch und Irrtum lernen. Krishna sagt gegen Ende der Bhagavad Gita (XVIII): „Sarva-dharman Parityajya mam ekam saranam vraja aham tva sarva-papebhyo moksayisyami ma sucah.“. „(nachdem du alles abgewogen hast und zu einer Entscheidung gekommen bist), gib alle Vorstellungen von Richtig und Falsch auf und gib dich ganz Gott hin. Er wird dich von allen Sünden befreien“. Wir wissen es oft nicht ganz sicher, was unsere Aufgabe ist. Wir müssen alles abwägen anhand verschiedener Kriterien und dann eine Entscheidung treffen. Wenn wir feststellen, dass es uns nicht gelingt, einen Wunsch zu transformieren, dann können wir überlegen, wie wir genau diesen Wunsch auf sattwige (reine) Weise erfüllen können. Wenn wir uns nicht ganz sicher sind, dann müssen wir uns irgendwie entscheiden und es dann Gott widmen. Krishna sagt, wenn wir es Gott widmen, dann machen wir nichts Falsches. Und selbst wenn es sich nachher als falsche Entscheidung zeigen sollte, war es dadurch, dass wir es Gott dargebracht haben, doch nicht falsch.

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