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06-30 Kommentar Sukadev

Was Krishna zuvor gesagt hat, dass das abstrakte, unendliche Selbst in allen Wesen zu sehen ist, ist ein hohes Ziel und für viele nicht einfach zu erreichen. Hier nennt er uns einen einfacheren Weg, nämlich den Weg des Bhakti Yogas. Krishna wechselt in der gesamten Bhagavad Gita immer wieder die Perspektive vom Bhakti zum Jnana Yoga Standpunkt. Vermutlich ist es für die Mehrheit der Menschen leichter zu sagen: „Gott ist in allen Wesen“ als „Ich bin in allen Wesen„. Wenn wir sagen: Gott schickt mir die großen und kleinen Prüfungen, Gott schickt mir die großen und kleinen Segnungen, Gott schickt mir den Menschen, der mich jetzt gerade beschimpft, Gott schickt mir eine Krankheit, an der ich wachsen soll – das ist oft leichter nachzuvollziehen. Schwieriger ist es zu denken oder in jedem Moment zu sagen: „Mein Selbst ist in allen Wesen.“

Arjuna wird es bei Krishna vermutlich wie den meisten Zuhörern oder Lesern bei mir gehen, wenn ich länger über Jnana Yoga spreche/schreibe: die Augen werden glasig und die Gedanken schweifen ab, die Konzentration lässt nach.

Bei Arjuna, der ja ein sehr aktiver Mensch, keinesfalls ein philosophischer Mensch ist, tritt dieses Phänomen vermutlich noch schneller auf als bei dem durchschnittlichen Menschen, der als Gast ins Haus Yoga Vidya kommt und gerade in Yogalehrer Aus- und Weiterbildungsseminaren schon gewohnt ist, mehrere Wochen lang Vorträge über abstrakte Wahrheiten zu hören.

Arjuna war in den letzten Jahren nicht mehrere Wochen bei einem Guru und hat dort philosophischen Unterweisungen bekommen. Seine Schülerzeit liegt schon an die 30 Jahre zurück. Krishna sieht wahrscheinlich an den Augen von Arjuna, dass dieser mit den Gedanken weit weg ist. Er versteht, dass Arjuna abstrakter Jnana Yoga Philosophie nicht mehr folgen kann. Deshalb wechselt Krishna zum Bhakti Yoga Standpunkt über. Arjuna war ein guter Bhakta, der viele Pujas und Homas zelebriert hat. Auch dadurch, Gott in allem zu sehen, kann man zur Verwirklichung kommen.

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