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05-09 Kommentar Sukadev

In diesem Vers beschreibt Krishna, wie ein Mensch mit einer Jnana Yoga Einstellung sich verhält. Mit „ich tue gar nichts“ sind jetzt nicht die Menschen gemeint, die nichts tun, weil sie keine Lust zu etwas haben und einfach nur faul und träge sind. Mit der inneren Einstellung „ich tue nichts“ ist gemeint, dass Menschen um das höhere Selbst wissen. Sie identifizieren sich nicht mit ihren Handlungen. Sie wissen um ihren Körper, um ihren Geist, die Lektionen, die sie zu lernen haben und sie erfüllen ihr Dharma, ihre Pflichten. Sie engagieren sich, sie können auch emotional sein, seufzen und trotzdem wissen sie: mein Selbst ist vonalledem unberührt. Sie schaffen kein neues Karma.

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05-11 Kommentar Sukadev

Hier verbindet Krishna Karma Yoga mit Raja Yoga. Wir handeln, um uns selbst zu reinigen. Wir stoßen auf Lektionen im Leben, nehmen sie an und lernen aus ihnen und wachsen daran. Wir geben die Verhaftungen auf. Handeln nicht, um etwas zu bekommen oder etwas zu erreichen, sondern handeln, weil die Handlung notwendig ist. Weil sie unsere Pflicht ist. Wir tun die Handlung aus ganzem Herzen, weil wir wissen: Wenn ich das halbherzig tue, wachse ich nicht. Nur wenn ich die Handlung aus ganzem Herzen mache, wachse ich. Ansonsten bekomme ich die Lektion zu einem späteren Zeitpunkt erneut. So lange und so oft, bis ich sie wirklich gelernt habe.

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05-19 Kommentar Sukadev

Krishna lehrt, dass die Erlösung nicht auf die Zeit nach dem Tod zu verschieben ist. Viele Menschen hoffen, nach dem Tod in den Himmel zu kommen, die Erlösung zu finden. In Indien und im Yoga herrscht die Vorstellung vor, sie in diesem Leben erfahren zu wollen und erfahren zu können. Yogis hoffen nicht, nach dem Tod belohnt zu werden für all die Mühsal, für die Entbehrung, die sie auf sich nehmen. Ein gut gelebtes spirituelles Leben hat auch in diesem Leben seinen Lohn. Nachdem wir alles gut erledigt haben, bringen wir es Gott dar und gehen nachher mit unserem Geist in Brahman auf, wissend, dass eigentlich nichts passiert ist.

06-07 Kommentar Sukadev

Das ist eines der grundlegenden Themen in der Bhagavad Gita, die Krishna immer wieder anspricht. Im vorigen Vers hat Krishna gesagt: „Der Mensch möge durch das Selbst nur erhoben werden, er erniedrige sich selbst nicht. Denn allein das Selbst ist sein Freund, und allein das Selbst ist sein Feind.“ Wir selbst sind uns also Freund und Feind und wir sollten lernen, uns freundlich gegenüber zu stehen. Und natürlich sollten wir unsere Unterscheidungskraft nutzen, das zu tun, was für uns hilfreich und gut ist. Aber wie wir alle wissen, ist das alles nicht so einfach.

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06-08 Kommentar Sukadev

Swami Sivananda kommentiert diese Aussage, indem er sagt, dass man sagen kann, dieser Yogi hätte Nirvikalpa Samadhi erreicht. Er hat in der Erkenntnis und der Weisheit Zufriedenheit gefunden. Nicht die Zufriedenheit, die entsteht, wenn die äußeren Umstände gut und die Menschen zu uns freundlich sind. Sondern die Zufriedenheit, die aus unserem eigenen Selbst heraus kommt. Dann ist es uns egal, ob wir Gold bekommen oder ein Stück Stein oder einen Klumpen Erde. Es spielt keine Rolle. Gleichzeitig meint Krishna aber damit nicht, dass wir uns nicht bemühen sollten, in der Außenwelt zu helfen und zu dienen. Er selbst hat im 4. Kapitel gesagt: „Wann immer Adharma auf der Welt überhand nimmt, muss ich mich inkarnieren, um Dharma wieder herzustellen.“ Er hatte dann auch seine karmischen Aufgaben in der Welt zu erfüllen. Unsere Aufgabe ist es, uns immer wieder zu bemühen, unsere Sinne zu beherrschen.

06-09 Kommentar Sukadev

Krishna sagt nicht, dass man alle gleich behandeln soll. Vielmehr sagt er: „Wer allen im gleichen Geiste begegnet, ist vortrefflich.“ In welchem Geist sollen wir ihnen begegnen? Im Geist der Liebe. Krishna gebraucht den Ausdruck „Liebe“ selten in der Bhagavad Gita. Doch verstehen können wir Krishnas Aussagen nur, wenn wir sie im Geist der Liebe sehen, wenn wir den Geist der Liebe in uns tragen. Krishna handelt in der gesamten Bhagavatam[1] aus Liebe heraus. Wann immer wir anderen begegnen, sollten wir das im Geist der Liebe und des Verständnisses tun. Aus Liebe heraus tun wir anderen Gutes und nehmen Wohltaten anderer an. Manchmal fällt Aspiranten letzteres schwerer: Sie haben Schwierigkeiten zuzulassen, dass andere ihnen gegenüber wohltätig sein, ihnen helfen möchten. Liebe heißt auch, dass wir anderen erlauben, uns gegenüber Wohltäter zu sein, Hilfe zu geben. Liebe heißt auch um Hilfe zu bitten. Ein Sprichwort besagt: „Geben ist seliger als Nehmen“. Also sollten wir dem anderen auch die Gelegenheit geben, etwas zu tun, was seliger ist. Für zufriedenstellende zwischenmenschliche Beziehungen ist es notwendig, anderen zu erlauben, uns etwas Gutes zu tun.

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06-10 Kommentar Sukadev

Ab dem zehnten Vers der Bhagavad Gita spricht Krishna über die Meditation. Er rät uns durch seine Worte jetzt nicht, in die Einsamkeit zu gehen. Er rät uns, wenn wir uns zur Meditation hinsetzen, zu sagen: „Jetzt bin ich alleine. Da mögen zehn Kinder um mich herum sein; da mögen 100 Arbeiten auf mich warten; ich werde mir bewusst machen, jetzt, während ich meditiere, bin ich allein. Ich habe in dem Moment, wo ich meditiere, keine Pflichten gegenüber meinen Kindern, meinem Hund, Ehepartner oder anderen. Ich bin allein mit Gott, verbunden mit allen Wesen.“

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06-11 Kommentar Sukadev

Kusha-Gras soll eine angenehme Schwingung haben und dabei helfen, Insekten fernzuhalten. Die Kuhhaut, die darüber gelegt werden soll, stammt nicht von einer extra für die Meditation geschlachteten Kuh, sondern von einer Kuh, die natürlich verendet ist. Nach ihrem Tod wurden alle Teile verwendet. Diese Art des Meditationssitzes ist in Indien weit verbreitet, auf den Westen allerdings weniger gut anwendbar. Wir sollten heutzutage keine Kuhhaut für die Meditation nehmen, da die Tiere typischerweise nicht natürlich verenden, sondern geschlachtet werden und wir somit nur die Fleischindustrie unterstützen würden. Wir können im Westen  allerdings auch darauf achten, dass unser Sitz weder zu hoch noch zu niedrig ist. Wenn wir ein Kissen haben, welches zu dick oder zu dünn ist, können wir nicht gut meditieren.

06-13 Kommentar Sukadev

Wenn du dich für die Meditation hingesetzt hast, bewege dich nicht mehr. Normalerweise meditiert man mit geschlossenen Augen. Krishna empfiehlt hier, die Augen offen zu halten und zur Nasenspitze zu schauen. Diese Art des Blicks (Nasagrai Drishti) hilft, den Geist zu beruhigen. Blicken auf den Punkt zwischen den Augenbrauen (Brumadya Drishti) energetisiert, erhebt und öffnet das dritte Auge. Beide Blickrichtungen aktivieren die Mondenergie (Chandra Prana) und fördern innere Harmonie. Überfordere deine Augen nicht, wenn du mit offenen Augen zur Nasenspitze blicken willst. Wenn du so üben willst, dann steigere die Dauer schrittweise: Während der ersten Woche schaue 30 Sekunden lang auf die Nasenspitze, dann entspanne den Blick 1-2 Minuten lang. Wiederhole das 3 Mal. Während der zweiten Woche kannst du dann 1 Minute lang zur Nasenspitze hin schauen, während der dritten Woche 2 Minuten etc. Zum Ausgleich von Nasagrai Drishti übe andere Augenübungen, die du bei guten Yogalehrern lernen kannst.

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06-14 Kommentar Sukadev

Wenn du ruhig sitzt, mache dir bewusst: Meditation ist die wertvollste Zeit des Tages. Freue dich, dass du diese Zeit hast. Sei furchtlos: In der Meditation mögen Reinigungserfahrungen, Bewusstseinserweiterungserfahrungen, Energieerfahrungen kommen. Bleibe ruhig und vertrauensvoll. „Gelübde des Brahmachari“: Ein Brahmachari ist ein Schüler auf dem Weg zu Brahman. „Gelübde des Brahmachari“ heißt, dass man sich vorgenommen hat: „Ich will alles tun, um zu Brahman zu kommen. Ich bin auch bereit, auf einiges zu verzichten, um da hin zu kommen.[1]

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06-16 Kommentar Sukadev

Krishna empfiehlt den Mittelweg. Es ist leicht, in Extreme zu verfallen. Finde heraus, was du brauchst, wie du die Grundbedürfnisse sattvig (rein) befriedigen kannst, hänge aber nicht daran. Das gilt beim Essen, beim Schlafen, bei verschiedenen Formen der Regeneration etc. Jemand, der zuviel isst, lebt ungesund. Jemand, der zu wenig isst, wird entweder träge oder nervös. Die meisten Menschen brauchen 6-7 Stunden Schlaf, manche auch nur 5, wenige 8. Wenn du zu wenig schläfst, wirst du reizbar oder träge werden und schläfrig in der Meditation. Wenn du zu viel schläfst, versäumst du wertvolle Zeit, die du besser für Sadhana und Seva (Dienen) verwenden könntest. Außerdem senkt auch ein Übermaß an Schlaf die Lebensdauer und kann zu einer depressiven Stimmung führen.

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06-21 Kommentar Sukadev

Das ist wie ein „Engelskreislauf“. Wenn wir unseren Geist beherrschen und zur Ruhe kommen, dann erfahren wir grenzenlose Wonne, denn unsere wahre Natur ist Satchidananda. Und wenn wir umgekehrt erstmal in Satchidananda verwurzelt sind – also im reinen Sein (Sat), im unendlichen Wissen und Bewusstsein (Chid) und in der unendlichen Wonne (Ananda) – dann kommen spontan Handlungen aus uns hervor, die in der Wahrheit begründet sind.

06-27 Kommentar Sukadev

Im Sanskrit steht „Shanta Rajasa“. Ein Shanta Rajasa ist ein Mensch, dessen Leidenschaft gestillt worden ist, dessen Rajas (Unruhe) zum Shanti, zum Frieden, gekommen ist. Krishna spricht an anderer Stelle mehr über Satwa, Rajas und Tamas. Krishna lehrt, dass wir versuchen sollen unser Rajas zu reduzieren. Vorher müssen wir Tamas reduzieren, wobei uns Karma Yoga behilflich ist. In der Meditation stillen wir dann Rajas, so dass unser Geist zu Brahman kommen kann.

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06-30 Kommentar Sukadev

Was Krishna zuvor gesagt hat, dass das abstrakte, unendliche Selbst in allen Wesen zu sehen ist, ist ein hohes Ziel und für viele nicht einfach zu erreichen. Hier nennt er uns einen einfacheren Weg, nämlich den Weg des Bhakti Yogas. Krishna wechselt in der gesamten Bhagavad Gita immer wieder die Perspektive vom Bhakti zum Jnana Yoga Standpunkt. Vermutlich ist es für die Mehrheit der Menschen leichter zu sagen: „Gott ist in allen Wesen“ als „Ich bin in allen Wesen„. Wenn wir sagen: Gott schickt mir die großen und kleinen Prüfungen, Gott schickt mir die großen und kleinen Segnungen, Gott schickt mir den Menschen, der mich jetzt gerade beschimpft, Gott schickt mir eine Krankheit, an der ich wachsen soll – das ist oft leichter nachzuvollziehen. Schwieriger ist es zu denken oder in jedem Moment zu sagen: „Mein Selbst ist in allen Wesen.“

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06-31 Kommentar Sukadev

Wir verweilen in Gott, wenn wir ungeachtet der Lebensumstände in allen Wesen Gott sehen. Wenn es uns gleich ist, ob wir jetzt Katastrophen erleben oder nicht. Ob wir Umstände haben, die es uns leicht machen, sehr viel zu meditieren oder andere Umstände. Ob wir eine Arbeit haben, wo wir ständig an Gott erinnert werden, zum Beispiel, wenn man hauptsächlich Yoga unterrichtet oder im Ashram lebt, oder in Umständen leben, in denen wir immer wieder an Anderes erinnert werden, wie z.B., wenn man in einem an Gewinnzielen orientierten Unternehmen arbeitet: Wir können stets Gott als das allen Wesen Innewohnende verehren.

06-34 Kommentar Sukadev

Ich glaube, die meisten Leser werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich will euch nicht entmutigen, wenn ich euch erzähle, dass Arjuna schon ein bisschen älter ist, als er dies erzählt. Er ist auch nicht neu auf dem spirituellen Weg. Arjuna ist als Jugendlicher, vermutlich als 11/12 Jähriger zu einem Guru geschickt worden und hat dort Meditation, Pujas, Homas, Pranayama und Asanas gelernt. Seit dieser Lehrzeit hat er täglich praktiziert, regelmäßig meditiert und Verehrungsrituale durchgeführt. Er versucht schon seit 30, 40 Jahren seinen Geist unter Kontrolle zu bringen und sagt jetzt – nach diesen Jahren regelmäßiger Praxis – „es ist schwer, den Geist unter Kontrolle zu bringen“. Ich weiß nicht, ob euch das jetzt eher entmutigt oder ermutigt – ich hoffe, es tröstet euch wenigstens. Und vorausschauend lasst euch sagen: Im 11. Kapitel erreicht Arjuna dann Asamprajnata-Samadhi – also eine halbe Stunde, nachdem er sich so beschwert hat, kommt er in höhere Stufen des Bewusstseins. Was auch heißt: die Erleuchtung kann plötzlich kommen! Arjuna hat sehr wohl an sich gearbeitet und es ist ihm gelungen, seinen Geist schon bis zu einem gewissen Grad unter Kontrolle zu bringen. Deshalb schafft er es eine halbe Stunde später in Sarvikalpa-Samadhi zu kommen. So wissen wir nie, wann die Erleuchtung kommt. Ich rate dir daher: Lebe so, als ob es noch viele Jahre dauert, bis die Erleuchtung kommt. Lebe auch so, dass heute noch die Erleuchtung da ist. Und bete in jeder Meditation: „Wenn es jetzt möglich ist, möchte ich jetzt die Höchste Einheit erfahren“. Und warum auf die nächste Meditation warten? Halte immer wieder einen Moment inne. Werde dir der Gegenwart Gottes bewusst. Löse deinen Geist vom Gegenständlichen, von Worten, von Bildern. Spüre die Einheit. Irgendwann wirst du dann in Samadhi „hineinkatapultiert“ bzw. von Gottes Gnade hineingezogen.

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