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11-06 Kommentar Sukadev

Er sagt ihm: „Du wirst jetzt auch die Astralwesen sehen, die Engelswesen, die verschiedenen Götter im Sinne von höheren Astralwesen. All das wirst du sehen können.“ Wir können vielleicht jetzt schon Engelswesen oder Naturwesen spüren, manchmal vielleicht auch ein Leuchten oder Glänzen, manchmal etwas hören oder etwas mehr sehen. Aber Krishna sagt hier zu Arjuna: „Gleich wirst du es vollständig sehen.“ So wie wir jetzt diese Welt sehen, bestehend aus verschiedenen Einzelwesen, die miteinander in Verbindung treten. Aber wir sehen, riechen, schmecken, hören, fühlen hauptsächlich die physische Welt. Wir können in anderen Bewusstseinsebenen auch die Astralwesen sehen, riechen, schmecken, hören, fühlen. Sie sind dann genauso wirklich wie das, was wir jetzt in der physischen Welt sehen. Und wir können sie als Teil Gottes erleben.

11-13 Kommentar Sukadev

Das ist die Beschreibung der Bewusstseinserweiterung von Arjuna. Sie geht in mehreren Schritten vonstatten: Zuerst schaut Arjuna Krishna an. Erst sieht er Krishna ganz normal, also mit einem Mund, zwei Augen, vier Armen – Krishna wird manchmal auch als vierarmig beschrieben. Dann wird Krishna in Arjunas Wahrnehmung riesengroß, er hat plötzlich immer mehr Arme und Münder, er hat mehrere Köpfe, er strahlt immer mehr. Die Vision wird wunderschön und großartig. Sie wird immer weiter. Krishna wird so groß, dass das ganze Universum mit eingeschlossen ist. Arjuna sieht Sonne, Mond, Sterne – alles im Körper von Krishna. Später geht er sogar über die Zeitgrenzen hinaus – er sieht, was in der Zukunft passieren wird und was in der Vergangenheit geschehen ist – letztlich sieht er die Unendlichkeit im ewigen Jetzt. Während Arjuna Krishna so sieht, ist er trotzdem teilweise noch in seinem Körperbewusstsein. Er hat also das, was Swami Sivananda das „Doppelbewusstsein“ genannt hat, sich gleichzeitig des Begrenzten und des Unbegrenzten bewusst zu sein.

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11-20 Kommentar Sukadev

Jetzt kippt die Vision wieder. Erst Krishna, viele Hände, Arme und Münder, dann langsam das ganze Universum darin, ohne Anfang, ohne Ende. Alles ist Gott. Dann fängt es an, furcht- erregend zu werden. Denn wenn Gott alles ist, dann ist er nicht nur das Schöne sondern auch das Grässliche. Wenn in Gott aller Anfang ist, dann auch alles Ende. Wenn Gott das Leben ist, dann auch der Tod. Wenn Gott das Feuer ist – das Feuer versengt auch. So ist Vishwarupa eine wunderbare Gestalt, aber auch eine schreckliche. Alles ist in Gott enthalten. Wenn eine Einzelseele das Ganze sieht, dann ist sie erst einmal voller Ehrfurcht, weil darin auch Zerstörung ist und man weiß, was in der Zukunft ist. Denn Arjuna sieht gleich nicht nur die Gegenwart, denn im kosmischen Körper Gottes sind auch die ganze Vergangenheit und die ganze Zukunft enthalten.

11-21 Kommentar Sukadev

Er ist jetzt mit anderen verbunden, die in diesem Moment auch diese Vision haben. Wir sind nicht allein oder einzigartig, wenn wir eine Bewusstseinserweiterung haben. Wir können uns mit diesen anderen verbunden fühlen, die auch diese Erfahrung einer Bewusstseinserweiterung haben. Er merkt, dass es viele gibt, die diese Erfahrung jetzt auch haben, insbesondere die Engelswesen, die zum einen übergeordnete Funktionen im Gang des Universums haben, zum anderen sehen sie das Ganze und Gott.

11-22 Kommentar Sukadev

Er sieht jetzt auch eine Menge von Wesen, die zwischen der menschlichen und der höchsten Ebene sind. Er erblickt die astralen und die höheren Astralebenen. In 10. Kapitel hat Krishna ihm genau von diesen Wesen erzählt. Vielleicht hast du manchmal das Gefühl der Gegenwart von Astralwesen, vielleicht besonders in der Natur, an energetischen Kraftorten, im Wald, an Quellen, Flüssen oder besonders schönen Orten. Vielleicht spürst du diese Feinstoffwesen, vielleicht siehst oder hörst du sie ab und zu einmal. Wenn dein Herz aufgeht, kannst du so etwas manchmal spüren, eine kleine Vision haben. Bei Arjuna geht das erheblich weiter: In dieser Sarvikalpa Samadhi Erfahrung von Vishvarupa, in dieser Zwischenebene, bevor er wirklich im vollen Samadhi ist, nimmt er die ganzen Astralwelten, die Engelswesen und die ganzen anderen Zwischenwesen wahr.

11-24 Kommentar Sukadev

Die Erfahrung von Sarvikalpa Samadhi ist zum einen wunderbar, großartig und schön. Aber gerade wenn sie diese Vishvarupa mit einschließt, ist sie auch schrecklich. Arjuna ist erschrocken. Vorher dachte er, Gott ist nur das Schöne, jetzt ist er alles. Es wird jetzt wieder konkreter. Zunächst sieht er Krishna, die Großartigkeit, Himmel und Erde, alles ohne Anfang und Ende – jetzt sieht er etwas konkreter in die Zukunft.

11-27 Kommentar Sukadev

Hier wird die Vision Arjunas konkreter. Arjuna sieht, was in der Zukunft geschieht. Eines ist sicher, in der Zukunft sind wir alle tot und in der Zukunft sind wir irgendwann auch wiedergeboren. Im 2. Kapitel sagt Krishna: Die Seele ist unsterblich. Wir legen alte Körper ab und neue wieder an, so wie wir alte Kleider ablegen und neue wieder anlegen. Der Wirtschaftswissenschaftler Keynes hat einmal gesagt: „Langfristig sind wir alle tot.“ Das hat er gesagt, als ihm eine zu kurzfristige Betrachtungweise vorgeworfen wurde.

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11-33 Kommentar Sukadev

Dieses Gefühl können wir auch entwickeln. Auf der einen Ebene sollten wir sehr verantwortungsbewusst handeln und dabei verhaftungslos, wunschlos und pflichtbewusst sein. Es ist schwierig, Verhaftungslosigkeit mit Pflichtbewusstsein zu verbinden. Die meisten Menschen sind entweder das eine oder das andere. So müssen wir einerseits so tun, als ob wir wirklich der Handelnde sind und Verantwortung übernehmen. Auf der anderen Seite sollten wir dabei das Gefühl haben, dass letztlich Gott alles macht. Und wenn es dann nachher gut ausgeht und wir großes Lob bekommen, können wir innerlich lächeln und sagen: „Oh Gott, Du hast ein schönes Spiel gespielt. Du hast alles gemacht und jetzt werde ich gelobt.“

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11-34 Kommentar Sukadev

Krishna sagt ihm jetzt: „Es ist eigentlich alles schon geschehen, sei du nur Instrument. Nachher wird man dich vielleicht loben und sagen: Das ist ein großartiger Held, aber in Wahrheit habe ich – also Gott – schon alles gemacht.“ Wenn jemand ein schönes Kunstwerk gemalt hat, kann man sagen: „Tolle Hand, das hast du gut gemacht.“ Aber die Hand war nur ein Instrument. So sind auch wir nur ein Instrument. Wenn dich jemand lobt: „Toll, wie du das wieder gemacht hast, wie du das hingekriegt hast, das war phänomenal“, dann ist das so ähnlich, wie wenn die Hand gesagt bekommt oder der Zeigefinger: „Du bist ein toller Künstler.“ Nicht wir sind es, die das machen, Gott macht es durch uns. Wir können uns als Instrument fühlen.

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11-35 Kommentar Sukadev

Er ist immer noch überwältigt, die Worte von Krishna haben ihm nicht ausreichend Trost gegeben. Er hat weiterhin eine Art Doppelbewusstsein. Er sieht immer noch das Ganze, Vishwarupa. Er sieht gleichzeitig auch Krishna, wie er dort steht, er kann sich auch selbst verneigen. Er hat zum einen noch diese großartige Erfahrung, zum anderen sieht er Krishna in seinem physischen Körper. Wenn man eine Bewusstseinserweiterungserfahrung hatte, ist das der beste Ratschlag: sich mit großer Hingabe an Gott wenden und Gott um Führung bitten. Auch heutzutage haben Aspiranten immer wieder solche Bewusstseinserfahrungen und bekommen es mit der Angst zu tun. Manchmal laufen sie dann vor lauter Angst weg, gehen zum Psychiater und schlucken Neuroleptika. Oder sie bitten jemanden, dass er ihnen „Händchen hält“. Die Schriften sind voll von Beispielen, was man nach einer Bewusstseinserweiterungserfahrung macht: Man wende sich ganz an Gott. Man bekommt zwar Angst, weiß nicht, wie man damit umgehen soll. Es ist letztlich furchterregend, weil all das in Frage gestellt wird, was man bisher gefühlt hat, auch wenn man es intellektuell vielleicht schon verstanden hat. Das Beste ist dann, Gott von ganzem Herzen um Führung zu bitten und danach seine Pflichten weiter zu tun. Arjuna geht anschließend nicht weg und braucht ein halbes Jahr, um das zu verarbeiten, was er erlebt hat. Vielmehr geht er direkt wieder in sein Dharma hinein. So geht man klassischerweise mit solchen Erfahrungen um. Sich von ganzem Herzen an Gott richten, Gott um Führung und Hilfe bitten. Und dann kommt auch die Führung, so dass wir unmittelbar danach wieder unsere Pflicht tun können. Die Vorstellung, dass man nach einer Bewusstseinserweiterungserfahrung erst einmal eine Pause bekommen müsste, wird von den Schriften nicht gedeckt.

11-36 Kommentar Sukadev

Arjuna spricht hier von Rishis und Siddhas. Siddhas sind Wesen oder Meister, Meisterinnen, welche in diesem physischen Leben die Vollkommenheit fast vollständig erreicht haben. Siddha heißt „der, es erreicht hat“ – aber sich nicht entschieden hat, endgültig mit Gott oder Brahman zu verschmelzen, sondern in einem subtilen Körper, Astralkörper oder Kausalkörper weiter existiert, um Positives in der Welt zu bewirken. Siddhas existieren also noch als Individuum auf einer feinstofflichen Ebene. Und diese Siddhas können Menschen in der Meditation erscheinen, sie können einem auch sonst erscheinen. Siddhas helfen dem Aspiranten auf seinem Weg. Sie sind besonders in Ashrams oder auch an Heiligen Orten spürbar. Wenn du meditierst, kann dir ein solcher Siddha helfen, tiefer in die Meditation zu kommen. Auch wenn du Probleme hast und verzweifelt bist, kannst du einen Siddha anrufen. Die Siddhas und natürlich auch alle Weisen und Heiligen wollen helfen. Siddhas können auch vorübergehend ihren Astralkörper kondensieren, so dass sie für andere mit physischen Augen sichtbar sind und vielleicht sogar fotografiert werden können. Zu den bekannteren Siddhas gehört z.B. Dattatreya. Er gilt auch als Inkarnation von Brahma, Vishnu und Shiva. Er wird als Trimurti Avatar, die Inkarnation aller 3 Murtis bezeichnet. Manchmal wird auch gesagt, dass ein großer Meister, der nach seinem physischen Körper weiter in seinem Astralkörper bleibt und Aspiranten leitet, ein Siddha ist. Auch Hanuman zählt zu den Siddhas. Hanuman soll nach Aussagen mancher Meister weiter in einem feinstofflichen Körper existieren. Es heißt daher: Wenn wir Hanuman anrufen, ist er und auch Rama da. Dabei sind Siddhas nicht auf einen Ort begrenzt. Rama wird oft an vielen Orten gleichzeitig gesehen. Agastya ist ein anderer bekannter Siddha. Er gilt auch als einer der Lehrer der indischen Naturheilkunde, von Siddhanta und Ayurveda, und er war auch ein großer Yoga Meister. Bis heute berichten in Indien Aspiranten, dass sie eine Vision von Agastya hatten. Babaji[1] in der Yogananda Tradition würde man als Siddha bezeichnen. Babaji ist kein eigentlicher Name. Babaji ist ein Ehrentitel, in etwa übersetzt mit „verehrungswürdiger Vater“. In manchen Teilen Indiens nennen Kinder ihren Vater Baba.

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11-38 Kommentar Sukadev

Hier beschreibt Arjuna die verschiedenen Aspekte und Ebenen Gottes und der Gotteserfahrung. Zum einen „der Urgott, ohne Anfang und Ende, die große Seele, du bist die höchste Zuflucht dieses Universums“ und dann „du erfüllst das Universum, du Wesen mit unendlich vielen Gestalten“. Gott ist also transzendent als höchstes Wesen, das Bewusstsein hinter allem, jenseitsallem Fassbaren. Gott ist das ganze Universum. Er manifestiert sich als das Universum. Man könnte sagen, das Universum ist wie der physische Körper Gottes. Gott manifestiert sich aber auch in jeder einzelnen Gestalt und schließlich ist Gott auch konkrete Manifestation, kann sich konkret in einer bestimmten Gestalt manifestieren.

11-42 Kommentar Sukadev

Du merkst, Arjuna kommt Schritt für Schritt aus dieser erweiterten Bewusstseinserweiterungserfahrung heraus. Er hat Krishna gebeten: „Bitte steh mir bei!“ Und jetzt kommt er ein wenig zurück und plötzlich fällt ihm auf, was er vielleicht alles aus Unwissen heraus falsch gemacht haben könnte und bittet um Vergebung. Und das können wir auch machen, wenn wir aus einem höheren Bewusstsein kommen und sehen, was wir alles falsch gemacht haben oder scheinbar falsch gemacht haben.

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11-44 Kommentar Sukadev

Arjuna drückt zunächst seine Demut aus und erfleht Vergebung. Dann fordert er sie fast. So ist das im Bhakti, dem Weg der vermenschlichten Gottesliebe: Zunächst nimmt man an, dass Gott einem zürnen kann. Dann bittet man Gott, einem zu vergeben. Schließlich verlangt man sie fast von Gott, man hat das Gefühl, man hätte Anspruch auf Vergebung… Was zählt, ist die Hingabe an Gott. Das ist wie in einer Beziehung zwischen zwei Menschen. Da geht es auch nicht um Logik. Wichtig ist, dass man die Beziehung vertieft und Liebe entwickelt.

11-45 Kommentar Sukadev

Arjuna als fehlerbehafteter Mensch wird hier etwas hochmütig. Er behauptet, dass er etwas gesehen hätte, was kein Mensch zuvor erblickte. Das ist natürlich unsinnig, auch wenn Krishna es ihm später scheinbar bestätigt. In der Bhagavatam gab es schon mehrere, die das erfahren haben. Vasudeva, der Vater von Krishna und Devaki haben die Erfahrung von Krishna als Gott gehabt, als Krishna geboren wurde. Yashoda hat die Erfahrung von Vishwarupa gemacht, als Krishna seinen Mund aufmachte und sie die ganze Welt in seinem Mund sah.

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11-49 Kommentar Sukadev

Krishna versichert uns, dass wir keine Angst zu haben brauchen, wenn wir in Bewusstseinserweiterungserfahrungen Großartiges und zugleich Schreckliches sehen. Wir kommen wieder zurück zum Normalbewusstsein. Manchmal haben Aspiranten Einblicke in solche Kosmische Visionen. Oft haben sie Angst, sie kämen nicht mehr zurück. Sie können voller Vertrauen sein – sie werden die Welt wieder ganz normal sehen, bereichert durch neue Einsichten, neue Inspiration und Kraft.